Ostern ist ein Fest der Freude und der Hoffnung und das
Thema eignet sich wunderbar, um Menschen mit einer beginnenden Demenz kognitiv
zu aktivieren und diese Aktivierung in den Alltag einzubauen.
Dabei gilt es aber für die Pflegenden einige Dinge zu
beachten. Wichtig ist, dass bei der kognitiven Aktivierung immer der Spaß und
die Beziehung im Vordergrund stehen und nicht das reine Wissen. Es geht also
nicht darum, ob sich jemand „gut erinnert“, sondern um die gemeinsame schöne
Zeit.
Hier die wichtigsten Grundsätze im Überblick:
·
Kein Leistungsdruck: Personen mit Demenz sollen
nicht das Gefühl haben auf dem Prüfstand zu stehen – es gibt keine „richtigen“
oder „falschen“ Antworten.
·
Kein Zeitdruck: gehen Sie langsam vor und planen
Sie Pausen ein.
·
Biografie in den Mittelpunkt stellen: Was hat
der zu Pflegende in seinem Leben erlebt? Wo liegen seine Interessen?
·
Gefühle sind zentral: Manchmal werden schöne
Erinnerungen von den zu Pflegenden durcheinandergebracht oder die Details sind
nicht stimmig. Dann sollte man nicht immer auf den Fakten pochen, sondern das
schöne Gespräch und die gute Stimmung als Erfolg verbuchen.
·
Sicherheit und Orientierung: Wiederholungen,
gleiche Reihenfolgen und Rituale geben Personen mit Demenz Halt und Ruhe.
·
Aktivierung mit allen Sinnen: Je mehr Sinne
beteiligt sind, desto leichter fällt die Aktivierung.
Hier einige konkrete Anregungen wie Aktivierungsübungen rund
um das Thema Ostern aufgebaut sein können:
Nutzen Sie Biografie bezogene Fragen, um ein Gespräch zum
Thema zu starten. Dabei sollte man möglichst offene Fragen stellen, bei denen
jede Antwort richtig ist.
Beispiele: Wie habt ihr früher Ostern gefeiert?
Gab es früher auch einen Osterhasen? Wer hat bei dir als
Kind die Eier versteckt? Kannst du dich an ein besonders gutes Versteck
erinnern? Was habt ihr gerne zu Ostern gegessen?
Sollte die Person nicht von sich aus erzählen kann man
selbst mit einer Erzählung starten wie beispielsweise: „Ich kann mich erinnern,
dass wir früher die Eier mit Zwiebelschalen eingefärbt haben…“
Danach könnten Wörter gesammelt werden, die zu Ostern passen
wie beispielsweise der Osterhase. Gemeinsam wird dann gesammelt „Was fällt dir
noch zu Ostern ein?“ Dabei sind alle Ideen willkommen (z.B.: Eier, Kirche,
Glocken…)
Auch Sprichwörter sind bei Personen mit kognitiven
Einschränkungen durch ihren häufigen Gebrauch und die Bildhaftigkeit oft gut
verankert und können auch hier genutzt werden, indem der Anfang eines
Sprichwortes genannt wird und die Person das restliche Sprichwort ergänzt. Zum
Beispiel: „Den Bock…“ (zum Gärtner machen) oder „Da liegt der Hase...“ (im
Pfeffer), oder „Auch ein blindes Huhn…“ (findet mal ein Korn).
Sollte keine Antwort kommen, kann man den Satz selbst zu
Ende sprechen und ein neues Sprichwort anbieten oder das Thema wechseln. Bei
Personen die Sprichwörter gerne mögen, kann man auch darüber sprechen, wann
diese Sprichwörter verwendet werden.
Es können auch gemeinsame Ostervorbereitungen getroffen
werden wie beispielsweise gemeinsames Eierfärben, den Osterstrauch schmücken
oder ein typisches Hefegebäck backen.
Dabei kann ein das Ostereierfärben auch genutzt werden, um
beispielsweise Eier nach Farben zu sortieren und in die Kartons zu schlichten,
was sowohl die Feinmotorik als auch das Kurzzeitgedächtnis trainiert.
Beim Osterstrauch schmücken wird ebenfalls die Feinmotorik
trainiert. Außerdem kann der Tastsinn aktiviert werden indem beispielsweise
über die Palmkätzchen gestrichen wird.
Schließlich wird beim gemeinsamen Backen und anschließenden
Verkosten sowohl der Geruchs- als auch Geschmackssinn aktiviert.
Die oben genannten Übungsbeispiele richten sich nach
Tagesverfassung und Grad der Erkrankung des zu Pflegenden. Es ist wichtig auf
die Stimmung der Person zu achten und Überforderung zu vermeiden. Es sollten
nicht zu viele Eindrücke auf einmal vermittelt werden, sondern eins nach dem
anderen. Das gilt auch für Feiern mit der Familie – was früher genossen wurde,
wie eine großre Familienfeier mit vielen Personen, kann von Menschen mit Demenz
schnell als überfordernd wahrgenommen werden.
Seien Sie wertschätzend und zeigen Sie Anerkennung durch
ihre Worte, Blicke und Berührungen. Sagen Sie beispielsweise: „Danke, dass du
mir das erzählt hast“ oder „Schön, dass wir das gemeinsam machen“.
Und zu guter Letzt ist es wichtig, auch die eigenen Grenzen
zu akzeptieren, Pausen einzuplanen und lieber kurz und liebevoll kleine
Aktivierungen in den Alltag einfließen zu lassen als ein großes Programm zu
planen, das alle zusammen überfordert.
https://www.felix-demenzbegleitung.at/feiern-bei-demenz/
https://www.alzheimer-forschung.de/demenz/pflege/umgang/ostern/
Schloffer H., Prang E. und Frick Salzmann A. (Hrsg.) (2021)
Gedächtnistraining: Theorethische und praktische Grundlagen Springer Medizin
Verlag, Berlin.
Schloffer H. & Puck M. (2005) Methodenkompetenz – Aktiv
& fit von Kopf bis Fuß: ganzheitliches Gedächtnistraining für Senioren.
Olzog-Verlag, München
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