Wir Menschen brauchen Feste. Sie geben uns Halt, Freude und
lassen uns Verbundenheit zueinander spüren.
Besonders das Osterfest hat dabei für Christinnen und
Christen einen besonderen Stellenwert. Sagt uns dieses Fest doch, dass das
Leben stärker ist als der Tod und die Hoffnung stärker als die Angst.
Beim Feiern von Festen, wie dem Osterfest ist das gesamte
Gehirn aktiv. Besonders drei Bereiche sollten hier erwähnt werden:
1.
Gemeinschaft und soziale Beziehungen
Beim Feiern mit anderen Menschen werden
Netzwerke, die für Bindung und Vertrauen verantwortlich sind, aktiviert. Dies
geschieht über die Ausschüttung von Botenstoffen wie Oxytocin, das auch als
Bindungs- oder Kuschelhormon bekannt ist und Dopamin der Belohnungsbotenstoff.
Dadurch wird das Gefühl von Nähe, Freude und Zugehörigkeit gefördert und das
Empfinden von Einsamkeit reduziert.
2.
Positive Gefühle und Belohnung
Gemeinsame Tätigkeiten wie Singen, Lachen,
Essen oder Beten aktivieren das Belohnungssystem des Gehirns. Durch das Erleben
positiver Emotionen wird die Ausschüttung von Stresshormonen gesenkt.
3.
Sinn und Orientierung
Rituale und Feste wie das Osterfest erzählen
sinnstiftende Geschichten von Leid und Tod, aber auch von neuem Leben. Wenn wir
Lebensereignissen einen Sinn geben und diese für uns einordnen können, stärken
wir damit das Frontalhirn. Dieses ist für unser Selbstbild und unsere
Zukunftsplanung zuständig. Das kann dabei helfen, herausfordernde Erfahrungen
besser zu verarbeiten.
Diese Feste sind auch mit bestimmten Ritualen verbunden.
Dabei handelt es sich um wiederkehrende Handlungen mit fester Struktur und
Bedeutung, wie beispielsweise das Kreuzzeichen oder das gemeinsame Singen.
Wiederholung und vertraute Abläufe stärken damit
Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn.
Das Hirn liebt Muster - wie beim Befolgen von Ritualen. Wenn
der Ablauf von Situationen bekannt ist, sinkt die Aktivität in der Amygdala,
die vor allem für negative Emotionen wie Angst verantwortlich ist, was uns
entspannter macht. Außerdem fühlen wir uns aufmerksamer, wenn das Hirn nicht
mit Unsicherheiten konfrontiert ist und sich auf das hier und jetzt
konzentrieren kann.
Besonders bei Personen mit kognitiven Einschränkungen wie
beispielsweise einer beginnenden Demenz zeigt sich, dass gerade bekannte
Rituale aus der Kindheit wie Lieder und Gebete besonders lang erhalten bleiben
und Orientierung geben können.
Wenn Sie sich für Gedächtnistraining zum Thema Ostern bei
Personen mit kognitiven Einschränkungen Interessieren finden Sie in diesem
Artikel einige Anregungen.
Quellen:
https://www.pausenkicker.de/rituale-gehirnaktivitaet-stressabbau-konzentration/
Holt-Lunstad J., Smith TB., Layton JB. (2010) Social Relationships and
Mortality Risk: A Meta-analytic Review. PLoS Med 7(7): e1000316. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1000316
https://www.caritas-altenhilfe.de/startseite/rituale-bei-demenz
Spitzer M. (2008) Nervenkitzel: Neue Geschichgten vom Gehirn”
Suhrkamp: Berlin.
Ostern ist ein Fest der Freude und der Hoffnung und das
Thema eignet sich wunderbar, um Menschen mit einer beginnenden Demenz kognitiv
zu aktivieren und diese Aktivierung in den Alltag einzubauen.
Dabei gilt es aber für die Pflegenden einige Dinge zu
beachten. Wichtig ist, dass bei der kognitiven Aktivierung immer der Spaß und
die Beziehung im Vordergrund stehen und nicht das reine Wissen. Es geht also
nicht darum, ob sich jemand „gut erinnert“, sondern um die gemeinsame schöne
Zeit.
Hier die wichtigsten Grundsätze im Überblick:
Kein Leistungsdruck: Personen mit Demenz sollen
nicht das Gefühl haben auf dem Prüfstand zu stehen – es gibt keine „richtigen“
oder „falschen“ Antworten. Kein Zeitdruck: gehen Sie langsam vor und planen
Sie Pausen ein.Biografie in den Mittelpunkt stellen: Was hat
der zu Pflegende in seinem Leben erlebt? Wo liegen seine Interessen?Gefühle sind zentral: Manchmal werden schöne
Erinnerungen von den zu Pflegenden durcheinandergebracht der die Details sind
nicht stimmig. Dann sollte man nicht immer auf den Fakten pochen, sondern das
schöne Gespräch und die gute Stimmung als Erfolg verbuchen.Sicherheit und Orientierung: Wiederholungen,
gleiche Reihenfolgen und Rituale geben Personen mit Demenz Halt und Ruhe. Aktivierung mit allen Sinnen: Je mehr Sinne
beteiligt sind, desto leichter fällt die Aktivierung.
Hier einige konkrete Anregungen wie Aktivierungsübungen rund
um das Thema Ostern aufgebaut sein können:
Nutzen Sie Biografie bezogene Fragen, um ein Gespräch zum
Thema zu starten. Dabei sollte man möglichst offene Fragen stellen, bei denen
jede Antwort richtig ist.
Beispiele: Wie habt ihr früher Ostern gefeiert?Gab es früher auch einen Osterhasen? Wer hat bei dir als
Kind die Eier versteckt?Kannst du dich an ein besonders gutes Versteck
erinnern?Was habt ihr gerne zu Ostern gegessen?Sollte die Person nicht von sich aus erzählen kann man
selbst mit einer Erzählung starten wie beispielsweise: „Ich kann mich erinnern,
dass wir früher die Eier mit Zwiebelschalen eingefärbt haben…“
Danach könnten Wörter gesammelt werden, die zu Ostern passen
wie beispielsweise der Osterhase. Gemeinsam wird dann gesammelt „Was fällt dir
noch zu Ostern ein?“ Dabei sind alle Ideen willkommen (z.B.: Eier, Kirche,
Glocken…)
Auch Sprichwörter sind bei Personen mit kognitiven
Einschränkungen durch ihren häufigen Gebrauch und die Bildhaftigkeit oft gut
verankert und können auch hier genutzt werden, indem der Anfang eines
Sprichwortes genannt wird und die Person das restliche Sprichwort ergänzt. Zum
Beispiel: „Den Bock…“ (zum Gärtner machen) oder „Da liegt der Hase...“ (im
Pfeffer), oder „Auch ein blindes Huhn…“ (findet mal ein Korn).
Sollte keine Antwort kommen, kann man den Satz selbst zu
Ende sprechen und ein neues Sprichwort anbieten oder das Thema wechseln. Bei
Personen die Sprichwörter gerne mögen, kann man auch darüber sprechen, wann
diese Sprichwörter verwendet werden.
Es können auch gemeinsame Ostervorbereitungen getroffen
werden wie beispielsweise gemeinsames Eierfärben, den Osterstrauch schmücken
oder ein typisches Hefegebäck backen.
Dabei kann ein das Ostereierfärben auch genutzt werden, um
beispielsweise Eier nach Farben zu sortieren und in die Kartons zu schlichten,
was sowohl die Feinmotorik als auch das Kurzzeitgedächtnis trainiert.
Beim Osterstrauch schmücken wird ebenfalls die Feinmotorik
trainiert. Außerdem kann der Tastsinn aktiviert werden indem beispielsweise
über die Palmkätzchen gestrichen wird.
Schließlich wird beim gemeinsamen Backen und anschließenden
Verkosten sowohl der Geruchs- als auch Geschmackssinn aktiviert.
Die oben genannten Übungsbeispiele richten sich nach
Tagesverfassung und Grad der Erkrankung des zu Pflegenden. Es ist wichtig auf
die Stimmung der Person zu achten und Überforderung zu vermeiden. Es sollten
nicht zu viele Eindrücke auf einmal vermittelt werden, sondern eins nach dem
anderen. Das gilt auch für Feiern mit der Familie – was früher genossen wurde,
wie eine große Familienfeier mit vielen Personen, kann von Menschen mit Demenz
schnell als überfordernd wahrgenommen werden.
Seien Sie wertschätzend und zeigen Sie Anerkennung durch
ihre Worte, Blicke und Berührungen. Sagen Sie beispielsweise: „Danke, dass du
mir das erzählt hast“ oder „Schön, dass wir das gemeinsam machen“.
Und zu guter Letzt ist es wichtig, auch die eigenen Grenzen
zu akzeptieren, Pausen einzuplanen und lieber kurz und liebevoll kleine
Aktivierungen in den Alltag einfließen zu lassen als ein großes Programm zu
planen, das alle zusammen überfordert. https://www.felix-demenzbegleitung.at/feiern-bei-demenz/
https://www.alzheimer-forschung.de/demenz/pflege/umgang/ostern/
Schloffer H., Prang E. und Frick Salzmann A. (Hrsg.) (2021)
Gedächtnistraining: Theorethische und praktische Grundlagen Springer Medizin
Verlag, Berlin.
Schloffer H. & Puck M. (2005) Methodenkompetenz – Aktiv
& fit von Kopf bis Fuß: ganzheitliches Gedächtnistraining für Senioren.
Olzog-Verlag, München
Viele Männer und
Frauen sind in der Steiermark als Seelsorger:innen im Kontext älterer Menschen
aktiv, sei es in Pflegeheimen, aber auch in Krankenhäusern, in der
Telefonseelsorge oder in den Pfarren. Doch was machen Seelsorger:innen
eigentlich? Das Aufgabenfeld von Seelsorgerinnen und Seelsorgern ist sehr
vielfältig: Seelsorger:innen hören absichtslos und empathisch zu. Sie begleiten
Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen. Sie sind da, wenn es
darum geht, Trauriges und Nicht-Gelungenes zur Sprache zu bringen, sich aber
zugleich auch über Schönes und Erfreuliches mitzufreuen. Sie helfen vielleicht
manchmal dabei Unausgesprochenem eine Sprache zu geben, ohne dabei belehrend zu
sein, schaffen es aber zugleich auch, Stille auszuhalten. Sie bieten in
unterschiedlichsten Lebenslagen rituelle Unterstützung an oder gestalten
Wort-Gottes-Feiern und bringen Krankenkommunion – in Einrichtungen, aber auch
zuhause. Sie stehen für Fragen zu Religion und Glaube zur Verfügung, ohne zu
bewerten oder zu missionieren. Seelsorger:innen sind gut vernetzt und
vermitteln Unterstützung zu unterschiedlichen Themen. Seelsorger:innen bilden
sich weiter und stärken regelmäßig ihre Kompetenzen. Kurz gesagt:
Seelsorger:innen stehen im Dienst der Menschen und wirken in der Vielfalt der
unterschiedlichsten Lebensentwürfe.
Möglichkeit, durch das Projekt Wissen zu erwerben.
Die Verbindung von Zonta zu unserem Projekt.
Viele von uns trainieren regelmäßig. Kraft-Training, Ausdauer-Training. Yoga. Usw.Und trotzdem fühlen wir uns häufig steif, eingeschränkt oder „alt im Körper“. Oder das Training ist einfach etwas einseitig.Genau hier setzt Ido Portal an – mit einer radikal anderen Sicht auf Bewegung:Movement statt isolierte Muskeln oder Lauf-EinheitenIdo Portal ist kein klassischer Trainer.Er lehrt Movement – also die Fähigkeit, sich vielseitig, effizient und intelligent zu bewegen.Seine Kernidee:Der Körper ist nicht dafür gemacht, Muskeln isoliert zu trainieren, sondern Bewegungen zu beherrschen.Nicht:Wie viel Gewicht bewegst Du?Sondern:Wie viele Bewegungsoptionen stehen Dir zur Verfügung?Die Conor-McGregor-Story: Movement auf höchstem NiveauInternationale Bekanntheit erlangte Ido Portal, als der MMA-Kämpfer Conor McGregor ihn in sein Team holte.Damals war McGregor bereits stark, explosiv und technisch gut.Aber: Er suchte einen entscheidenden Vorteil.Ido Portal veränderte nicht McGregors Kraft – sondern seine Bewegungsqualität:- bessere Körperkontrolle- flüssigere Übergänge- mehr Balance, Timing und Wahrnehmung- effizientere KraftübertragungDas Resultat:McGregor bewegte sich ökonomischer, unberechenbarer und entspannter als seine Gegner.In dieser Phase wurde er:- UFC Featherweight Champion- UFC Lightweight Champion- der erste Doppel-Champion in der UFC-GeschichteMcGregors Aussage dazu sinngemäß:"Movement hat mir geholfen, meinen Körper wirklich zu verstehen.Der entscheidende Unterschied zu klassischem Training"Krafttraining fragt:Welchen Muskel trainiere ich?Movement fragt:Welche Bewegung habe ich verlernt?Viele Menschen sind stark – aber unbeweglich.Aus Jungbrunnen-Sicht ist das entscheidend:Altern zeigt sich zuerst im Verlust von Bewegungsvielfalt, nicht in Falten.Wenn wir uns nur noch:- linear- vorhersehbar- immer gleich bewegen… dann verkleinern wir unseren körperlichen Möglichkeitsraum.Die Jungbrunnen-Frage zum SchlussWann hast Du Dich zuletzt bewegt, ohne zu trainieren? gespielt wie ein Kind einfach mal bewegt und fließen gelassen wie ein Tier neue Winkel genutzt etwas körperlich gelerntNicht für Kalorien.Nicht für Zahlen.Sondern aus Neugier.Vielleicht ist genau das der Punkt, an dem Bewegung wieder das wird, was sie ursprünglich war.
Warum greifen wir immer wieder zur Zigarette, zum süßen Snack oder essen weiter, obwohl wir eigentlich schon satt sind?Der Neurowissenschaftler Dr. Judson Brewer zeigt in seinem TED Talk etwas sehr Befreiendes: Gewohnheiten ändern sich nicht durch Willenskraft – sondern durch Bewusstheit.Und genau hier liegt der Schlüssel für einfache, nachhaltige Veränderung.Unser Gehirn liebt einfache Belohnungen. Rauchen, Süßes oder Snacks liefern kurzfristig ein gutes Gefühl – auch wenn sie uns langfristig schaden.Das Entscheidende laut Brewer:Wir ändern Gewohnheiten nicht, indem wir sie bekämpfen, sondern indem wir sie wirklich wahrnehmen.Ein Raucher, der achtsam raucht, merkt plötzlich: „Das stinkt. Das schmeckt eigentlich widerlich.“Und jemand, der bewusst isst, stellt bei Keks Nummer 3 fest: „Eigentlich bin ich schon satt.“Diese ehrliche Wahrnehmung verändert das Verhalten fast automatisch.Kleine Veränderungen mit großer WirkungHier sind 3 konkrete Handlungsempfehlungen, die Du sofort umsetzen kannst:1) Werde neugierig statt strengBeim nächsten ungesunden Impuls frage Dich nicht: „Warum mache ich das schon wieder?“Sondern: „Wie fühlt sich das gerade wirklich an?“ – Wie schmeckt der Keks wirklich?– Wie fühlt sich Dein Körper danach an?Neugier ist der Anfang jeder Veränderung.2) Iss (oder handle) bewusst langsamMach aus einer automatischen Handlung ein bewusstes Erlebnis:- Kaue langsamer- Spüre Geschmack, Geruch und Sättigung- Lege zwischendurch bewusst eine Pause einOft stellt sich dann ganz von selbst die Erkenntnis ein: „Ich bin satt.“3) Tausche, statt zu verbietenVerbote erzeugen Widerstand – Alternativen schaffen Freiheit.Beispiele:- Statt Snacken → ein Glas Wasser- Statt Stress-Essen → kurzer Spaziergang oder Bewegung- Statt „noch schnell was Süßes“ → bewusst ein kleines Stück genießenFazit: Bewusstsein ist Dein stärkster HebelGenau das ist gelebte Jungbrunnen-Philosophie Bleib neugierig,bleib achtsamund vertraue Deinem Körper.
"Das Leben ist so kurz, dass keine Zeit bleibt für Streitigkeiten, Entschuldigungen, Groll und Rechenschaft. Es bleibt nur Zeit für Liebe, und zwar sozusagen nur für einen Augenblick."*Mark TwainWas macht ein gutes Leben aus?Erfolg? Geld? Ein starker Körper?Oder ist es etwas ganz anderes?Seit über 80 Jahren begleitet die sogenannte Harvard Study of Adult Development mehrere hundert Menschen – von ihrer Jugend bis ins hohe Alter.Untersucht wurden:- Gesundheit- Lebenszufriedenheit- Beziehungen- beruflicher Erfolg- körperliches und geistiges AlternMit einer zentralen Frage:Was hält Menschen wirklich gesund, leistungsfähig und glücklich – ein Leben lang? Ganz im Stile von Prof. Sven Voelpel.Die wichtigste Erkenntnis: Beziehungen schlagen allesDer aktuelle Leiter der Studie, Robert Waldinger, bringt es auf den Punkt:„Good relationships keep us happier and healthier. Period.“Nicht Reichtum.Nicht Ruhm.Nicht ein perfekter Lebenslauf.Sondern stabile, tragende soziale Beziehungen. Erinnerst du dich noch an den Jungbrunnen Faktor soziale Kontakte? Die Studienergebnisse zeigen:- Menschen mit engen, verlässlichen Beziehungen leben länger- Sie bleiben geistig fitter im Alter- Sie erholen sich schneller von Krankheiten- Sie haben weniger chronischen Stress- Und sie sind insgesamt zufriedener mit ihrem LebenBesonders eindrücklich – und alarmierend – ist eine weitere Erkenntnis:Einsamkeit wirkt auf den Körper wie eine tiefgreifende, unbemerkte Krankheit.Menschen, die sich dauerhaft allein fühlen:- altern schneller- sind anfälliger für Krankheiten- verlieren früher geistige Leistungsfähigkeit- fühlen sich unglücklicher – selbst wenn sie objektiv „alles erreicht“ habenQualität schlägt QuantitätDabei geht es nicht um möglichst viele Kontakte.Sondern um Vertrauen, emotionale Nähe, echte Gespräche und das Gefühl, gesehen und gehört zu werden.Eine einzige stabile, wertschätzende Beziehung kann bereits einen enormen positiven Effekt haben.Der Jungbrunnen-Faktor „Soziale Kontakte – gemeinsam jung bleiben“ ist kein „Nice-to-have“, sondern ein echter Gesundheits-Hebel.Soziale Verbundenheit:- senkt Stresshormone- stärkt das Immunsystem- schützt Herz und Gehirn- verbessert Schlaf und emotionale Stabilität- gibt Sinn, Halt und LebensfreudeOder anders gesagt: Jungbleiben ist ein Mannschaftssport.Kleine Jungbrunnen-Impulse für Deinen AlltagFrag Dich heute einmal ganz bewusst: Mit welchen Menschen fühle ich mich wirklich verbunden? Wo könnte ich einen Kontakt vertiefen statt nur „pflegen“? Wen könnte ich einfach mal wieder anrufen – ohne Anlass?Unser Fazit:Wenn Du langfristig jung, gesund und glücklich bleiben willst, dann investiere nicht nur in Deinen Körper – sondern in Deine Beziehungen.P.S.: In der Jungbrunnen Akademie und unseren Retreats entstehen genau solche echten Verbindungen – zu Dir selbst und zu anderen. Vielleicht ist das Dein nächster Schritt.
Aufgaben des Sozialzentrums Pálos Károly und des Kinderschutzdienstes
Welche Art von mentaler Vorbereitungshilfe könnte ein Freiwilliger im Sozialwesen benötigen?
Warum wandern Pflegekräfte und medizinisches Personal ins Ausland ab?Einer der Hauptgründe für die Abwanderung von Pflegekräften und medizinischem Personal ins Ausland ist die niedrige Bezahlung im eigenen Land. Viele Fachkräfte empfinden, dass ihre verantwortungsvolle sowie körperlich und psychisch belastende Arbeit nicht angemessen vergütet wird, während sie im Ausland oft ein Vielfaches verdienen können.Auch die Arbeitsbedingungen spielen eine entscheidende Rolle: Überlastung, Personalmangel und fehlende Ressourcen führen langfristig häufig zu Erschöpfung und Burnout.Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Frage der beruflichen Wertschätzung. Viele Beschäftigte im Gesundheitswesen berichten, dass sie im Ausland mehr Respekt, bessere Arbeitsorganisation und größere Entwicklungsmöglichkeiten erfahren. Der Zugang zu Fortbildungen, modernen Technologien und klaren Karrierewegen wirkt zusätzlich attraktiv.Lebensqualität als zentraler TreiberHinter der Migration stehen oft auch Aspekte der Lebensqualität: eine stabilere Zukunft, eine bessere Work-Life-Balance und mehr finanzielle Sicherheit.Obwohl viele die Arbeit im Ausland zunächst als vorübergehende Erfahrung planen, entscheiden sich letztlich viele dafür, dauerhaft dort zu bleiben. Dies stellt eine erhebliche Herausforderung für das nationale Gesundheitssystem dar.Gehaltsvergleich Ungarn vs. ÖsterreichDas durchschnittliche monatliche Bruttogehalt einer Pflegekraft oder Betreuungsperson in Ungarn liegt bei etwa 290.000 bis 600.000 Forint (ca. 760 bis 1.500 Euro).In Österreich hingegen verdienen Beschäftigte in vergleichbaren Positionen etwa 2.800 bis 3.500 Euro brutto pro Monat (ca. 1 bis 1,4 Millionen Forint).Damit liegen die Gehälter im Gesundheits- und Pflegebereich in Österreich in der Regel 2,5- bis 4-mal höher als in Ungarn.
Aus diesem Grund entscheiden sich viele ungarische Pflegekräfte dafür, in Österreich zu arbeiten.
Bedingungen und Rechtsgrundlage für Freiwilligenarbeit in Ungarn
Was bedeutet Besuchsdienst bei älteren Menschen?
In der Praxis bezeichnet ein Besuchsdienst eine Tätigkeit, die älteren Menschen persönliche Anwesenheit und zwischenmenschlichen Kontakt bietet, insbesondere für jene, die einsam sind, in ihrer Mobilität eingeschränkt sind oder nicht ausreichend familiäre Unterstützung erhalten.
Dabei handelt es sich nicht unbedingt um eine formale sozialrechtliche Kategorie, sondern vielmehr um eine gemeinschaftliche und unterstützende Aufgabe, die von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Kirchen, Gemeinden oder ehrenamtlichen Gruppen organisiert wird.
Bedeutung von Besuchsdiensten in Ungarn
Besuchsdienste für ältere Menschen spielen in Ungarn eine wichtige Rolle, insbesondere bei der Verringerung von Einsamkeit und sozialer Isolation. Diese Angebote werden in der Regel von Gemeinden, kirchlichen Einrichtungen und gemeinnützigen Organisationen getragen und zielen darauf ab, den Alltag älterer Menschen durch regelmäßigen persönlichen Kontakt zu unterstützen.
Die Besuchenden, oft geschulte Betreuungspersonen oder Freiwillige, führen Gespräche mit den älteren Menschen, achten auf deren psychisches Wohlbefinden und melden bei Bedarf auftretende Probleme an das soziale Versorgungssystem. In vielen Fällen leisten sie auch praktische Unterstützung, etwa beim Einkaufen, bei Behördengängen oder beim Besorgen von Medikamenten.
Nutzen für ältere Menschen
Besuchsdienste sind besonders wichtig für Menschen, die allein leben oder deren Familie weit entfernt ist. Die regelmäßige menschliche Nähe vermittelt Sicherheit und trägt wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität und der psychischen Gesundheit bei.
In Ungarn gewinnen solche Programme zunehmend an Bedeutung, da sie wirksame und menschenzentrierte Antworten auf die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft bieten.
Wo sind Besuchsdienste verfügbar?
Sozialabteilung der Gemeinde
Die örtliche Sozialverwaltung kann Auskunft darüber geben, welche Besuchsdienste oder vergleichbare Unterstützungsangebote für ältere Menschen in der jeweiligen Region verfügbar sind.
Zivilgesellschaftliche Organisationen und Kirchen
Viele Organisationen bieten ehrenamtliche Besuchsdienste an, bei denen geschulte Freiwillige ältere Menschen regelmäßig besuchen.
Hauskrankenpflege und mobile Pflege (formelle Dienste)
Offizielle soziale Dienstleistungen wie die häusliche Pflege oder betreutes Wohnen beinhalten häufig regelmäßige Hausbesuche und können somit auch Elemente eines Besuchsdienstes umfassen.
Welche Möglichkeiten für Freiwilligenarbeit gibt es, unabhängig von Sprachkenntnissen?Ich spreche aus eigener Erfahrung.
Altenpflege und statistische Daten in UngarnIn Ungarn wird die Versorgung älterer Menschen, insbesondere die Altenpflege, zunehmend zu einer wichtigen gesellschaftlichen Herausforderung, da der Anteil der älteren Bevölkerung (65+) kontinuierlich steigt. Im Jahr 2025 waren rund 2 Millionen Menschen über 65 Jahre in Ungarn registriert, was etwa 21 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Dies erzeugt erheblichen demografischen Druck sowohl auf das Gesundheits- als auch auf das Sozialsystem.Inanspruchnahme von Altenpflege in UngarnIm Rahmen formeller (staatlicher bzw. kommunaler) sozialer Basisdienste, wie beispielsweise der häuslichen Pflege, zeigt die Zahl der betreuten Personen in den letzten Jahren deutliche Schwankungen. Zwischen 2010 und 2020 ist die Zahl der Nutzer*innen verschiedener sozialer Dienstleistungen teilweise zurückgegangen.Laut Daten des ungarischen Statistikamts (KSH) stieg die Zahl der Personen, die häusliche Hilfe in Anspruch nahmen, von 75.054 auf 92.846 zwischen 2010 und 2020. Dennoch gab es innerhalb dieses Zeitraums auch Phasen des Rückgangs, und bei anderen Leistungen, wie etwa dem Hausnotrufsystem, ist ebenfalls ein Rückgang zu beobachten.Andere Quellen weisen darauf hin, dass aufgrund struktureller Defizite im ungarischen Sozialsystem nach wie vor vergleichsweise wenige ältere Menschen formelle Pflegeleistungen in Anspruch nehmen. Eine Analyse aus dem Jahr 2024 zeigt beispielsweise, dass bei etwa 1,9 Millionen potenziell betroffenen älteren Personen lediglich rund 91.000 tatsächlich häusliche Pflege erhalten. Dies deutet auf eine erhebliche Unterversorgung im Vergleich zum tatsächlichen Bedarf hin.Rolle informeller PflegeNeben den offiziellen Statistiken spielt die informelle Pflege in der ungarischen Gesellschaft eine sehr große Rolle. Diese wird überwiegend von Familienangehörigen geleistet. Schätzungen zufolge gibt es in Ungarn etwa 400.000 bis 500.000 pflegende Angehörige, die meist unbezahlt die Betreuung ihrer Familienmitglieder übernehmen.Verhältnis Pflegebedürftige zu PflegepersonenInternationale und nationale Daten zeigen, dass der Anteil formeller Pflegekräfte im Verhältnis zur älteren Bevölkerung in Ungarn relativ niedrig ist. Laut OECD-Daten kamen im Jahr 2021 in Ungarn etwa 1,8 Pflegekräfte in der Langzeitpflege auf 100 Personen im Alter von 65 Jahren und älter. Dieser Wert liegt deutlich unter dem Niveau vieler entwickelter OECD-Länder, insbesondere in Skandinavien oder Westeuropa.Konkretere nationale Daten zeigen zudem, dass im Bereich der häuslichen Pflege zwischen 2014 und 2020 durchschnittlich etwa 7,7 bis 8,9 betreute Personen auf eine Pflegekraft kamen. Dieser Wert variiert je nach Jahr, verdeutlicht jedoch die vergleichsweise hohe Arbeitsbelastung der Pflegekräfte.ZusammenfassungIn Ungarn ist die Zahl der Personen, die formelle Pflegeleistungen in Anspruch nehmen, zwar in den letzten Jahrzehnten gestiegen, liegt jedoch weiterhin deutlich unter der Zahl der tatsächlich betroffenen älteren Menschen. Gleichzeitig ist die informelle Pflege durch Familienangehörige weit verbreitet und stellt eine oft unsichtbare Belastung für Familien dar.
Das Verhältnis von Pflegekräften zur älteren Bevölkerung ist im formellen System vergleichsweise niedrig, während demografische Entwicklungen, insbesondere der steigende Anteil älterer Menschen, langfristig zusätzliche Herausforderungen für das Versorgungssystem darstellen.
https://www.ksh.hu/apps/shop.kiadvany?p_kiadvany_id=1054930&p_temakor_kod=KSH&p_lang=HU#utm_source=kshhu&utm_medium=banner&utm_campaign=theme-socialis-ellatas
Möglichkeiten für ehrenamtliche Tätigkeiten, basierend auf Ihrem eigenen Beispiel.
Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen und die Ursachen der Einsamkeit im Alter
Der Senior*innenenbericht der Grünen bietet einen umfassenden Einblick in die Herausforderungen älterer Menschen, darunter auch das Thema Einsamkeit. In unserem Artikel im präsentieren wir, die Plattform gegen Einsamkeit und wichtige Aspekte zur Debatte und Lösungsansätze aus ganz Österreich. Lesen Sie hier mehr darüber und die Bedeutung sozialer Verbindungen im Alter.Hier geht es zum Download:GruenerSeniorInnenbericht2023_webHerunterladenEinsamkeit im Alter ist ein komplexes Phänomen, das als subjektiv schmerzhaft empfundener Zustand definiert wird und durch das Fehlen bedeutsamer Sozialkontakte sowie persönliche und situative Faktoren geprägt ist (Peplau & Perlman, 1982). Diese Empfindung kann sich sogar dann auftreten, wenn es Beziehungen in unserem Umfeld existieren. Im Gegensatz dazu beschreibt soziale Isolation eine messbare Beziehungsarmut oder einen Mangel an Kontakten, wie die Größe des sozialen Netzwerks oder die Häufigkeit von Interaktionen. Obwohl nicht zwangsläufig von negativen Gefühlen begleitet, kann sie das Risiko für Einsamkeit erhöhen. Alleinsein hingegen meint die Abwesenheit von anderen Personen, ohne negativ konnotiert zu sein, etwa wenn es sich um einen bewussten Rückzug handelt. Neben der Abwesenheit enger persönlicher Beziehungen kann auch das Fehlen von Unterstützung oder Vernachlässigung durch politische Instanzen mit Einsamkeit in Verbindung gebracht werden (Hertz 2021: 19). Daher gilt die Bewältigung von Einsamkeit und sozialer Isolation als globale gesellschaftliche Herausforderung im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Wenn jemand gleichzeitig mit beiden Aspekten konfrontiert ist, kann es für das Umfeld schwierig sein, die Situation zu erkennen und passende Unterstützung anzubieten. Diese Problematik wird dadurch erschwert, dass Einsamkeit ein tabuisiertes Thema ist, das oft mit Scham behaftet ist, obwohl die Mehrheit der Menschen im Laufe ihres Lebens mit diesem Gefühl konfrontiert wird. Besonders in Lebensabschnitten mit bedeutenden Veränderungen oder einschneidenden Ereignissen, wie dem Eintritt in die Pension, dem Verlust von nahestehenden Personen oder der Mobilität, die Reduktion der Größe des sozialen Netzwerks, Isolierungsmaßnahmen während einer Pandemie oder gesundheitlichen Einschränkungen steigt das Risiko für soziale Isolation und Einsamkeit (Grillich et al. 2023). In Regionen wie Europa, den Vereinigten Staaten, China oder Lateinamerika sind etwa 20-34 % der älteren Bevölkerung betroffen (WHO 2021). Die beträchtlichen Auswirkungen von sozialer Isolation und Einsamkeit auf die Gesundheit älterer Menschen sind durch fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse gut dokumentiert. Hochwertige zwischenmenschliche Beziehungen erweisen sich als entscheidender Faktor für die Förderung der mentalen und körperlichen Gesundheit, der Lebenserwartung sowie des Wohlbefindens und der sozialen Teilhabe (Peböck et al. 2021). Dies spiegelt sich beispielsweise in einem erhöhten Risiko für diverse gesundheitliche Probleme wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, Diabetes, kognitiven Abbau, Demenz, Depressionen, Angstzustände und sogar Suizid wider. Forschungsergebnisse belegen, dass die Auswirkungen von Einsamkeit auf die Sterblichkeit vergleichbar mit bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, Fettleibigkeit und Bewegungsmangel sind (Holt-Lunstad, 2021). Während ältere Menschen besonders anfällig sind, sollte betont werden, dass die Erfahrung von Einsamkeit keinerlei Altersgrenzen unterliegt.Während der Pensionierung können Verlustgefühle auftreten, da mit dem Rückzug aus der Arbeitswelt Kontakte oft verloren gehen, was die Aufrechterhaltung von sozialen Verbindungen erschweren kann (Petrich 2011). Globale Trends zeigen, dass immer mehr ältere Menschen allein leben, während intergenerationale Wohnverhältnisse abnehmen. Im Jahr 2018 lebten in Österreich 37 % der Menschen allein, besonders bei den über 65-Jährigen beträgt dieser Anteil 51 %. Aktuelle Ereignisse, wie Lockdowns, haben gezeigt, dass die Situation für alleinlebende Menschen zu Hause noch herausfordernder sein kann als für Pflegeheimbewohner*innen (Grillich et al. 2023). Wohnortbedingte Faktoren wie Infrastruktur und Nachbarschaftsbeziehungen können ebenfalls das Einsamkeitsrisiko beeinflussen, wobei in städtischen Gebieten eine gute Anbindung und Nähe zu kulturellen Angeboten das Risiko mindern können, während im ländlichen Raum starke Nachbarschaftsbeziehungen schützend wirken (Grillich et al. 2023).Laut Berichten der WHO (2021) empfiehlt es sich, in Zukunft Interventionen auf verschiedenen Ebenen zu entwickeln und umzusetzen: Auf individueller Ebene sollten persönliche oder digitale Interventionen einzeln oder in Gruppen, wie kognitive Verhaltenstherapie, Social Prescribing und nachbarschaftliche Unterstützungsangebote in Betracht gezogen werden. Diese Ansätze fördern individuelle Fähigkeiten und Ressourcen, um soziale Isolation und Einsamkeit wirksam zu bewältigen. Auf kommunaler Ebene ist es essenziell, die Infrastruktur zu verbessern, sei es in Bezug auf Mobilität, digitale Integration, Freiwilligenarbeit oder die Gestaltung der baulichen Umwelt. Die Förderung von altersfreundlichen Gemeinschaften schafft sozial inklusive Umgebungen, die den Austausch und die Interaktion erleichtern. Auf gesellschaftlicher Ebene können Gesetze und politische Maßnahmen eine entscheidende Rolle spielen. Hierbei gilt es, Altersdiskriminierung zu bekämpfen, Ungleichheiten abzubauen und die digitale Kluft zu überwinden. Durch gezielte Maßnahmen werden Grundlagen geschaffen, um soziale Teilhabe und Solidarität zwischen Generationen Menschen nachhaltig zu fördern.QUELLENHertz, N. (2021): Das Zeitalter der Einsamkeit. Über die Kraft der Verbindung in einer zerfaserten Welt. Hamburg: HarperCollins.Holt-Lunstad J. (2021): The Major Health Implications of Social Connection. Current Directions in Psychological Science. 30(3): 251-259.Grillich, L.; Titscher, V.; Klingenstein, P.; Kostial, E.; Emprechtinger, R.; Klerings, I.; Sommer, I.; Nikitin, J.; Laireiter, A.R. (2023). The effectiveness of interventions to prevent loneliness and social isolation in the community-dwelling and old population: an overview of systematic reviews and meta-analysis. European Journal of Public Health, 33:2: 235-241 Peböck, M., Arzt, S., Hagmüller, T., Hartl, S.,Hauck, B., Maier, S., Menges, M., Oelmack, G.,Pfaunz, S., Rasoly, H., Redl, B., Robatscher, T., Rohrauer, S., Rohrböck, T., Ruhdorfer, A. Weingartsberger, L., Wolf, M., Zahirovi E. (2021): https://www.jku.at/fileadmin/gruppen/120/Publikationen_und_Downloads/Downloads/Publikationen/Lehrforschung_Endberichte/Einsamkeit_im_alter_design_final.pdfPeplau L. A., Perlman D. (1982): Loneliness: A sourcebook of current theory, research and therapy. New York: Wiley.Petrich, D (2011): Einsamkeit im Alter. Notwendigkeit und (ungenutzte) Möglichkeiten Sozialer Arbeit mit allein lebenden alten Menschen in unserer Gesellschaft. Jena: FachhochschuleWorld Health Organization, International Telecommunications Union, United Nations Department of Economic and Social Affairs (2021): https://www.who.int/teams/social-determinants-of-health/demographic-change-and-healthy-ageing/social-isolation-and-loneliness
Spätabends in Paris, am 23. November 1654 gegen halb elf. Es ist dunkel draußen, die Gaslaternen sind noch nicht erfunden. Drinnen nur das Flackern von Kerzenlicht an den Wänden. Blaise Pascal, 31, sitzt allein in seinem Zimmer. Er ist eine Koryphäe der Wissenschaft, ein Pionier der Wahrscheinlichkeitstheorie.Jetzt sitzt Pascal nur da, allein mit sich selbst, und starrt ins Nichts.Aus diesem Nichts überkommen ihn große Gefühle, lebensverändernd große. Er greift zur Feder, schreibt immer wieder das Wort "FEUER" aufs Pergament, unterstreicht es mehrfach. Was er empfindet, ist ungeheuer. Er schreibt "Gewissheit. Freude. Empfinden. Friede". Dieses Stück Papier näht er später in das Futter seines Rocks ein, als Erinnerung an diesen Moment.Lange nach dieser besonderen Nacht formuliert Blaise Pascal einen der berühmtesten Sätze der Philosophiegeschichte: "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen."Pascal wusste, wovon er sprach. Er war selbst ein Gschaftler, ein rastloses Wunderkind. Mit 16 revolutionierte er die Geometrie. Er erforschte das Vakuum. Er erfand die erste mechanische Rechenmaschine. Nebenbei focht er die Dogmen der Kirche an. Ein paar Jahre vor seinem frühen Tod im Jahr 1662 stellte er das erste öffentliche Nahverkehrsnetz der Welt auf die Beine, die carrosses à cinq sols in Paris, Vorläufer der heutigen Busse, gezogen von Pferden.So viel leistet niemand, der in sich ruht. Pascal war ein Getriebener, immer auf der Jagd nach dem nächsten Triumph, nach Anerkennung, nach Ablenkung. Bis zu jener Feuernacht, in der es ihm gelang, es ein paar Stunden mit sich selbst auszuhalten.Stellen Sie sich vor, da ist ein Mensch, der Ihnen ständig auf der Pelle sitzt, jahrelang, jahrzehntelang. Er folgt Ihnen überallhin, liegt Ihnen in den Ohren, belehrt Sie, korrigiert Sie, beleidigt Sie manchmal sogar. Er lässt seine Launen an Ihnen aus. Ihm können Sie nichts vormachen. Er durchschaut Sie. Dieser Mensch sind Sie selbst.Natürlich ist es unangenehm, dauernd mit jemandem zusammen rumhängen zu müssen, den man gar nicht richtig kennt. Sie haben die Wahl: Sie können die Anwesenheit dieses Menschen als notwendiges Übel nehmen, als einen lästigen Bekannten, der halt immer dabei ist – so wie Blaise Pascal, der Rastlose. Oder Sie wenden sich ihm zu, so wie Pascal allein in seinem Zimmer.Alleinsein ist eine Kunst, die in Vergessenheit gerät. Psychologen der University of Michigan schrieben im Februar 2025 in einer Studie über das "Einsamkeitsparadox": Demnach stellen die Medien den Zustand des Alleinseins überwiegend negativ dar. In den Berichten ist fast immer davon die Rede, wie schädlich Alleinsein sei, und fast nie von dessen Segen. Einsamkeit sei so schädlich wie Rauchen oder Alkohol, fördere Diabetes, Demenz, Depression und Herzkrankheiten. Alle warnen vor der "Einsamkeitsepidemie". Die britische Regierung hat im Jahr 2018 den Posten einer "Einsamkeitsbeauftragten" geschaffen. Das deutsche Familienministerium hat eine "Strategie gegen Einsamkeit" entwickelt.Einsamkeit ist ein subjektives, negatives Gefühl. Alleinsein dagegen ist objektiv: niemand da, nur ich selbst. Alleinsein kann Mangel sein, beispielsweise im Gefängnis. Oder Fülle, etwa im Kloster. Wer im Alleinsein stets nur den Mangel sieht, wird die Fülle nicht finden. © Isabel SeligerSo wird Alleinsein zum Stigma. In Gesellschaften, in denen eine negative Grundhaltung gegenüber dem Alleinsein verbreitet ist, fühlen sich die Menschen besonders einsam. Die "Einsamkeitsepidemie" wird zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Weil wir pausenlos vor Einsamkeit gewarnt werden, haben wir verlernt, zu unterscheiden: Es gibt die schmerzhafte, unfreiwillige Einsamkeit und das gewählte, wohltuende Alleinsein. Welchen dieser zwei Zustände ein Mensch erlebt, hängt nicht nur von seiner sozialen Situation ab, sondern auch von ihm selbst. "Einsamkeit hat nicht nur mit unseren Beziehungen zu anderen Menschen zu tun", sagt der Psychologe Ethan Kross, Mitautor der Michigan-Studie, "sie hat auch mit unserer Beziehung zu unserer Zeit des Alleinseins zu tun."Die Furcht vor der Stille ist die Kraft, die uns immer wieder zum Smartphone greifen lässt – und das Smartphone befeuert diese Furcht weiter. Mit dem Gerät in der Hand sind wir nie richtig allein und können nie richtig beisammen sein.Einsamkeit entsteht aus einer Diskrepanz zwischen den Beziehungen, die ein Mensch hat, und den Beziehungen, die er sich wünscht. Diese Diskrepanz kann auch inmitten von Menschen auftreten, vielleicht in einem vollen Café, umgeben von Hunderten Online-"Freunden". Einsamkeit ist unfreiwillig, ein schmerzlicher Mangel – schmerzlich im wörtlichen Sinn. Bei Einsamkeit sind dieselben Gehirnregionen aktiv wie bei körperlichem Schmerz, zeigen bildgebende Studien. Chronische Einsamkeit fördert Stress und Entzündungen, schwächt das Immunsystem und ist ein Risikofaktor für Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Demenz.Einsamkeit ist ein subjektives, negatives Gefühl. Alleinsein dagegen ist objektiv: niemand da, nur ich selbst. Alleinsein kann Mangel sein, beispielsweise im Gefängnis. Oder Fülle, etwa im Kloster. Wer im Alleinsein stets nur den Mangel sieht, wird die Fülle nicht finden. Wenn das Leben ihn dann – durch einen Umzug, eine Trennung, eine Pandemie – dazu zwingt, äußerlich allein zu sein, gerät sein innerer Raum aus den Fugen. Der Zustand kippt unweigerlich in toxische Einsamkeit.Die Fähigkeit, mit sich allein zu sein, ist daher die beste Prävention gegen die Einsamkeit. Dieser Zusammenhang ist auch durch empirische Studien belegt: Menschen, die gelernt haben, Alleinsein positiv zu erleben, fühlen sich deutlich weniger einsam, auch wenn sie objektiv viel Zeit allein verbringen. Wenn es gut läuft, ist Alleinsein das Gegenteil von Einsamkeit.Wie geht das? Wie gelingt es, den Raum, in dem wir nur mit uns selbst sind, nicht als Gefängnis, sondern als Ort der Geborgenheit zu erleben, als Heimat? Die Antwort liegt, vielleicht unerwartet, in den Beziehungen zu anderen Menschen. Es wird viel darüber geredet und geschrieben, was eine gute Beziehung ausmacht: eine erfüllende Partnerschaft, eine beständige Freundschaft, eine liebevolle Eltern-Kind-Beziehung. Manchmal vergisst man darüber die wichtigste und längste Beziehung, die ein Mensch führt: die zu sich selbst.Warum kommen manche Menschen besser mit sich selbst aus als andere? Dieser Frage ging der englische Kinderarzt Donald Winnicott in den 1950er-Jahren nach. Er arbeitete während und nach dem Zweiten Weltkrieg mit Kindern und Müttern. Darunter waren viele Kinder, die durch den Krieg ihre Eltern verloren hatten. Donald Winnicott begleitete sie über Jahre, um zu verstehen, wie die frühen Bindungen eines Menschen sein späteres Leben prägen. Ihm fiel auf, dass die Fähigkeit, in der Stille mit sich allein zu sein – als etwas Positives, nicht als Angst oder pathologischer Rückzug –, in der Fachliteratur kaum behandelt worden war. Frühere Psychoanalytiker hatten zwar viel über die Angst vor dem Alleinsein geschrieben, aber wenig über die gesunde Fähigkeit dazu. Winnicott prägte den Begriff von der capacity to be alone: der Fähigkeit, allein zu sein. Seine wichtigste Erkenntnis dazu ist scheinbar widersinnig: Diese Fähigkeit entsteht durch gute Erfahrungen mit anderen Menschen.In seiner Arbeit mit Kriegskindern beobachtete Winnicott, dass die Fähigkeit, allein mit sich selbst auszukommen, nicht angeboren ist. Kinder lernen sie in Anwesenheit der Mutter. Stellen Sie sich ein Kleinkind vor, das auf dem Boden sitzt und spielt, während die Mutter ruhig im selben Raum liest oder Tee trinkt. Das Kind ist in sein Spiel vertieft – und doch ist da diese verlässliche Präsenz im Hintergrund. Die Mutter schaut nicht ständig hin, korrigiert oder mahnt nicht. Sie ist einfach da. In dieser Situation erfährt das Kind laut Winnicott ein Gefühl von Sicherheit, auch wenn es gerade keinen direkten Kontakt zur Bezugsperson hat. Es lernt, dass alles in Ordnung ist, auch wenn gerade niemand nach ihm schaut. Es verinnerlicht dieses Gefühl der Geborgenheit. Nun kann es sich anderen Menschen verbunden fühlen, auch wenn sie gerade nicht physisch anwesend sind.Dieser Prozess ist keine Hexerei. Donald Winnicott sprach von der good-enough mother: einer Mutter, die nicht perfekt sein muss, aber verlässlich und einfühlsam genug ist, um ihrem Kind ein Urvertrauen zu vermitteln. Im Kind wächst die Gewissheit: "Ich kann auch allein sein, ohne mich verlassen zu fühlen."Im Gegenzug neigen auch Menschen, die in ihren frühen Jahren wenig Zuwendung und Anerkennung erfahren haben, dazu, diese Erfahrungen zu verinnerlichen. Sie entwickeln eher ein negatives Selbstbild. "Du bist nichts wert" – diese Botschaft der anderen bleibt hängen. Sie wird verinnerlicht zu: "Ich bin nichts wert". Wer so durchs Leben geht, sehnt sich vielleicht nach Liebe, aber wenn ein anderer Mensch dieser Person mit Liebe begegnet, reagiert sie mit Misstrauen und Zurückweisung. Sie denkt: "Wie kann dieser Mensch mich wirklich lieben, sieht er nicht, dass ich im Grunde ein schlechter Mensch bin?" Wer sich selbst nicht mag, ist schneller einsam.Spätere Psychologen haben die Einsicht von Donald Winnicott bestätigt: Kinder mit sicherer Bindung entwickeln eine deutlich bessere Fähigkeit, allein zu sein. Für Kinder mit unsicherer Bindung ist Alleinsein mit existenzieller Angst verbunden. Es ist ein Echo früherer Momente, in denen die Bezugsperson nicht für sie da war.Die Fähigkeit, allein zu sein, ist mit den Erfahrungen als Kind nicht in Stein gemeißelt. Es ist später noch möglich, Selbsthass zu überwinden. Die Fähigkeit, allein zu sein, lässt sich auch im Erwachsenenalter entwickeln. Menschen, die Schwierigkeiten haben, ihre Verlassenheitsängste zu überwinden, können in einer Therapie lernen, innere Sicherheit aufzubauen.Der Weg, gute Beziehungen zu anderen Menschen zu finden, ist der Weg zu einer guten Beziehung zu sich selbst – es ist derselbe Weg. Pflegen Sie diese spezielle Beziehung zu sich selbst. Gehen Sie mal allein mit sich essen. Nur Sie und Sie. Besuchen Sie mit sich ein Museum. Machen Sie mit sich lange Spaziergänge. Reden Sie mit sich. Was man so tut, um einen Menschen kennenzulernen. Nicht zu viel auf einmal, es muss nicht gleich ein ganzer Urlaub allein sein. Seien Sie nett zu sich. Vielleicht sind Sie schüchtern. Am Anfang mag es sich noch fremd anfühlen, so ganz allein mit sich selbst. Dafür gibt es keine Differenzen bei den Interessen, und die Terminabsprachen sind einfacher. Unternehmungen mit sich selbst sind kein Mangel, sondern Souveränität: "Ich tue das gern allein mit mir."Wer ein gutes Verhältnis zu sich selbst hat, kann die Rolle seiner ersten Bezugspersonen übernehmen: sich beruhigen, sich trösten, sich ermutigen. Die Psychologin Thuy-vy Nguyen hat in ihren Studien zum Alleinsein einen "Deaktivierungseffekt" beobachtet: Wer allein und ohne Ablenkung eine Viertelstunde ruhig dasitzt, kann Emotionen wie Wut oder Nervosität deutlich reduzieren. Diese Wirkung hielt in den Studien manchmal eine ganze Woche lang an. Nicht durch Small Talk, sondern durch Alleinsein beruhigt sich das aufgewühlte Gemüt. Alleinsein ist der Aus-Knopf für die unablässige Stimulation durch die Aufmerksamkeitsökonomie – für all die Empörung, den Neid, die Angst, etwas zu verpassen. Aus FOMO (fear of missing out) wird JOMO (die Freude, joy, etwas zu verpassen).
Lyrik hat den Ruf, in kleinen Theatern bei Kerzenschein vor einer Handvoll Leute stattzufinden. Claras Publikum ist etwas größer: Sie postet Gedichtvideos bei Instagram und TikTok und erreicht damit Millionen. Ihr erstes Buch, ein Band mit 101 Texten, trägt den Titel Wehe du gibst auf. Warum Clara sich nach ihrem Studium doch gegen die Laufbahn als Deutschlehrerin entschieden hat, wie man junge Menschen für Gedichte begeistert und was man auf einer Beerdigung sagen kann, erzählt sie in dieser Folge vom ZEIT-Campus-Podcast Und was macht die Uni?.In Claras Gedichten geht es um Liebe und Freundschaft, um den Tod und verloren geglaubte Hoffnung, um die Klimakrise und Trauer. Viele dieser Texte sind während ihrer selbst auferlegten Instagram-Challenge entstanden: Während der Pandemie postete Clara jeden Tag ein Video, in dem sie ein Gedicht vorträgt. "Ich war gerade frisch nach Berlin gezogen und habe mich sehr einsam gefühlt", sagt die 26-Jährige über diese Zeit. Was sie gegen den Teufelskreis der Einsamkeit getan hat und was sie anderen raten würde, denen es gerade ähnlich geht, verrät sie im Podcast. Clara nennt sich selbst Poetry Artist, das klinge "weniger aus der Zeit gefallen als Dichterin". Ihre Kunst bringt sie in Form von Workshops auch in Klassenzimmer. Denn mit ihren Texten möchte sie das Denken ihrer Leser:innen verändern. "Ich bin nicht delusional. Aber ich glaube, dass der richtige Text zur richtigen Zeit sehr viel in einem anstoßen kann", sagt Clara. Ein Satz, der sie schon seit ihrer Kindheit begleitet, sei: "Die Gedanken sind frei." Im Podcast erzählt sie außerdem, was sie im Lehramtsstudium fürs Leben gelernt hat, wer ihr gerade zwischen vielen Krisen Hoffnung gibt und wie ihr Opa sie zur Geschichtenerzählerin machte.Und was macht die Uni? wird moderiert von Charlotte Köhler und Christoph Farkas. Die nächste Folge erscheint am 14. Oktober.
Vorstellung der Gemeinde des Bezirks Zala und ihrer Beziehungen zu Organisationen
Warum hielt unser Freiwilliger Simon Benedek es für wichtig, an dem Projekt teilzunehmen?
Wenn Menschen älter werden, verändert sich ihre soziale Welt. Freunde sterben, Partner fallen weg, Kinder leben an anderen Orten, das gewohnte Umfeld löst sich langsam auf. Für viele beginnt dann ein Leben in engeren Kreisen, manchmal auch in völliger Isolation. Besonders in ländlichen Regionen, wo Entfernungen groß und Angebote rar sind,verstärkt sich dieser Rückzug. Doch die Einsamkeit ist nicht nur eine emotionale Erfahrung, sie ist ein Gesundheitsrisiko. Studien zeigen, dass Vereinsamung ähnliche Folgen haben kann wie Rauchen oder Übergewicht. Sie schwächt das Immunsystem, erhöht das Risiko für Depressionen und wirkt sich negativ auf die kognitive Leistungsfähigkeit aus.Digitale Fähigkeiten bieten in dieser Situation einen Schlüssel, der nicht weniger wichtig ist als der Haustürschlüssel zur eigenen Wohnung. Sie öffnen Zugänge zu sozialen Kontakten, zu Information, zu Bildung, zu Kultur undzu Unterstützungssystemen. Wer mit Smartphone, Tablet oder Laptop umgehen kann, hat die Möglichkeit, ein Stück Selbstbestimmung und Freiheit zu bewahren.Doch gerade hier zeigt sich ein tiefer Graben. Während Jüngere selbstverständlich mit digitalen Medien aufwachsen, erleben viele ältere Menschen Technik als etwas Fremdes, Unnahbares, manchmal sogar Bedrohliches.Der Gedanke, eine App herunterzuladen, sich in einer Online-Gruppe zu registrieren oder einen Videoanruf zu starten, wirkt einschüchternd. Oft fehlt es an geduldiger Begleitung, an verständlicher Sprache oder an Möglichkeiten,in kleinen Schritten Vertrauen aufzubauen.Digitale Welt und TeilhabeDie Relevanz digitaler Fähigkeiten im Alter ist mehrschichtig. Sie betrifft das persönliche Wohlbefinden, die gesellschaftliche Teilhabe und die Frage, wie wir als Gemeinschaft mit der wachsenden Zahl älterer Menschen umgehen.Digitale Fähigkeiten sind kein Luxus, sie sind ein soziales Grundrecht. Wer ausgeschlossen bleibt, verliert nicht nurUnterhaltungsmöglichkeiten, sondern den Zugang zu wesentlichen Informationen. Behördenwege, Gesundheitsangebote, soziale Dienste – vieles verlagert sich ins Internet. Wer hier nicht mitkommt, wird zum Zuschauer einer Welt, in der er doch eigentlich mitspielen sollte.Warum ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, dieses Thema ernst zu nehmen? Weil die Gesellschaft altert. In Europa wird der Anteil der über 65-Jährigen in den nächsten Jahren deutlich steigen. Gleichzeitig schreitet dieDigitalisierung in rasantem Tempo voran. Die Lücke zwischen jenen, die mithalten können, und jenen, die zurückbleiben, wächst täglich. Wenn wir jetzt nicht investieren, riskieren wir eine neue Form der Ausgrenzung, die schwerer wiegt als die räumliche Distanz: die digitale Isolation.Lebenslanges Lernen, um am Ball zu bleiben und die Konsequenzen, wenn man es nicht tut... Ältere Menschen, die keinen Zugang zur digitalen Welt haben, können nicht an Online-Arztterminen teilnehmen, keine Bankgeschäfte mehr selbstständig erledigen und verlieren den Kontakt zu Freunden und Familienmitgliedern, die sich längst über digitale Kanäle austauschen. Enkel schicken Fotos über Messenger, Treffen werden über WhatsApp organisiert, Informationen verbreiten sich in sozialen Medien. Wer hier nicht präsent ist, erlebt einen schmerzhaften Ausschluss, der das Gefühl von „nicht mehr dazuzugehören“ verstärkt.Die Konsequenzen lassen sich in fünf Kernpunkten verdichten:Digitale Kompetenzen schaffen Teilhabe, auch wenn Mobilität eingeschränkt ist. Ein einfacher Videoanruf kann Welten öffnen, wenn der Weg ins Café oder zum Verein zu beschwerlich geworden ist.Sie eröffnen Zugang zu Gemeinschaft, Information und Bildung. Ob Online-Kurse, Nachrichtenportale oder virtuelle Lesezirkel – die Möglichkeiten sind vielfältig.Sie reduzieren Abhängigkeit und fördern Selbstbestimmung. Wer Überweisungen online tätigt, behält Kontrolle über seine Finanzen und muss nicht andere um Hilfe bitten.Sie sind Voraussetzung für moderne Unterstützungsangebote wie Telemedizin oder digitale Pflegeplattformen. Gerade im ländlichen Raum kann das Leben retten oder zumindest erleichtern.Sie stärken das Gefühl, weiterhin ein aktiver Teil der Gesellschaft zu sein. Wer sich einbringt, mitdiskutiert, seine Erfahrungen teilt, bleibt sichtbar und wirksam. Verbunden bleiben – digitale Kompetenzen als Schlüssel zur Würde im AlterEs reicht nicht, Geräte zu verteilen. Technik muss erklärt, geübt und begleitet werden. Am besten in vertrauten Umgebungen, mit klarer Sprache, wiederholten Übungen und geduldigen Helfern. Erfolgreiche Projekte zeigen, dass generationenübergreifendes Lernen besonders wirksam ist. Enkel, die Großeltern beim Umgang mit Smartphonesunterstützen, schaffen nicht nur Wissen, sondern auch Nähe. Ebenso wichtig sind ehrenamtliche Initiativen, die Schulungen anbieten, oder Gemeindezentren, die als Anlaufstellen dienen.Die Förderung digitaler Fähigkeiten im Alter ist auch ein politisches Thema. Es braucht Strategien, die systematisch auf diesen Bereich eingehen. Digitale Teilhabe darf nicht vom Geldbeutel abhängen. Wenn Tablets und Internetanschlüsse zu teuer sind, dann bleiben die Vorteile ein Privileg weniger.Ein weiterer Aspekt ist die psychologische Dimension. Viele ältere Menschen haben Angst, Fehler zu machen. Sie fürchten, etwas kaputtzumachen oder sich lächerlich zu machen. Diese Hemmschwelle ist ernst zu nehmen.Schulungsprogramme sollten deshalb eine Kultur der Ermutigung vermitteln. Jeder Klick ist ein Schritt. Jede kleine Handlung ein Erfolg. Wer hier Anerkennung erfährt, baut Selbstvertrauen auf und entwickelt Freude am Entdecken. Wir sollten auch die Chancen nicht unterschätzen, die digitale Räume speziell für ältere Menschen bieten. Virtuelle Gesprächsgruppen, Online-Selbsthilfegruppen oder digitale Erzählcafés schaffen Orte, an denen Erfahrungen geteilt werden können. Menschen, die geografisch weit voneinander entfernt leben, können miteinander in Kontakt treten. Gerade in der Phase, in der körperliche Mobilität abnimmt, eröffnet die digitale Welt einen zweiten Raum der Freiheit.Es gibt dabei einen wichtigen Punkt: Digitale Fähigkeiten lösen Einsamkeit nicht automatisch. Sie sind kein Ersatz für persönliche Nähe, für eine Umarmung, für das gemeinsame Kaffeetrinken. Aber sie sind eine Brücke. Sie erweitern die Möglichkeiten, Kontakt zu halten, und können das Risiko von Isolation spürbar verringern.Wenn wir auf die Zukunft blicken, dann müssen wir uns fragen:Welche Gesellschaft wollen wir sein? Eine, die Menschen im Alter auf sich allein stellt, oder eine, die sie unterstützt, Werkzeuge zu nutzen, die Teilhabe ermöglichen? Die Antwort sollte klar sein.Der Ausbau digitaler Fähigkeiten im Alter ist ein Beitrag zur Würde. Er zeigt, dass wir Menschen nicht auf ein Abstellgleis drängen, sobald sie älter werden, sondern dass wir sie weiterhin als aktive Mitgestalter sehen. Und er ist ein Beitrag zur Gerechtigkeit, weil er sicherstellt, dass Fortschritt nicht spaltet, sondern verbindet.Am Ende geht es um etwas Einfaches: Niemand sollte im Alter das Gefühl haben, überflüssig oderabgekoppelt zu sein. Wer Technik versteht, bleibt verbunden – mit anderen, mit der Gesellschaft, mit sich selbst.
Sind Werte grenzenlos?Europa ist ein Kontinent voller Linien. Grenzen verlaufen durch Länder, Regionen, Kulturen und manchmal auch durch Familien. Über Jahrhunderte hinweg waren diese Grenzen Orte der Trennung, des Misstrauens und der Abschottung. Doch gleichzeitig waren sie immer auch Orte der Begegnung. Märkte, Pilgerwege, Klöster, Handelsrouten und Kirchen verbanden Menschen über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg. Heute, im 21. Jahrhundert, stehen wir erneut vor derFrage: Wie gestalten wir das Zusammenleben in einer Welt, die zwar global vernetzt ist, aber in vielen Köpfen noch immer geteilt bleibt?Christliche Werte können hier einen Kompass bieten. Sie sind kein historisches Relikt, sondern ein Fundament, das auch in säkularen Gesellschaften Orientierung gibt. Werte wie Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Verantwortung und Solidarität sind keine exklusiven Glaubenssätze. Sie sind Prinzipien des menschlichen Miteinanders. Wenn wir über intergenerative Solidarität im grenzübergreifenden Kontext sprechen, geht esgenau darum: diese Werte praktisch zu leben.Warum gerade jetzt? Weil unsere Gesellschaften gleichzeitig altern und sich kulturell verändern. Weil Einsamkeit, soziale Spaltung und Nationalismen wachsen. Weil Generationen Gefahr laufen, nebeneinander statt miteinander zu leben. Und weil Grenzen – trotz offener Schengen-Räume – wieder spürbarer werden, sei es durch politische Konflikte, durch Migrationsthemen oder durch wirtschaftliche Unterschiede.Die Frage ist also nicht, ob christliche Werte und intergenerative Solidarität relevant sind, sondern wie wir sie bewusst neu beleben können.Die Bedeutung der GenerationenverbindungEine Gesellschaft, die ihre älteren Mitglieder nur als Pflegefall oder Kostenfaktor betrachtet, verliert ihre Wurzeln. Eine Gesellschaft, die ihre jüngeren Mitglieder überfordert oder ausbremst, verliert ihre Zukunft.Intergenerative Solidarität bedeutet, dass beide Seiten Verantwortung füreinander übernehmen. Sie lebt davon, dass Erfahrung weitergegeben und gleichzeitig Neues zugelassen wird.In christlicher Tradition war dieses Miteinander immer zentral. Familienverbände, Klöster oder Pfarren waren Orte, an denen Alt und Jung zusammenkamen. Der Glaube gab einen Rahmen, der nicht nur spirituell, sondern auch sozial wirkte. Heute ist dieses Gefüge oft brüchiger. Familien leben verstreut, religiöse Bindungen sind schwächer geworden. Doch das Bedürfnis nach Orientierung und Zugehörigkeit bleibt bestehen.Gerade in Grenzregionen zeigt sich, wie stark diese Solidarität wirken kann. Wer in Kärnten, Friaul, Slowenien oder Ungarn lebt, weiß, dass Grenzen keine Mauern sein müssen. Viele Menschen haben Nachbarn, Freunde oderVerwandte auf der anderen Seite. Feste, Märkte, Vereine und Kirchenfeste überschreiten oft schon lange die offiziellen Linien. Intergenerative Solidarität in diesem Umfeld bedeutet, dass sich junge Menschen von Traditionen inspirieren lassen und Ältere von neuen Ideen profitieren.Christliche Werte im HeuteGrenzübergreifende Solidarität als ChanceGrenzräume sind mehr als Linien auf der Landkarte. Sie sind Laboratorien für Zusammenleben. Wer hier lebt, weiß um die Vorteile und Herausforderungen von Vielfalt. Ein grenzübergreifendes Projekt, das Jung und Alt zusammenbringt, kann weit mehr bewirken als reine Freizeitgestaltung. Es schafft Räume des Austauschs, der Erinnerung und der Hoffnung.Ein Beispiel: Ältere Menschen erzählen ihre Kriegserfahrungen, während jüngere sie digital dokumentieren und zugänglich machen. Daraus entstehen Archive, die nicht nur Geschichte bewahren, sondern auch Dialog fördern. Ein anderes Beispiel: Grenzüberschreitende Besuchsdienste, bei denen Jugendliche aus Österreich ältere Menschen in Ungarn besuchen und umgekehrt. Sprache und spielerisches Miteinander werden dabei zur Brücke, nicht zum Hindernis.Diese Initiativen zeigen, dass christliche Werte nicht an Konfessionsgrenzen Halt machen. Katholiken, Protestanten, Orthodoxe, aber auch Menschen ohne religiöse Bindung teilen die gleiche Sehnsucht: in Würde alt zu werden, gebraucht zu werden, verbunden zu bleiben.Grenzen sind von Menschen gemacht. Solidarität ist von Herzen gewollt. Wer christliche Werte ernst nimmt, erkennt, dass Verantwortung nicht am Gartenzaun oder an der Staatslinie endet. Sie beginnt dort erst recht.Intergenerative Solidarität im grenzübergreifenden Kontext ist mehr als ein Schlagwort. Sie ist die gelebte Antwort auf Einsamkeit, Ausgrenzung und Spaltung. Sie zeigt, dass die Würde des Menschen nicht von Alter, Herkunft oder Nationalität abhängt. Und sie macht deutlich, dass eine Gesellschaft, die auf Werten ruht, krisenfester, menschlicher und zukunftsfähiger ist.Am Ende geht es nicht darum, perfekte Konzepte und Projekte zu entwickeln. Es geht darum, anzufangen. Einen Besuch zu machen. Ein Gespräch zu führen. Eine Brücke zu bauen. Kleine Schritte, getragen von großen Werten. Denn wenn wir Verantwortung über Grenzen hinweg teilen, schaffen wir etwas, das stärker ist als jede Trennung:Gemeinschaft mit Zukunft in einem friedlichen Europa!
Krisen sind Teil des Lebens. Ob Krankheit, Verlust, berufliche Rückschläge oder globale
Herausforderungen – niemand bleibt verschont. Doch warum gelingt es manchen
Menschen, trotz harter Schicksalsschläge standzuhalten, während andere an
denselben Erfahrungen zerbrechen? Ein Schlüssel liegt in der Resilienz, der
inneren Widerstandskraft. Und eine der überraschendsten, aber wirkungsvollsten
Ressourcen dieser Widerstandskraft ist Humor.
Wir Menschen brauchen Feste. Sie geben uns Halt, Freude und
lassen uns Verbundenheit zueinander spüren.
Besonders das Osterfest hat dabei für Christinnen und
Christen einen besonderen Stellenwert. Sagt uns dieses Fest doch, dass das
Leben stärker ist als der Tod und die Hoffnung stärker als die Angst.
Beim Feiern von Festen, wie dem Osterfest ist das gesamte
Gehirn aktiv. Besonders drei Bereiche sollten hier erwähnt werden:
1.
Gemeinschaft und soziale Beziehungen
Beim Feiern mit anderen Menschen werden
Netzwerke, die für Bindung und Vertrauen verantwortlich sind, aktiviert. Dies
geschieht über die Ausschüttung von Botenstoffen wie Oxytocin, das auch als
Bindungs- oder Kuschelhormon bekannt ist und Dopamin der Belohnungsbotenstoff.
Dadurch wird das Gefühl von Nähe, Freude und Zugehörigkeit gefördert und das
Empfinden von Einsamkeit reduziert.
2.
Positive Gefühle und Belohnung
Gemeinsame Tätigkeiten wie Singen, Lachen,
Essen oder Beten aktivieren das Belohnungssystem des Gehirns. Durch das Erleben
positiver Emotionen wird die Ausschüttung von Stresshormonen gesenkt.
3.
Sinn und Orientierung
Rituale und Feste wie das Osterfest erzählen
sinnstiftende Geschichten von Leid und Tod, aber auch von neuem Leben. Wenn wir
Lebensereignissen einen Sinn geben und diese für uns einordnen können, stärken
wir damit das Frontalhirn. Dieses ist für unser Selbstbild und unsere
Zukunftsplanung zuständig. Das kann dabei helfen, herausfordernde Erfahrungen
besser zu verarbeiten.
Diese Feste sind auch mit bestimmten Ritualen verbunden.
Dabei handelt es sich um wiederkehrende Handlungen mit fester Struktur und
Bedeutung, wie beispielsweise das Kreuzzeichen oder das gemeinsame Singen.
Wiederholung und vertraute Abläufe stärken damit
Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn.
Das Hirn liebt Muster - wie beim Befolgen von Ritualen. Wenn
der Ablauf von Situationen bekannt ist, sinkt die Aktivität in der Amygdala,
die vor allem für negative Emotionen wie Angst verantwortlich ist, was uns
entspannter macht. Außerdem fühlen wir uns aufmerksamer, wenn das Hirn nicht
mit Unsicherheiten konfrontiert ist und sich auf das hier und jetzt
konzentrieren kann.
Besonders bei Personen mit kognitiven Einschränkungen wie
beispielsweise einer beginnenden Demenz zeigt sich, dass gerade bekannte
Rituale aus der Kindheit wie Lieder und Gebete besonders lang erhalten bleiben
und Orientierung geben können.
Wenn Sie sich für Gedächtnistraining zum Thema Ostern bei
Personen mit kognitiven Einschränkungen Interessieren finden Sie in diesem
Artikel einige Anregungen.
Quellen:
https://www.pausenkicker.de/rituale-gehirnaktivitaet-stressabbau-konzentration/
Holt-Lunstad J., Smith TB., Layton JB. (2010) Social Relationships and
Mortality Risk: A Meta-analytic Review. PLoS Med 7(7): e1000316. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1000316
https://www.caritas-altenhilfe.de/startseite/rituale-bei-demenz
Spitzer M. (2008) Nervenkitzel: Neue Geschichgten vom Gehirn”
Suhrkamp: Berlin.
Ostern ist ein Fest der Freude und der Hoffnung und das
Thema eignet sich wunderbar, um Menschen mit einer beginnenden Demenz kognitiv
zu aktivieren und diese Aktivierung in den Alltag einzubauen.
Dabei gilt es aber für die Pflegenden einige Dinge zu
beachten. Wichtig ist, dass bei der kognitiven Aktivierung immer der Spaß und
die Beziehung im Vordergrund stehen und nicht das reine Wissen. Es geht also
nicht darum, ob sich jemand „gut erinnert“, sondern um die gemeinsame schöne
Zeit.
Hier die wichtigsten Grundsätze im Überblick:
Kein Leistungsdruck: Personen mit Demenz sollen
nicht das Gefühl haben auf dem Prüfstand zu stehen – es gibt keine „richtigen“
oder „falschen“ Antworten. Kein Zeitdruck: gehen Sie langsam vor und planen
Sie Pausen ein.Biografie in den Mittelpunkt stellen: Was hat
der zu Pflegende in seinem Leben erlebt? Wo liegen seine Interessen?Gefühle sind zentral: Manchmal werden schöne
Erinnerungen von den zu Pflegenden durcheinandergebracht der die Details sind
nicht stimmig. Dann sollte man nicht immer auf den Fakten pochen, sondern das
schöne Gespräch und die gute Stimmung als Erfolg verbuchen.Sicherheit und Orientierung: Wiederholungen,
gleiche Reihenfolgen und Rituale geben Personen mit Demenz Halt und Ruhe. Aktivierung mit allen Sinnen: Je mehr Sinne
beteiligt sind, desto leichter fällt die Aktivierung.
Hier einige konkrete Anregungen wie Aktivierungsübungen rund
um das Thema Ostern aufgebaut sein können:
Nutzen Sie Biografie bezogene Fragen, um ein Gespräch zum
Thema zu starten. Dabei sollte man möglichst offene Fragen stellen, bei denen
jede Antwort richtig ist.
Beispiele: Wie habt ihr früher Ostern gefeiert?Gab es früher auch einen Osterhasen? Wer hat bei dir als
Kind die Eier versteckt?Kannst du dich an ein besonders gutes Versteck
erinnern?Was habt ihr gerne zu Ostern gegessen?Sollte die Person nicht von sich aus erzählen kann man
selbst mit einer Erzählung starten wie beispielsweise: „Ich kann mich erinnern,
dass wir früher die Eier mit Zwiebelschalen eingefärbt haben…“
Danach könnten Wörter gesammelt werden, die zu Ostern passen
wie beispielsweise der Osterhase. Gemeinsam wird dann gesammelt „Was fällt dir
noch zu Ostern ein?“ Dabei sind alle Ideen willkommen (z.B.: Eier, Kirche,
Glocken…)
Auch Sprichwörter sind bei Personen mit kognitiven
Einschränkungen durch ihren häufigen Gebrauch und die Bildhaftigkeit oft gut
verankert und können auch hier genutzt werden, indem der Anfang eines
Sprichwortes genannt wird und die Person das restliche Sprichwort ergänzt. Zum
Beispiel: „Den Bock…“ (zum Gärtner machen) oder „Da liegt der Hase...“ (im
Pfeffer), oder „Auch ein blindes Huhn…“ (findet mal ein Korn).
Sollte keine Antwort kommen, kann man den Satz selbst zu
Ende sprechen und ein neues Sprichwort anbieten oder das Thema wechseln. Bei
Personen die Sprichwörter gerne mögen, kann man auch darüber sprechen, wann
diese Sprichwörter verwendet werden.
Es können auch gemeinsame Ostervorbereitungen getroffen
werden wie beispielsweise gemeinsames Eierfärben, den Osterstrauch schmücken
oder ein typisches Hefegebäck backen.
Dabei kann ein das Ostereierfärben auch genutzt werden, um
beispielsweise Eier nach Farben zu sortieren und in die Kartons zu schlichten,
was sowohl die Feinmotorik als auch das Kurzzeitgedächtnis trainiert.
Beim Osterstrauch schmücken wird ebenfalls die Feinmotorik
trainiert. Außerdem kann der Tastsinn aktiviert werden indem beispielsweise
über die Palmkätzchen gestrichen wird.
Schließlich wird beim gemeinsamen Backen und anschließenden
Verkosten sowohl der Geruchs- als auch Geschmackssinn aktiviert.
Die oben genannten Übungsbeispiele richten sich nach
Tagesverfassung und Grad der Erkrankung des zu Pflegenden. Es ist wichtig auf
die Stimmung der Person zu achten und Überforderung zu vermeiden. Es sollten
nicht zu viele Eindrücke auf einmal vermittelt werden, sondern eins nach dem
anderen. Das gilt auch für Feiern mit der Familie – was früher genossen wurde,
wie eine große Familienfeier mit vielen Personen, kann von Menschen mit Demenz
schnell als überfordernd wahrgenommen werden.
Seien Sie wertschätzend und zeigen Sie Anerkennung durch
ihre Worte, Blicke und Berührungen. Sagen Sie beispielsweise: „Danke, dass du
mir das erzählt hast“ oder „Schön, dass wir das gemeinsam machen“.
Und zu guter Letzt ist es wichtig, auch die eigenen Grenzen
zu akzeptieren, Pausen einzuplanen und lieber kurz und liebevoll kleine
Aktivierungen in den Alltag einfließen zu lassen als ein großes Programm zu
planen, das alle zusammen überfordert. https://www.felix-demenzbegleitung.at/feiern-bei-demenz/
https://www.alzheimer-forschung.de/demenz/pflege/umgang/ostern/
Schloffer H., Prang E. und Frick Salzmann A. (Hrsg.) (2021)
Gedächtnistraining: Theorethische und praktische Grundlagen Springer Medizin
Verlag, Berlin.
Schloffer H. & Puck M. (2005) Methodenkompetenz – Aktiv
& fit von Kopf bis Fuß: ganzheitliches Gedächtnistraining für Senioren.
Olzog-Verlag, München
Viele Männer und
Frauen sind in der Steiermark als Seelsorger:innen im Kontext älterer Menschen
aktiv, sei es in Pflegeheimen, aber auch in Krankenhäusern, in der
Telefonseelsorge oder in den Pfarren. Doch was machen Seelsorger:innen
eigentlich? Das Aufgabenfeld von Seelsorgerinnen und Seelsorgern ist sehr
vielfältig: Seelsorger:innen hören absichtslos und empathisch zu. Sie begleiten
Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen. Sie sind da, wenn es
darum geht, Trauriges und Nicht-Gelungenes zur Sprache zu bringen, sich aber
zugleich auch über Schönes und Erfreuliches mitzufreuen. Sie helfen vielleicht
manchmal dabei Unausgesprochenem eine Sprache zu geben, ohne dabei belehrend zu
sein, schaffen es aber zugleich auch, Stille auszuhalten. Sie bieten in
unterschiedlichsten Lebenslagen rituelle Unterstützung an oder gestalten
Wort-Gottes-Feiern und bringen Krankenkommunion – in Einrichtungen, aber auch
zuhause. Sie stehen für Fragen zu Religion und Glaube zur Verfügung, ohne zu
bewerten oder zu missionieren. Seelsorger:innen sind gut vernetzt und
vermitteln Unterstützung zu unterschiedlichen Themen. Seelsorger:innen bilden
sich weiter und stärken regelmäßig ihre Kompetenzen. Kurz gesagt:
Seelsorger:innen stehen im Dienst der Menschen und wirken in der Vielfalt der
unterschiedlichsten Lebensentwürfe.
Möglichkeit, durch das Projekt Wissen zu erwerben.
Die Verbindung von Zonta zu unserem Projekt.
Viele von uns trainieren regelmäßig. Kraft-Training, Ausdauer-Training. Yoga. Usw.Und trotzdem fühlen wir uns häufig steif, eingeschränkt oder „alt im Körper“. Oder das Training ist einfach etwas einseitig.Genau hier setzt Ido Portal an – mit einer radikal anderen Sicht auf Bewegung:Movement statt isolierte Muskeln oder Lauf-EinheitenIdo Portal ist kein klassischer Trainer.Er lehrt Movement – also die Fähigkeit, sich vielseitig, effizient und intelligent zu bewegen.Seine Kernidee:Der Körper ist nicht dafür gemacht, Muskeln isoliert zu trainieren, sondern Bewegungen zu beherrschen.Nicht:Wie viel Gewicht bewegst Du?Sondern:Wie viele Bewegungsoptionen stehen Dir zur Verfügung?Die Conor-McGregor-Story: Movement auf höchstem NiveauInternationale Bekanntheit erlangte Ido Portal, als der MMA-Kämpfer Conor McGregor ihn in sein Team holte.Damals war McGregor bereits stark, explosiv und technisch gut.Aber: Er suchte einen entscheidenden Vorteil.Ido Portal veränderte nicht McGregors Kraft – sondern seine Bewegungsqualität:- bessere Körperkontrolle- flüssigere Übergänge- mehr Balance, Timing und Wahrnehmung- effizientere KraftübertragungDas Resultat:McGregor bewegte sich ökonomischer, unberechenbarer und entspannter als seine Gegner.In dieser Phase wurde er:- UFC Featherweight Champion- UFC Lightweight Champion- der erste Doppel-Champion in der UFC-GeschichteMcGregors Aussage dazu sinngemäß:"Movement hat mir geholfen, meinen Körper wirklich zu verstehen.Der entscheidende Unterschied zu klassischem Training"Krafttraining fragt:Welchen Muskel trainiere ich?Movement fragt:Welche Bewegung habe ich verlernt?Viele Menschen sind stark – aber unbeweglich.Aus Jungbrunnen-Sicht ist das entscheidend:Altern zeigt sich zuerst im Verlust von Bewegungsvielfalt, nicht in Falten.Wenn wir uns nur noch:- linear- vorhersehbar- immer gleich bewegen… dann verkleinern wir unseren körperlichen Möglichkeitsraum.Die Jungbrunnen-Frage zum SchlussWann hast Du Dich zuletzt bewegt, ohne zu trainieren? gespielt wie ein Kind einfach mal bewegt und fließen gelassen wie ein Tier neue Winkel genutzt etwas körperlich gelerntNicht für Kalorien.Nicht für Zahlen.Sondern aus Neugier.Vielleicht ist genau das der Punkt, an dem Bewegung wieder das wird, was sie ursprünglich war.
Warum greifen wir immer wieder zur Zigarette, zum süßen Snack oder essen weiter, obwohl wir eigentlich schon satt sind?Der Neurowissenschaftler Dr. Judson Brewer zeigt in seinem TED Talk etwas sehr Befreiendes: Gewohnheiten ändern sich nicht durch Willenskraft – sondern durch Bewusstheit.Und genau hier liegt der Schlüssel für einfache, nachhaltige Veränderung.Unser Gehirn liebt einfache Belohnungen. Rauchen, Süßes oder Snacks liefern kurzfristig ein gutes Gefühl – auch wenn sie uns langfristig schaden.Das Entscheidende laut Brewer:Wir ändern Gewohnheiten nicht, indem wir sie bekämpfen, sondern indem wir sie wirklich wahrnehmen.Ein Raucher, der achtsam raucht, merkt plötzlich: „Das stinkt. Das schmeckt eigentlich widerlich.“Und jemand, der bewusst isst, stellt bei Keks Nummer 3 fest: „Eigentlich bin ich schon satt.“Diese ehrliche Wahrnehmung verändert das Verhalten fast automatisch.Kleine Veränderungen mit großer WirkungHier sind 3 konkrete Handlungsempfehlungen, die Du sofort umsetzen kannst:1) Werde neugierig statt strengBeim nächsten ungesunden Impuls frage Dich nicht: „Warum mache ich das schon wieder?“Sondern: „Wie fühlt sich das gerade wirklich an?“ – Wie schmeckt der Keks wirklich?– Wie fühlt sich Dein Körper danach an?Neugier ist der Anfang jeder Veränderung.2) Iss (oder handle) bewusst langsamMach aus einer automatischen Handlung ein bewusstes Erlebnis:- Kaue langsamer- Spüre Geschmack, Geruch und Sättigung- Lege zwischendurch bewusst eine Pause einOft stellt sich dann ganz von selbst die Erkenntnis ein: „Ich bin satt.“3) Tausche, statt zu verbietenVerbote erzeugen Widerstand – Alternativen schaffen Freiheit.Beispiele:- Statt Snacken → ein Glas Wasser- Statt Stress-Essen → kurzer Spaziergang oder Bewegung- Statt „noch schnell was Süßes“ → bewusst ein kleines Stück genießenFazit: Bewusstsein ist Dein stärkster HebelGenau das ist gelebte Jungbrunnen-Philosophie Bleib neugierig,bleib achtsamund vertraue Deinem Körper.
"Das Leben ist so kurz, dass keine Zeit bleibt für Streitigkeiten, Entschuldigungen, Groll und Rechenschaft. Es bleibt nur Zeit für Liebe, und zwar sozusagen nur für einen Augenblick."*Mark TwainWas macht ein gutes Leben aus?Erfolg? Geld? Ein starker Körper?Oder ist es etwas ganz anderes?Seit über 80 Jahren begleitet die sogenannte Harvard Study of Adult Development mehrere hundert Menschen – von ihrer Jugend bis ins hohe Alter.Untersucht wurden:- Gesundheit- Lebenszufriedenheit- Beziehungen- beruflicher Erfolg- körperliches und geistiges AlternMit einer zentralen Frage:Was hält Menschen wirklich gesund, leistungsfähig und glücklich – ein Leben lang? Ganz im Stile von Prof. Sven Voelpel.Die wichtigste Erkenntnis: Beziehungen schlagen allesDer aktuelle Leiter der Studie, Robert Waldinger, bringt es auf den Punkt:„Good relationships keep us happier and healthier. Period.“Nicht Reichtum.Nicht Ruhm.Nicht ein perfekter Lebenslauf.Sondern stabile, tragende soziale Beziehungen. Erinnerst du dich noch an den Jungbrunnen Faktor soziale Kontakte? Die Studienergebnisse zeigen:- Menschen mit engen, verlässlichen Beziehungen leben länger- Sie bleiben geistig fitter im Alter- Sie erholen sich schneller von Krankheiten- Sie haben weniger chronischen Stress- Und sie sind insgesamt zufriedener mit ihrem LebenBesonders eindrücklich – und alarmierend – ist eine weitere Erkenntnis:Einsamkeit wirkt auf den Körper wie eine tiefgreifende, unbemerkte Krankheit.Menschen, die sich dauerhaft allein fühlen:- altern schneller- sind anfälliger für Krankheiten- verlieren früher geistige Leistungsfähigkeit- fühlen sich unglücklicher – selbst wenn sie objektiv „alles erreicht“ habenQualität schlägt QuantitätDabei geht es nicht um möglichst viele Kontakte.Sondern um Vertrauen, emotionale Nähe, echte Gespräche und das Gefühl, gesehen und gehört zu werden.Eine einzige stabile, wertschätzende Beziehung kann bereits einen enormen positiven Effekt haben.Der Jungbrunnen-Faktor „Soziale Kontakte – gemeinsam jung bleiben“ ist kein „Nice-to-have“, sondern ein echter Gesundheits-Hebel.Soziale Verbundenheit:- senkt Stresshormone- stärkt das Immunsystem- schützt Herz und Gehirn- verbessert Schlaf und emotionale Stabilität- gibt Sinn, Halt und LebensfreudeOder anders gesagt: Jungbleiben ist ein Mannschaftssport.Kleine Jungbrunnen-Impulse für Deinen AlltagFrag Dich heute einmal ganz bewusst: Mit welchen Menschen fühle ich mich wirklich verbunden? Wo könnte ich einen Kontakt vertiefen statt nur „pflegen“? Wen könnte ich einfach mal wieder anrufen – ohne Anlass?Unser Fazit:Wenn Du langfristig jung, gesund und glücklich bleiben willst, dann investiere nicht nur in Deinen Körper – sondern in Deine Beziehungen.P.S.: In der Jungbrunnen Akademie und unseren Retreats entstehen genau solche echten Verbindungen – zu Dir selbst und zu anderen. Vielleicht ist das Dein nächster Schritt.
Aufgaben des Sozialzentrums Pálos Károly und des Kinderschutzdienstes
Welche Art von mentaler Vorbereitungshilfe könnte ein Freiwilliger im Sozialwesen benötigen?
Warum wandern Pflegekräfte und medizinisches Personal ins Ausland ab?Einer der Hauptgründe für die Abwanderung von Pflegekräften und medizinischem Personal ins Ausland ist die niedrige Bezahlung im eigenen Land. Viele Fachkräfte empfinden, dass ihre verantwortungsvolle sowie körperlich und psychisch belastende Arbeit nicht angemessen vergütet wird, während sie im Ausland oft ein Vielfaches verdienen können.Auch die Arbeitsbedingungen spielen eine entscheidende Rolle: Überlastung, Personalmangel und fehlende Ressourcen führen langfristig häufig zu Erschöpfung und Burnout.Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Frage der beruflichen Wertschätzung. Viele Beschäftigte im Gesundheitswesen berichten, dass sie im Ausland mehr Respekt, bessere Arbeitsorganisation und größere Entwicklungsmöglichkeiten erfahren. Der Zugang zu Fortbildungen, modernen Technologien und klaren Karrierewegen wirkt zusätzlich attraktiv.Lebensqualität als zentraler TreiberHinter der Migration stehen oft auch Aspekte der Lebensqualität: eine stabilere Zukunft, eine bessere Work-Life-Balance und mehr finanzielle Sicherheit.Obwohl viele die Arbeit im Ausland zunächst als vorübergehende Erfahrung planen, entscheiden sich letztlich viele dafür, dauerhaft dort zu bleiben. Dies stellt eine erhebliche Herausforderung für das nationale Gesundheitssystem dar.Gehaltsvergleich Ungarn vs. ÖsterreichDas durchschnittliche monatliche Bruttogehalt einer Pflegekraft oder Betreuungsperson in Ungarn liegt bei etwa 290.000 bis 600.000 Forint (ca. 760 bis 1.500 Euro).In Österreich hingegen verdienen Beschäftigte in vergleichbaren Positionen etwa 2.800 bis 3.500 Euro brutto pro Monat (ca. 1 bis 1,4 Millionen Forint).Damit liegen die Gehälter im Gesundheits- und Pflegebereich in Österreich in der Regel 2,5- bis 4-mal höher als in Ungarn.
Aus diesem Grund entscheiden sich viele ungarische Pflegekräfte dafür, in Österreich zu arbeiten.
Bedingungen und Rechtsgrundlage für Freiwilligenarbeit in Ungarn
Was bedeutet Besuchsdienst bei älteren Menschen?
In der Praxis bezeichnet ein Besuchsdienst eine Tätigkeit, die älteren Menschen persönliche Anwesenheit und zwischenmenschlichen Kontakt bietet, insbesondere für jene, die einsam sind, in ihrer Mobilität eingeschränkt sind oder nicht ausreichend familiäre Unterstützung erhalten.
Dabei handelt es sich nicht unbedingt um eine formale sozialrechtliche Kategorie, sondern vielmehr um eine gemeinschaftliche und unterstützende Aufgabe, die von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Kirchen, Gemeinden oder ehrenamtlichen Gruppen organisiert wird.
Bedeutung von Besuchsdiensten in Ungarn
Besuchsdienste für ältere Menschen spielen in Ungarn eine wichtige Rolle, insbesondere bei der Verringerung von Einsamkeit und sozialer Isolation. Diese Angebote werden in der Regel von Gemeinden, kirchlichen Einrichtungen und gemeinnützigen Organisationen getragen und zielen darauf ab, den Alltag älterer Menschen durch regelmäßigen persönlichen Kontakt zu unterstützen.
Die Besuchenden, oft geschulte Betreuungspersonen oder Freiwillige, führen Gespräche mit den älteren Menschen, achten auf deren psychisches Wohlbefinden und melden bei Bedarf auftretende Probleme an das soziale Versorgungssystem. In vielen Fällen leisten sie auch praktische Unterstützung, etwa beim Einkaufen, bei Behördengängen oder beim Besorgen von Medikamenten.
Nutzen für ältere Menschen
Besuchsdienste sind besonders wichtig für Menschen, die allein leben oder deren Familie weit entfernt ist. Die regelmäßige menschliche Nähe vermittelt Sicherheit und trägt wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität und der psychischen Gesundheit bei.
In Ungarn gewinnen solche Programme zunehmend an Bedeutung, da sie wirksame und menschenzentrierte Antworten auf die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft bieten.
Wo sind Besuchsdienste verfügbar?
Sozialabteilung der Gemeinde
Die örtliche Sozialverwaltung kann Auskunft darüber geben, welche Besuchsdienste oder vergleichbare Unterstützungsangebote für ältere Menschen in der jeweiligen Region verfügbar sind.
Zivilgesellschaftliche Organisationen und Kirchen
Viele Organisationen bieten ehrenamtliche Besuchsdienste an, bei denen geschulte Freiwillige ältere Menschen regelmäßig besuchen.
Hauskrankenpflege und mobile Pflege (formelle Dienste)
Offizielle soziale Dienstleistungen wie die häusliche Pflege oder betreutes Wohnen beinhalten häufig regelmäßige Hausbesuche und können somit auch Elemente eines Besuchsdienstes umfassen.
Welche Möglichkeiten für Freiwilligenarbeit gibt es, unabhängig von Sprachkenntnissen?Ich spreche aus eigener Erfahrung.
Altenpflege und statistische Daten in UngarnIn Ungarn wird die Versorgung älterer Menschen, insbesondere die Altenpflege, zunehmend zu einer wichtigen gesellschaftlichen Herausforderung, da der Anteil der älteren Bevölkerung (65+) kontinuierlich steigt. Im Jahr 2025 waren rund 2 Millionen Menschen über 65 Jahre in Ungarn registriert, was etwa 21 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Dies erzeugt erheblichen demografischen Druck sowohl auf das Gesundheits- als auch auf das Sozialsystem.Inanspruchnahme von Altenpflege in UngarnIm Rahmen formeller (staatlicher bzw. kommunaler) sozialer Basisdienste, wie beispielsweise der häuslichen Pflege, zeigt die Zahl der betreuten Personen in den letzten Jahren deutliche Schwankungen. Zwischen 2010 und 2020 ist die Zahl der Nutzer*innen verschiedener sozialer Dienstleistungen teilweise zurückgegangen.Laut Daten des ungarischen Statistikamts (KSH) stieg die Zahl der Personen, die häusliche Hilfe in Anspruch nahmen, von 75.054 auf 92.846 zwischen 2010 und 2020. Dennoch gab es innerhalb dieses Zeitraums auch Phasen des Rückgangs, und bei anderen Leistungen, wie etwa dem Hausnotrufsystem, ist ebenfalls ein Rückgang zu beobachten.Andere Quellen weisen darauf hin, dass aufgrund struktureller Defizite im ungarischen Sozialsystem nach wie vor vergleichsweise wenige ältere Menschen formelle Pflegeleistungen in Anspruch nehmen. Eine Analyse aus dem Jahr 2024 zeigt beispielsweise, dass bei etwa 1,9 Millionen potenziell betroffenen älteren Personen lediglich rund 91.000 tatsächlich häusliche Pflege erhalten. Dies deutet auf eine erhebliche Unterversorgung im Vergleich zum tatsächlichen Bedarf hin.Rolle informeller PflegeNeben den offiziellen Statistiken spielt die informelle Pflege in der ungarischen Gesellschaft eine sehr große Rolle. Diese wird überwiegend von Familienangehörigen geleistet. Schätzungen zufolge gibt es in Ungarn etwa 400.000 bis 500.000 pflegende Angehörige, die meist unbezahlt die Betreuung ihrer Familienmitglieder übernehmen.Verhältnis Pflegebedürftige zu PflegepersonenInternationale und nationale Daten zeigen, dass der Anteil formeller Pflegekräfte im Verhältnis zur älteren Bevölkerung in Ungarn relativ niedrig ist. Laut OECD-Daten kamen im Jahr 2021 in Ungarn etwa 1,8 Pflegekräfte in der Langzeitpflege auf 100 Personen im Alter von 65 Jahren und älter. Dieser Wert liegt deutlich unter dem Niveau vieler entwickelter OECD-Länder, insbesondere in Skandinavien oder Westeuropa.Konkretere nationale Daten zeigen zudem, dass im Bereich der häuslichen Pflege zwischen 2014 und 2020 durchschnittlich etwa 7,7 bis 8,9 betreute Personen auf eine Pflegekraft kamen. Dieser Wert variiert je nach Jahr, verdeutlicht jedoch die vergleichsweise hohe Arbeitsbelastung der Pflegekräfte.ZusammenfassungIn Ungarn ist die Zahl der Personen, die formelle Pflegeleistungen in Anspruch nehmen, zwar in den letzten Jahrzehnten gestiegen, liegt jedoch weiterhin deutlich unter der Zahl der tatsächlich betroffenen älteren Menschen. Gleichzeitig ist die informelle Pflege durch Familienangehörige weit verbreitet und stellt eine oft unsichtbare Belastung für Familien dar.
Das Verhältnis von Pflegekräften zur älteren Bevölkerung ist im formellen System vergleichsweise niedrig, während demografische Entwicklungen, insbesondere der steigende Anteil älterer Menschen, langfristig zusätzliche Herausforderungen für das Versorgungssystem darstellen.
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Möglichkeiten für ehrenamtliche Tätigkeiten, basierend auf Ihrem eigenen Beispiel.
Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen und die Ursachen der Einsamkeit im Alter
Der Senior*innenenbericht der Grünen bietet einen umfassenden Einblick in die Herausforderungen älterer Menschen, darunter auch das Thema Einsamkeit. In unserem Artikel im präsentieren wir, die Plattform gegen Einsamkeit und wichtige Aspekte zur Debatte und Lösungsansätze aus ganz Österreich. Lesen Sie hier mehr darüber und die Bedeutung sozialer Verbindungen im Alter.Hier geht es zum Download:GruenerSeniorInnenbericht2023_webHerunterladenEinsamkeit im Alter ist ein komplexes Phänomen, das als subjektiv schmerzhaft empfundener Zustand definiert wird und durch das Fehlen bedeutsamer Sozialkontakte sowie persönliche und situative Faktoren geprägt ist (Peplau & Perlman, 1982). Diese Empfindung kann sich sogar dann auftreten, wenn es Beziehungen in unserem Umfeld existieren. Im Gegensatz dazu beschreibt soziale Isolation eine messbare Beziehungsarmut oder einen Mangel an Kontakten, wie die Größe des sozialen Netzwerks oder die Häufigkeit von Interaktionen. Obwohl nicht zwangsläufig von negativen Gefühlen begleitet, kann sie das Risiko für Einsamkeit erhöhen. Alleinsein hingegen meint die Abwesenheit von anderen Personen, ohne negativ konnotiert zu sein, etwa wenn es sich um einen bewussten Rückzug handelt. Neben der Abwesenheit enger persönlicher Beziehungen kann auch das Fehlen von Unterstützung oder Vernachlässigung durch politische Instanzen mit Einsamkeit in Verbindung gebracht werden (Hertz 2021: 19). Daher gilt die Bewältigung von Einsamkeit und sozialer Isolation als globale gesellschaftliche Herausforderung im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Wenn jemand gleichzeitig mit beiden Aspekten konfrontiert ist, kann es für das Umfeld schwierig sein, die Situation zu erkennen und passende Unterstützung anzubieten. Diese Problematik wird dadurch erschwert, dass Einsamkeit ein tabuisiertes Thema ist, das oft mit Scham behaftet ist, obwohl die Mehrheit der Menschen im Laufe ihres Lebens mit diesem Gefühl konfrontiert wird. Besonders in Lebensabschnitten mit bedeutenden Veränderungen oder einschneidenden Ereignissen, wie dem Eintritt in die Pension, dem Verlust von nahestehenden Personen oder der Mobilität, die Reduktion der Größe des sozialen Netzwerks, Isolierungsmaßnahmen während einer Pandemie oder gesundheitlichen Einschränkungen steigt das Risiko für soziale Isolation und Einsamkeit (Grillich et al. 2023). In Regionen wie Europa, den Vereinigten Staaten, China oder Lateinamerika sind etwa 20-34 % der älteren Bevölkerung betroffen (WHO 2021). Die beträchtlichen Auswirkungen von sozialer Isolation und Einsamkeit auf die Gesundheit älterer Menschen sind durch fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse gut dokumentiert. Hochwertige zwischenmenschliche Beziehungen erweisen sich als entscheidender Faktor für die Förderung der mentalen und körperlichen Gesundheit, der Lebenserwartung sowie des Wohlbefindens und der sozialen Teilhabe (Peböck et al. 2021). Dies spiegelt sich beispielsweise in einem erhöhten Risiko für diverse gesundheitliche Probleme wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, Diabetes, kognitiven Abbau, Demenz, Depressionen, Angstzustände und sogar Suizid wider. Forschungsergebnisse belegen, dass die Auswirkungen von Einsamkeit auf die Sterblichkeit vergleichbar mit bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, Fettleibigkeit und Bewegungsmangel sind (Holt-Lunstad, 2021). Während ältere Menschen besonders anfällig sind, sollte betont werden, dass die Erfahrung von Einsamkeit keinerlei Altersgrenzen unterliegt.Während der Pensionierung können Verlustgefühle auftreten, da mit dem Rückzug aus der Arbeitswelt Kontakte oft verloren gehen, was die Aufrechterhaltung von sozialen Verbindungen erschweren kann (Petrich 2011). Globale Trends zeigen, dass immer mehr ältere Menschen allein leben, während intergenerationale Wohnverhältnisse abnehmen. Im Jahr 2018 lebten in Österreich 37 % der Menschen allein, besonders bei den über 65-Jährigen beträgt dieser Anteil 51 %. Aktuelle Ereignisse, wie Lockdowns, haben gezeigt, dass die Situation für alleinlebende Menschen zu Hause noch herausfordernder sein kann als für Pflegeheimbewohner*innen (Grillich et al. 2023). Wohnortbedingte Faktoren wie Infrastruktur und Nachbarschaftsbeziehungen können ebenfalls das Einsamkeitsrisiko beeinflussen, wobei in städtischen Gebieten eine gute Anbindung und Nähe zu kulturellen Angeboten das Risiko mindern können, während im ländlichen Raum starke Nachbarschaftsbeziehungen schützend wirken (Grillich et al. 2023).Laut Berichten der WHO (2021) empfiehlt es sich, in Zukunft Interventionen auf verschiedenen Ebenen zu entwickeln und umzusetzen: Auf individueller Ebene sollten persönliche oder digitale Interventionen einzeln oder in Gruppen, wie kognitive Verhaltenstherapie, Social Prescribing und nachbarschaftliche Unterstützungsangebote in Betracht gezogen werden. Diese Ansätze fördern individuelle Fähigkeiten und Ressourcen, um soziale Isolation und Einsamkeit wirksam zu bewältigen. Auf kommunaler Ebene ist es essenziell, die Infrastruktur zu verbessern, sei es in Bezug auf Mobilität, digitale Integration, Freiwilligenarbeit oder die Gestaltung der baulichen Umwelt. Die Förderung von altersfreundlichen Gemeinschaften schafft sozial inklusive Umgebungen, die den Austausch und die Interaktion erleichtern. Auf gesellschaftlicher Ebene können Gesetze und politische Maßnahmen eine entscheidende Rolle spielen. Hierbei gilt es, Altersdiskriminierung zu bekämpfen, Ungleichheiten abzubauen und die digitale Kluft zu überwinden. Durch gezielte Maßnahmen werden Grundlagen geschaffen, um soziale Teilhabe und Solidarität zwischen Generationen Menschen nachhaltig zu fördern.QUELLENHertz, N. (2021): Das Zeitalter der Einsamkeit. Über die Kraft der Verbindung in einer zerfaserten Welt. Hamburg: HarperCollins.Holt-Lunstad J. (2021): The Major Health Implications of Social Connection. Current Directions in Psychological Science. 30(3): 251-259.Grillich, L.; Titscher, V.; Klingenstein, P.; Kostial, E.; Emprechtinger, R.; Klerings, I.; Sommer, I.; Nikitin, J.; Laireiter, A.R. (2023). The effectiveness of interventions to prevent loneliness and social isolation in the community-dwelling and old population: an overview of systematic reviews and meta-analysis. European Journal of Public Health, 33:2: 235-241 Peböck, M., Arzt, S., Hagmüller, T., Hartl, S.,Hauck, B., Maier, S., Menges, M., Oelmack, G.,Pfaunz, S., Rasoly, H., Redl, B., Robatscher, T., Rohrauer, S., Rohrböck, T., Ruhdorfer, A. Weingartsberger, L., Wolf, M., Zahirovi E. (2021): https://www.jku.at/fileadmin/gruppen/120/Publikationen_und_Downloads/Downloads/Publikationen/Lehrforschung_Endberichte/Einsamkeit_im_alter_design_final.pdfPeplau L. A., Perlman D. (1982): Loneliness: A sourcebook of current theory, research and therapy. New York: Wiley.Petrich, D (2011): Einsamkeit im Alter. Notwendigkeit und (ungenutzte) Möglichkeiten Sozialer Arbeit mit allein lebenden alten Menschen in unserer Gesellschaft. Jena: FachhochschuleWorld Health Organization, International Telecommunications Union, United Nations Department of Economic and Social Affairs (2021): https://www.who.int/teams/social-determinants-of-health/demographic-change-and-healthy-ageing/social-isolation-and-loneliness
Spätabends in Paris, am 23. November 1654 gegen halb elf. Es ist dunkel draußen, die Gaslaternen sind noch nicht erfunden. Drinnen nur das Flackern von Kerzenlicht an den Wänden. Blaise Pascal, 31, sitzt allein in seinem Zimmer. Er ist eine Koryphäe der Wissenschaft, ein Pionier der Wahrscheinlichkeitstheorie.Jetzt sitzt Pascal nur da, allein mit sich selbst, und starrt ins Nichts.Aus diesem Nichts überkommen ihn große Gefühle, lebensverändernd große. Er greift zur Feder, schreibt immer wieder das Wort "FEUER" aufs Pergament, unterstreicht es mehrfach. Was er empfindet, ist ungeheuer. Er schreibt "Gewissheit. Freude. Empfinden. Friede". Dieses Stück Papier näht er später in das Futter seines Rocks ein, als Erinnerung an diesen Moment.Lange nach dieser besonderen Nacht formuliert Blaise Pascal einen der berühmtesten Sätze der Philosophiegeschichte: "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen."Pascal wusste, wovon er sprach. Er war selbst ein Gschaftler, ein rastloses Wunderkind. Mit 16 revolutionierte er die Geometrie. Er erforschte das Vakuum. Er erfand die erste mechanische Rechenmaschine. Nebenbei focht er die Dogmen der Kirche an. Ein paar Jahre vor seinem frühen Tod im Jahr 1662 stellte er das erste öffentliche Nahverkehrsnetz der Welt auf die Beine, die carrosses à cinq sols in Paris, Vorläufer der heutigen Busse, gezogen von Pferden.So viel leistet niemand, der in sich ruht. Pascal war ein Getriebener, immer auf der Jagd nach dem nächsten Triumph, nach Anerkennung, nach Ablenkung. Bis zu jener Feuernacht, in der es ihm gelang, es ein paar Stunden mit sich selbst auszuhalten.Stellen Sie sich vor, da ist ein Mensch, der Ihnen ständig auf der Pelle sitzt, jahrelang, jahrzehntelang. Er folgt Ihnen überallhin, liegt Ihnen in den Ohren, belehrt Sie, korrigiert Sie, beleidigt Sie manchmal sogar. Er lässt seine Launen an Ihnen aus. Ihm können Sie nichts vormachen. Er durchschaut Sie. Dieser Mensch sind Sie selbst.Natürlich ist es unangenehm, dauernd mit jemandem zusammen rumhängen zu müssen, den man gar nicht richtig kennt. Sie haben die Wahl: Sie können die Anwesenheit dieses Menschen als notwendiges Übel nehmen, als einen lästigen Bekannten, der halt immer dabei ist – so wie Blaise Pascal, der Rastlose. Oder Sie wenden sich ihm zu, so wie Pascal allein in seinem Zimmer.Alleinsein ist eine Kunst, die in Vergessenheit gerät. Psychologen der University of Michigan schrieben im Februar 2025 in einer Studie über das "Einsamkeitsparadox": Demnach stellen die Medien den Zustand des Alleinseins überwiegend negativ dar. In den Berichten ist fast immer davon die Rede, wie schädlich Alleinsein sei, und fast nie von dessen Segen. Einsamkeit sei so schädlich wie Rauchen oder Alkohol, fördere Diabetes, Demenz, Depression und Herzkrankheiten. Alle warnen vor der "Einsamkeitsepidemie". Die britische Regierung hat im Jahr 2018 den Posten einer "Einsamkeitsbeauftragten" geschaffen. Das deutsche Familienministerium hat eine "Strategie gegen Einsamkeit" entwickelt.Einsamkeit ist ein subjektives, negatives Gefühl. Alleinsein dagegen ist objektiv: niemand da, nur ich selbst. Alleinsein kann Mangel sein, beispielsweise im Gefängnis. Oder Fülle, etwa im Kloster. Wer im Alleinsein stets nur den Mangel sieht, wird die Fülle nicht finden. © Isabel SeligerSo wird Alleinsein zum Stigma. In Gesellschaften, in denen eine negative Grundhaltung gegenüber dem Alleinsein verbreitet ist, fühlen sich die Menschen besonders einsam. Die "Einsamkeitsepidemie" wird zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Weil wir pausenlos vor Einsamkeit gewarnt werden, haben wir verlernt, zu unterscheiden: Es gibt die schmerzhafte, unfreiwillige Einsamkeit und das gewählte, wohltuende Alleinsein. Welchen dieser zwei Zustände ein Mensch erlebt, hängt nicht nur von seiner sozialen Situation ab, sondern auch von ihm selbst. "Einsamkeit hat nicht nur mit unseren Beziehungen zu anderen Menschen zu tun", sagt der Psychologe Ethan Kross, Mitautor der Michigan-Studie, "sie hat auch mit unserer Beziehung zu unserer Zeit des Alleinseins zu tun."Die Furcht vor der Stille ist die Kraft, die uns immer wieder zum Smartphone greifen lässt – und das Smartphone befeuert diese Furcht weiter. Mit dem Gerät in der Hand sind wir nie richtig allein und können nie richtig beisammen sein.Einsamkeit entsteht aus einer Diskrepanz zwischen den Beziehungen, die ein Mensch hat, und den Beziehungen, die er sich wünscht. Diese Diskrepanz kann auch inmitten von Menschen auftreten, vielleicht in einem vollen Café, umgeben von Hunderten Online-"Freunden". Einsamkeit ist unfreiwillig, ein schmerzlicher Mangel – schmerzlich im wörtlichen Sinn. Bei Einsamkeit sind dieselben Gehirnregionen aktiv wie bei körperlichem Schmerz, zeigen bildgebende Studien. Chronische Einsamkeit fördert Stress und Entzündungen, schwächt das Immunsystem und ist ein Risikofaktor für Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Demenz.Einsamkeit ist ein subjektives, negatives Gefühl. Alleinsein dagegen ist objektiv: niemand da, nur ich selbst. Alleinsein kann Mangel sein, beispielsweise im Gefängnis. Oder Fülle, etwa im Kloster. Wer im Alleinsein stets nur den Mangel sieht, wird die Fülle nicht finden. Wenn das Leben ihn dann – durch einen Umzug, eine Trennung, eine Pandemie – dazu zwingt, äußerlich allein zu sein, gerät sein innerer Raum aus den Fugen. Der Zustand kippt unweigerlich in toxische Einsamkeit.Die Fähigkeit, mit sich allein zu sein, ist daher die beste Prävention gegen die Einsamkeit. Dieser Zusammenhang ist auch durch empirische Studien belegt: Menschen, die gelernt haben, Alleinsein positiv zu erleben, fühlen sich deutlich weniger einsam, auch wenn sie objektiv viel Zeit allein verbringen. Wenn es gut läuft, ist Alleinsein das Gegenteil von Einsamkeit.Wie geht das? Wie gelingt es, den Raum, in dem wir nur mit uns selbst sind, nicht als Gefängnis, sondern als Ort der Geborgenheit zu erleben, als Heimat? Die Antwort liegt, vielleicht unerwartet, in den Beziehungen zu anderen Menschen. Es wird viel darüber geredet und geschrieben, was eine gute Beziehung ausmacht: eine erfüllende Partnerschaft, eine beständige Freundschaft, eine liebevolle Eltern-Kind-Beziehung. Manchmal vergisst man darüber die wichtigste und längste Beziehung, die ein Mensch führt: die zu sich selbst.Warum kommen manche Menschen besser mit sich selbst aus als andere? Dieser Frage ging der englische Kinderarzt Donald Winnicott in den 1950er-Jahren nach. Er arbeitete während und nach dem Zweiten Weltkrieg mit Kindern und Müttern. Darunter waren viele Kinder, die durch den Krieg ihre Eltern verloren hatten. Donald Winnicott begleitete sie über Jahre, um zu verstehen, wie die frühen Bindungen eines Menschen sein späteres Leben prägen. Ihm fiel auf, dass die Fähigkeit, in der Stille mit sich allein zu sein – als etwas Positives, nicht als Angst oder pathologischer Rückzug –, in der Fachliteratur kaum behandelt worden war. Frühere Psychoanalytiker hatten zwar viel über die Angst vor dem Alleinsein geschrieben, aber wenig über die gesunde Fähigkeit dazu. Winnicott prägte den Begriff von der capacity to be alone: der Fähigkeit, allein zu sein. Seine wichtigste Erkenntnis dazu ist scheinbar widersinnig: Diese Fähigkeit entsteht durch gute Erfahrungen mit anderen Menschen.In seiner Arbeit mit Kriegskindern beobachtete Winnicott, dass die Fähigkeit, allein mit sich selbst auszukommen, nicht angeboren ist. Kinder lernen sie in Anwesenheit der Mutter. Stellen Sie sich ein Kleinkind vor, das auf dem Boden sitzt und spielt, während die Mutter ruhig im selben Raum liest oder Tee trinkt. Das Kind ist in sein Spiel vertieft – und doch ist da diese verlässliche Präsenz im Hintergrund. Die Mutter schaut nicht ständig hin, korrigiert oder mahnt nicht. Sie ist einfach da. In dieser Situation erfährt das Kind laut Winnicott ein Gefühl von Sicherheit, auch wenn es gerade keinen direkten Kontakt zur Bezugsperson hat. Es lernt, dass alles in Ordnung ist, auch wenn gerade niemand nach ihm schaut. Es verinnerlicht dieses Gefühl der Geborgenheit. Nun kann es sich anderen Menschen verbunden fühlen, auch wenn sie gerade nicht physisch anwesend sind.Dieser Prozess ist keine Hexerei. Donald Winnicott sprach von der good-enough mother: einer Mutter, die nicht perfekt sein muss, aber verlässlich und einfühlsam genug ist, um ihrem Kind ein Urvertrauen zu vermitteln. Im Kind wächst die Gewissheit: "Ich kann auch allein sein, ohne mich verlassen zu fühlen."Im Gegenzug neigen auch Menschen, die in ihren frühen Jahren wenig Zuwendung und Anerkennung erfahren haben, dazu, diese Erfahrungen zu verinnerlichen. Sie entwickeln eher ein negatives Selbstbild. "Du bist nichts wert" – diese Botschaft der anderen bleibt hängen. Sie wird verinnerlicht zu: "Ich bin nichts wert". Wer so durchs Leben geht, sehnt sich vielleicht nach Liebe, aber wenn ein anderer Mensch dieser Person mit Liebe begegnet, reagiert sie mit Misstrauen und Zurückweisung. Sie denkt: "Wie kann dieser Mensch mich wirklich lieben, sieht er nicht, dass ich im Grunde ein schlechter Mensch bin?" Wer sich selbst nicht mag, ist schneller einsam.Spätere Psychologen haben die Einsicht von Donald Winnicott bestätigt: Kinder mit sicherer Bindung entwickeln eine deutlich bessere Fähigkeit, allein zu sein. Für Kinder mit unsicherer Bindung ist Alleinsein mit existenzieller Angst verbunden. Es ist ein Echo früherer Momente, in denen die Bezugsperson nicht für sie da war.Die Fähigkeit, allein zu sein, ist mit den Erfahrungen als Kind nicht in Stein gemeißelt. Es ist später noch möglich, Selbsthass zu überwinden. Die Fähigkeit, allein zu sein, lässt sich auch im Erwachsenenalter entwickeln. Menschen, die Schwierigkeiten haben, ihre Verlassenheitsängste zu überwinden, können in einer Therapie lernen, innere Sicherheit aufzubauen.Der Weg, gute Beziehungen zu anderen Menschen zu finden, ist der Weg zu einer guten Beziehung zu sich selbst – es ist derselbe Weg. Pflegen Sie diese spezielle Beziehung zu sich selbst. Gehen Sie mal allein mit sich essen. Nur Sie und Sie. Besuchen Sie mit sich ein Museum. Machen Sie mit sich lange Spaziergänge. Reden Sie mit sich. Was man so tut, um einen Menschen kennenzulernen. Nicht zu viel auf einmal, es muss nicht gleich ein ganzer Urlaub allein sein. Seien Sie nett zu sich. Vielleicht sind Sie schüchtern. Am Anfang mag es sich noch fremd anfühlen, so ganz allein mit sich selbst. Dafür gibt es keine Differenzen bei den Interessen, und die Terminabsprachen sind einfacher. Unternehmungen mit sich selbst sind kein Mangel, sondern Souveränität: "Ich tue das gern allein mit mir."Wer ein gutes Verhältnis zu sich selbst hat, kann die Rolle seiner ersten Bezugspersonen übernehmen: sich beruhigen, sich trösten, sich ermutigen. Die Psychologin Thuy-vy Nguyen hat in ihren Studien zum Alleinsein einen "Deaktivierungseffekt" beobachtet: Wer allein und ohne Ablenkung eine Viertelstunde ruhig dasitzt, kann Emotionen wie Wut oder Nervosität deutlich reduzieren. Diese Wirkung hielt in den Studien manchmal eine ganze Woche lang an. Nicht durch Small Talk, sondern durch Alleinsein beruhigt sich das aufgewühlte Gemüt. Alleinsein ist der Aus-Knopf für die unablässige Stimulation durch die Aufmerksamkeitsökonomie – für all die Empörung, den Neid, die Angst, etwas zu verpassen. Aus FOMO (fear of missing out) wird JOMO (die Freude, joy, etwas zu verpassen).
Lyrik hat den Ruf, in kleinen Theatern bei Kerzenschein vor einer Handvoll Leute stattzufinden. Claras Publikum ist etwas größer: Sie postet Gedichtvideos bei Instagram und TikTok und erreicht damit Millionen. Ihr erstes Buch, ein Band mit 101 Texten, trägt den Titel Wehe du gibst auf. Warum Clara sich nach ihrem Studium doch gegen die Laufbahn als Deutschlehrerin entschieden hat, wie man junge Menschen für Gedichte begeistert und was man auf einer Beerdigung sagen kann, erzählt sie in dieser Folge vom ZEIT-Campus-Podcast Und was macht die Uni?.In Claras Gedichten geht es um Liebe und Freundschaft, um den Tod und verloren geglaubte Hoffnung, um die Klimakrise und Trauer. Viele dieser Texte sind während ihrer selbst auferlegten Instagram-Challenge entstanden: Während der Pandemie postete Clara jeden Tag ein Video, in dem sie ein Gedicht vorträgt. "Ich war gerade frisch nach Berlin gezogen und habe mich sehr einsam gefühlt", sagt die 26-Jährige über diese Zeit. Was sie gegen den Teufelskreis der Einsamkeit getan hat und was sie anderen raten würde, denen es gerade ähnlich geht, verrät sie im Podcast. Clara nennt sich selbst Poetry Artist, das klinge "weniger aus der Zeit gefallen als Dichterin". Ihre Kunst bringt sie in Form von Workshops auch in Klassenzimmer. Denn mit ihren Texten möchte sie das Denken ihrer Leser:innen verändern. "Ich bin nicht delusional. Aber ich glaube, dass der richtige Text zur richtigen Zeit sehr viel in einem anstoßen kann", sagt Clara. Ein Satz, der sie schon seit ihrer Kindheit begleitet, sei: "Die Gedanken sind frei." Im Podcast erzählt sie außerdem, was sie im Lehramtsstudium fürs Leben gelernt hat, wer ihr gerade zwischen vielen Krisen Hoffnung gibt und wie ihr Opa sie zur Geschichtenerzählerin machte.Und was macht die Uni? wird moderiert von Charlotte Köhler und Christoph Farkas. Die nächste Folge erscheint am 14. Oktober.
Vorstellung der Gemeinde des Bezirks Zala und ihrer Beziehungen zu Organisationen
Warum hielt unser Freiwilliger Simon Benedek es für wichtig, an dem Projekt teilzunehmen?
Wenn Menschen älter werden, verändert sich ihre soziale Welt. Freunde sterben, Partner fallen weg, Kinder leben an anderen Orten, das gewohnte Umfeld löst sich langsam auf. Für viele beginnt dann ein Leben in engeren Kreisen, manchmal auch in völliger Isolation. Besonders in ländlichen Regionen, wo Entfernungen groß und Angebote rar sind,verstärkt sich dieser Rückzug. Doch die Einsamkeit ist nicht nur eine emotionale Erfahrung, sie ist ein Gesundheitsrisiko. Studien zeigen, dass Vereinsamung ähnliche Folgen haben kann wie Rauchen oder Übergewicht. Sie schwächt das Immunsystem, erhöht das Risiko für Depressionen und wirkt sich negativ auf die kognitive Leistungsfähigkeit aus.Digitale Fähigkeiten bieten in dieser Situation einen Schlüssel, der nicht weniger wichtig ist als der Haustürschlüssel zur eigenen Wohnung. Sie öffnen Zugänge zu sozialen Kontakten, zu Information, zu Bildung, zu Kultur undzu Unterstützungssystemen. Wer mit Smartphone, Tablet oder Laptop umgehen kann, hat die Möglichkeit, ein Stück Selbstbestimmung und Freiheit zu bewahren.Doch gerade hier zeigt sich ein tiefer Graben. Während Jüngere selbstverständlich mit digitalen Medien aufwachsen, erleben viele ältere Menschen Technik als etwas Fremdes, Unnahbares, manchmal sogar Bedrohliches.Der Gedanke, eine App herunterzuladen, sich in einer Online-Gruppe zu registrieren oder einen Videoanruf zu starten, wirkt einschüchternd. Oft fehlt es an geduldiger Begleitung, an verständlicher Sprache oder an Möglichkeiten,in kleinen Schritten Vertrauen aufzubauen.Digitale Welt und TeilhabeDie Relevanz digitaler Fähigkeiten im Alter ist mehrschichtig. Sie betrifft das persönliche Wohlbefinden, die gesellschaftliche Teilhabe und die Frage, wie wir als Gemeinschaft mit der wachsenden Zahl älterer Menschen umgehen.Digitale Fähigkeiten sind kein Luxus, sie sind ein soziales Grundrecht. Wer ausgeschlossen bleibt, verliert nicht nurUnterhaltungsmöglichkeiten, sondern den Zugang zu wesentlichen Informationen. Behördenwege, Gesundheitsangebote, soziale Dienste – vieles verlagert sich ins Internet. Wer hier nicht mitkommt, wird zum Zuschauer einer Welt, in der er doch eigentlich mitspielen sollte.Warum ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, dieses Thema ernst zu nehmen? Weil die Gesellschaft altert. In Europa wird der Anteil der über 65-Jährigen in den nächsten Jahren deutlich steigen. Gleichzeitig schreitet dieDigitalisierung in rasantem Tempo voran. Die Lücke zwischen jenen, die mithalten können, und jenen, die zurückbleiben, wächst täglich. Wenn wir jetzt nicht investieren, riskieren wir eine neue Form der Ausgrenzung, die schwerer wiegt als die räumliche Distanz: die digitale Isolation.Lebenslanges Lernen, um am Ball zu bleiben und die Konsequenzen, wenn man es nicht tut... Ältere Menschen, die keinen Zugang zur digitalen Welt haben, können nicht an Online-Arztterminen teilnehmen, keine Bankgeschäfte mehr selbstständig erledigen und verlieren den Kontakt zu Freunden und Familienmitgliedern, die sich längst über digitale Kanäle austauschen. Enkel schicken Fotos über Messenger, Treffen werden über WhatsApp organisiert, Informationen verbreiten sich in sozialen Medien. Wer hier nicht präsent ist, erlebt einen schmerzhaften Ausschluss, der das Gefühl von „nicht mehr dazuzugehören“ verstärkt.Die Konsequenzen lassen sich in fünf Kernpunkten verdichten:Digitale Kompetenzen schaffen Teilhabe, auch wenn Mobilität eingeschränkt ist. Ein einfacher Videoanruf kann Welten öffnen, wenn der Weg ins Café oder zum Verein zu beschwerlich geworden ist.Sie eröffnen Zugang zu Gemeinschaft, Information und Bildung. Ob Online-Kurse, Nachrichtenportale oder virtuelle Lesezirkel – die Möglichkeiten sind vielfältig.Sie reduzieren Abhängigkeit und fördern Selbstbestimmung. Wer Überweisungen online tätigt, behält Kontrolle über seine Finanzen und muss nicht andere um Hilfe bitten.Sie sind Voraussetzung für moderne Unterstützungsangebote wie Telemedizin oder digitale Pflegeplattformen. Gerade im ländlichen Raum kann das Leben retten oder zumindest erleichtern.Sie stärken das Gefühl, weiterhin ein aktiver Teil der Gesellschaft zu sein. Wer sich einbringt, mitdiskutiert, seine Erfahrungen teilt, bleibt sichtbar und wirksam. Verbunden bleiben – digitale Kompetenzen als Schlüssel zur Würde im AlterEs reicht nicht, Geräte zu verteilen. Technik muss erklärt, geübt und begleitet werden. Am besten in vertrauten Umgebungen, mit klarer Sprache, wiederholten Übungen und geduldigen Helfern. Erfolgreiche Projekte zeigen, dass generationenübergreifendes Lernen besonders wirksam ist. Enkel, die Großeltern beim Umgang mit Smartphonesunterstützen, schaffen nicht nur Wissen, sondern auch Nähe. Ebenso wichtig sind ehrenamtliche Initiativen, die Schulungen anbieten, oder Gemeindezentren, die als Anlaufstellen dienen.Die Förderung digitaler Fähigkeiten im Alter ist auch ein politisches Thema. Es braucht Strategien, die systematisch auf diesen Bereich eingehen. Digitale Teilhabe darf nicht vom Geldbeutel abhängen. Wenn Tablets und Internetanschlüsse zu teuer sind, dann bleiben die Vorteile ein Privileg weniger.Ein weiterer Aspekt ist die psychologische Dimension. Viele ältere Menschen haben Angst, Fehler zu machen. Sie fürchten, etwas kaputtzumachen oder sich lächerlich zu machen. Diese Hemmschwelle ist ernst zu nehmen.Schulungsprogramme sollten deshalb eine Kultur der Ermutigung vermitteln. Jeder Klick ist ein Schritt. Jede kleine Handlung ein Erfolg. Wer hier Anerkennung erfährt, baut Selbstvertrauen auf und entwickelt Freude am Entdecken. Wir sollten auch die Chancen nicht unterschätzen, die digitale Räume speziell für ältere Menschen bieten. Virtuelle Gesprächsgruppen, Online-Selbsthilfegruppen oder digitale Erzählcafés schaffen Orte, an denen Erfahrungen geteilt werden können. Menschen, die geografisch weit voneinander entfernt leben, können miteinander in Kontakt treten. Gerade in der Phase, in der körperliche Mobilität abnimmt, eröffnet die digitale Welt einen zweiten Raum der Freiheit.Es gibt dabei einen wichtigen Punkt: Digitale Fähigkeiten lösen Einsamkeit nicht automatisch. Sie sind kein Ersatz für persönliche Nähe, für eine Umarmung, für das gemeinsame Kaffeetrinken. Aber sie sind eine Brücke. Sie erweitern die Möglichkeiten, Kontakt zu halten, und können das Risiko von Isolation spürbar verringern.Wenn wir auf die Zukunft blicken, dann müssen wir uns fragen:Welche Gesellschaft wollen wir sein? Eine, die Menschen im Alter auf sich allein stellt, oder eine, die sie unterstützt, Werkzeuge zu nutzen, die Teilhabe ermöglichen? Die Antwort sollte klar sein.Der Ausbau digitaler Fähigkeiten im Alter ist ein Beitrag zur Würde. Er zeigt, dass wir Menschen nicht auf ein Abstellgleis drängen, sobald sie älter werden, sondern dass wir sie weiterhin als aktive Mitgestalter sehen. Und er ist ein Beitrag zur Gerechtigkeit, weil er sicherstellt, dass Fortschritt nicht spaltet, sondern verbindet.Am Ende geht es um etwas Einfaches: Niemand sollte im Alter das Gefühl haben, überflüssig oderabgekoppelt zu sein. Wer Technik versteht, bleibt verbunden – mit anderen, mit der Gesellschaft, mit sich selbst.
Sind Werte grenzenlos?Europa ist ein Kontinent voller Linien. Grenzen verlaufen durch Länder, Regionen, Kulturen und manchmal auch durch Familien. Über Jahrhunderte hinweg waren diese Grenzen Orte der Trennung, des Misstrauens und der Abschottung. Doch gleichzeitig waren sie immer auch Orte der Begegnung. Märkte, Pilgerwege, Klöster, Handelsrouten und Kirchen verbanden Menschen über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg. Heute, im 21. Jahrhundert, stehen wir erneut vor derFrage: Wie gestalten wir das Zusammenleben in einer Welt, die zwar global vernetzt ist, aber in vielen Köpfen noch immer geteilt bleibt?Christliche Werte können hier einen Kompass bieten. Sie sind kein historisches Relikt, sondern ein Fundament, das auch in säkularen Gesellschaften Orientierung gibt. Werte wie Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Verantwortung und Solidarität sind keine exklusiven Glaubenssätze. Sie sind Prinzipien des menschlichen Miteinanders. Wenn wir über intergenerative Solidarität im grenzübergreifenden Kontext sprechen, geht esgenau darum: diese Werte praktisch zu leben.Warum gerade jetzt? Weil unsere Gesellschaften gleichzeitig altern und sich kulturell verändern. Weil Einsamkeit, soziale Spaltung und Nationalismen wachsen. Weil Generationen Gefahr laufen, nebeneinander statt miteinander zu leben. Und weil Grenzen – trotz offener Schengen-Räume – wieder spürbarer werden, sei es durch politische Konflikte, durch Migrationsthemen oder durch wirtschaftliche Unterschiede.Die Frage ist also nicht, ob christliche Werte und intergenerative Solidarität relevant sind, sondern wie wir sie bewusst neu beleben können.Die Bedeutung der GenerationenverbindungEine Gesellschaft, die ihre älteren Mitglieder nur als Pflegefall oder Kostenfaktor betrachtet, verliert ihre Wurzeln. Eine Gesellschaft, die ihre jüngeren Mitglieder überfordert oder ausbremst, verliert ihre Zukunft.Intergenerative Solidarität bedeutet, dass beide Seiten Verantwortung füreinander übernehmen. Sie lebt davon, dass Erfahrung weitergegeben und gleichzeitig Neues zugelassen wird.In christlicher Tradition war dieses Miteinander immer zentral. Familienverbände, Klöster oder Pfarren waren Orte, an denen Alt und Jung zusammenkamen. Der Glaube gab einen Rahmen, der nicht nur spirituell, sondern auch sozial wirkte. Heute ist dieses Gefüge oft brüchiger. Familien leben verstreut, religiöse Bindungen sind schwächer geworden. Doch das Bedürfnis nach Orientierung und Zugehörigkeit bleibt bestehen.Gerade in Grenzregionen zeigt sich, wie stark diese Solidarität wirken kann. Wer in Kärnten, Friaul, Slowenien oder Ungarn lebt, weiß, dass Grenzen keine Mauern sein müssen. Viele Menschen haben Nachbarn, Freunde oderVerwandte auf der anderen Seite. Feste, Märkte, Vereine und Kirchenfeste überschreiten oft schon lange die offiziellen Linien. Intergenerative Solidarität in diesem Umfeld bedeutet, dass sich junge Menschen von Traditionen inspirieren lassen und Ältere von neuen Ideen profitieren.Christliche Werte im HeuteGrenzübergreifende Solidarität als ChanceGrenzräume sind mehr als Linien auf der Landkarte. Sie sind Laboratorien für Zusammenleben. Wer hier lebt, weiß um die Vorteile und Herausforderungen von Vielfalt. Ein grenzübergreifendes Projekt, das Jung und Alt zusammenbringt, kann weit mehr bewirken als reine Freizeitgestaltung. Es schafft Räume des Austauschs, der Erinnerung und der Hoffnung.Ein Beispiel: Ältere Menschen erzählen ihre Kriegserfahrungen, während jüngere sie digital dokumentieren und zugänglich machen. Daraus entstehen Archive, die nicht nur Geschichte bewahren, sondern auch Dialog fördern. Ein anderes Beispiel: Grenzüberschreitende Besuchsdienste, bei denen Jugendliche aus Österreich ältere Menschen in Ungarn besuchen und umgekehrt. Sprache und spielerisches Miteinander werden dabei zur Brücke, nicht zum Hindernis.Diese Initiativen zeigen, dass christliche Werte nicht an Konfessionsgrenzen Halt machen. Katholiken, Protestanten, Orthodoxe, aber auch Menschen ohne religiöse Bindung teilen die gleiche Sehnsucht: in Würde alt zu werden, gebraucht zu werden, verbunden zu bleiben.Grenzen sind von Menschen gemacht. Solidarität ist von Herzen gewollt. Wer christliche Werte ernst nimmt, erkennt, dass Verantwortung nicht am Gartenzaun oder an der Staatslinie endet. Sie beginnt dort erst recht.Intergenerative Solidarität im grenzübergreifenden Kontext ist mehr als ein Schlagwort. Sie ist die gelebte Antwort auf Einsamkeit, Ausgrenzung und Spaltung. Sie zeigt, dass die Würde des Menschen nicht von Alter, Herkunft oder Nationalität abhängt. Und sie macht deutlich, dass eine Gesellschaft, die auf Werten ruht, krisenfester, menschlicher und zukunftsfähiger ist.Am Ende geht es nicht darum, perfekte Konzepte und Projekte zu entwickeln. Es geht darum, anzufangen. Einen Besuch zu machen. Ein Gespräch zu führen. Eine Brücke zu bauen. Kleine Schritte, getragen von großen Werten. Denn wenn wir Verantwortung über Grenzen hinweg teilen, schaffen wir etwas, das stärker ist als jede Trennung:Gemeinschaft mit Zukunft in einem friedlichen Europa!
Krisen sind Teil des Lebens. Ob Krankheit, Verlust, berufliche Rückschläge oder globale
Herausforderungen – niemand bleibt verschont. Doch warum gelingt es manchen
Menschen, trotz harter Schicksalsschläge standzuhalten, während andere an
denselben Erfahrungen zerbrechen? Ein Schlüssel liegt in der Resilienz, der
inneren Widerstandskraft. Und eine der überraschendsten, aber wirkungsvollsten
Ressourcen dieser Widerstandskraft ist Humor.
Wir Menschen brauchen Feste. Sie geben uns Halt, Freude und
lassen uns Verbundenheit zueinander spüren.
Besonders das Osterfest hat dabei für Christinnen und
Christen einen besonderen Stellenwert. Sagt uns dieses Fest doch, dass das
Leben stärker ist als der Tod und die Hoffnung stärker als die Angst.
Beim Feiern von Festen, wie dem Osterfest ist das gesamte
Gehirn aktiv. Besonders drei Bereiche sollten hier erwähnt werden:
1.
Gemeinschaft und soziale Beziehungen
Beim Feiern mit anderen Menschen werden
Netzwerke, die für Bindung und Vertrauen verantwortlich sind, aktiviert. Dies
geschieht über die Ausschüttung von Botenstoffen wie Oxytocin, das auch als
Bindungs- oder Kuschelhormon bekannt ist und Dopamin der Belohnungsbotenstoff.
Dadurch wird das Gefühl von Nähe, Freude und Zugehörigkeit gefördert und das
Empfinden von Einsamkeit reduziert.
2.
Positive Gefühle und Belohnung
Gemeinsame Tätigkeiten wie Singen, Lachen,
Essen oder Beten aktivieren das Belohnungssystem des Gehirns. Durch das Erleben
positiver Emotionen wird die Ausschüttung von Stresshormonen gesenkt.
3.
Sinn und Orientierung
Rituale und Feste wie das Osterfest erzählen
sinnstiftende Geschichten von Leid und Tod, aber auch von neuem Leben. Wenn wir
Lebensereignissen einen Sinn geben und diese für uns einordnen können, stärken
wir damit das Frontalhirn. Dieses ist für unser Selbstbild und unsere
Zukunftsplanung zuständig. Das kann dabei helfen, herausfordernde Erfahrungen
besser zu verarbeiten.
Diese Feste sind auch mit bestimmten Ritualen verbunden.
Dabei handelt es sich um wiederkehrende Handlungen mit fester Struktur und
Bedeutung, wie beispielsweise das Kreuzzeichen oder das gemeinsame Singen.
Wiederholung und vertraute Abläufe stärken damit
Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn.
Das Hirn liebt Muster - wie beim Befolgen von Ritualen. Wenn
der Ablauf von Situationen bekannt ist, sinkt die Aktivität in der Amygdala,
die vor allem für negative Emotionen wie Angst verantwortlich ist, was uns
entspannter macht. Außerdem fühlen wir uns aufmerksamer, wenn das Hirn nicht
mit Unsicherheiten konfrontiert ist und sich auf das hier und jetzt
konzentrieren kann.
Besonders bei Personen mit kognitiven Einschränkungen wie
beispielsweise einer beginnenden Demenz zeigt sich, dass gerade bekannte
Rituale aus der Kindheit wie Lieder und Gebete besonders lang erhalten bleiben
und Orientierung geben können.
Wenn Sie sich für Gedächtnistraining zum Thema Ostern bei
Personen mit kognitiven Einschränkungen Interessieren finden Sie in diesem
Artikel einige Anregungen.
Quellen:
https://www.pausenkicker.de/rituale-gehirnaktivitaet-stressabbau-konzentration/
Holt-Lunstad J., Smith TB., Layton JB. (2010) Social Relationships and
Mortality Risk: A Meta-analytic Review. PLoS Med 7(7): e1000316. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1000316
https://www.caritas-altenhilfe.de/startseite/rituale-bei-demenz
Spitzer M. (2008) Nervenkitzel: Neue Geschichgten vom Gehirn”
Suhrkamp: Berlin.
Ostern ist ein Fest der Freude und der Hoffnung und das
Thema eignet sich wunderbar, um Menschen mit einer beginnenden Demenz kognitiv
zu aktivieren und diese Aktivierung in den Alltag einzubauen.
Dabei gilt es aber für die Pflegenden einige Dinge zu
beachten. Wichtig ist, dass bei der kognitiven Aktivierung immer der Spaß und
die Beziehung im Vordergrund stehen und nicht das reine Wissen. Es geht also
nicht darum, ob sich jemand „gut erinnert“, sondern um die gemeinsame schöne
Zeit.
Hier die wichtigsten Grundsätze im Überblick:
Kein Leistungsdruck: Personen mit Demenz sollen
nicht das Gefühl haben auf dem Prüfstand zu stehen – es gibt keine „richtigen“
oder „falschen“ Antworten. Kein Zeitdruck: gehen Sie langsam vor und planen
Sie Pausen ein.Biografie in den Mittelpunkt stellen: Was hat
der zu Pflegende in seinem Leben erlebt? Wo liegen seine Interessen?Gefühle sind zentral: Manchmal werden schöne
Erinnerungen von den zu Pflegenden durcheinandergebracht der die Details sind
nicht stimmig. Dann sollte man nicht immer auf den Fakten pochen, sondern das
schöne Gespräch und die gute Stimmung als Erfolg verbuchen.Sicherheit und Orientierung: Wiederholungen,
gleiche Reihenfolgen und Rituale geben Personen mit Demenz Halt und Ruhe. Aktivierung mit allen Sinnen: Je mehr Sinne
beteiligt sind, desto leichter fällt die Aktivierung.
Hier einige konkrete Anregungen wie Aktivierungsübungen rund
um das Thema Ostern aufgebaut sein können:
Nutzen Sie Biografie bezogene Fragen, um ein Gespräch zum
Thema zu starten. Dabei sollte man möglichst offene Fragen stellen, bei denen
jede Antwort richtig ist.
Beispiele: Wie habt ihr früher Ostern gefeiert?Gab es früher auch einen Osterhasen? Wer hat bei dir als
Kind die Eier versteckt?Kannst du dich an ein besonders gutes Versteck
erinnern?Was habt ihr gerne zu Ostern gegessen?Sollte die Person nicht von sich aus erzählen kann man
selbst mit einer Erzählung starten wie beispielsweise: „Ich kann mich erinnern,
dass wir früher die Eier mit Zwiebelschalen eingefärbt haben…“
Danach könnten Wörter gesammelt werden, die zu Ostern passen
wie beispielsweise der Osterhase. Gemeinsam wird dann gesammelt „Was fällt dir
noch zu Ostern ein?“ Dabei sind alle Ideen willkommen (z.B.: Eier, Kirche,
Glocken…)
Auch Sprichwörter sind bei Personen mit kognitiven
Einschränkungen durch ihren häufigen Gebrauch und die Bildhaftigkeit oft gut
verankert und können auch hier genutzt werden, indem der Anfang eines
Sprichwortes genannt wird und die Person das restliche Sprichwort ergänzt. Zum
Beispiel: „Den Bock…“ (zum Gärtner machen) oder „Da liegt der Hase...“ (im
Pfeffer), oder „Auch ein blindes Huhn…“ (findet mal ein Korn).
Sollte keine Antwort kommen, kann man den Satz selbst zu
Ende sprechen und ein neues Sprichwort anbieten oder das Thema wechseln. Bei
Personen die Sprichwörter gerne mögen, kann man auch darüber sprechen, wann
diese Sprichwörter verwendet werden.
Es können auch gemeinsame Ostervorbereitungen getroffen
werden wie beispielsweise gemeinsames Eierfärben, den Osterstrauch schmücken
oder ein typisches Hefegebäck backen.
Dabei kann ein das Ostereierfärben auch genutzt werden, um
beispielsweise Eier nach Farben zu sortieren und in die Kartons zu schlichten,
was sowohl die Feinmotorik als auch das Kurzzeitgedächtnis trainiert.
Beim Osterstrauch schmücken wird ebenfalls die Feinmotorik
trainiert. Außerdem kann der Tastsinn aktiviert werden indem beispielsweise
über die Palmkätzchen gestrichen wird.
Schließlich wird beim gemeinsamen Backen und anschließenden
Verkosten sowohl der Geruchs- als auch Geschmackssinn aktiviert.
Die oben genannten Übungsbeispiele richten sich nach
Tagesverfassung und Grad der Erkrankung des zu Pflegenden. Es ist wichtig auf
die Stimmung der Person zu achten und Überforderung zu vermeiden. Es sollten
nicht zu viele Eindrücke auf einmal vermittelt werden, sondern eins nach dem
anderen. Das gilt auch für Feiern mit der Familie – was früher genossen wurde,
wie eine große Familienfeier mit vielen Personen, kann von Menschen mit Demenz
schnell als überfordernd wahrgenommen werden.
Seien Sie wertschätzend und zeigen Sie Anerkennung durch
ihre Worte, Blicke und Berührungen. Sagen Sie beispielsweise: „Danke, dass du
mir das erzählt hast“ oder „Schön, dass wir das gemeinsam machen“.
Und zu guter Letzt ist es wichtig, auch die eigenen Grenzen
zu akzeptieren, Pausen einzuplanen und lieber kurz und liebevoll kleine
Aktivierungen in den Alltag einfließen zu lassen als ein großes Programm zu
planen, das alle zusammen überfordert. https://www.felix-demenzbegleitung.at/feiern-bei-demenz/
https://www.alzheimer-forschung.de/demenz/pflege/umgang/ostern/
Schloffer H., Prang E. und Frick Salzmann A. (Hrsg.) (2021)
Gedächtnistraining: Theorethische und praktische Grundlagen Springer Medizin
Verlag, Berlin.
Schloffer H. & Puck M. (2005) Methodenkompetenz – Aktiv
& fit von Kopf bis Fuß: ganzheitliches Gedächtnistraining für Senioren.
Olzog-Verlag, München
Viele Männer und
Frauen sind in der Steiermark als Seelsorger:innen im Kontext älterer Menschen
aktiv, sei es in Pflegeheimen, aber auch in Krankenhäusern, in der
Telefonseelsorge oder in den Pfarren. Doch was machen Seelsorger:innen
eigentlich? Das Aufgabenfeld von Seelsorgerinnen und Seelsorgern ist sehr
vielfältig: Seelsorger:innen hören absichtslos und empathisch zu. Sie begleiten
Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen. Sie sind da, wenn es
darum geht, Trauriges und Nicht-Gelungenes zur Sprache zu bringen, sich aber
zugleich auch über Schönes und Erfreuliches mitzufreuen. Sie helfen vielleicht
manchmal dabei Unausgesprochenem eine Sprache zu geben, ohne dabei belehrend zu
sein, schaffen es aber zugleich auch, Stille auszuhalten. Sie bieten in
unterschiedlichsten Lebenslagen rituelle Unterstützung an oder gestalten
Wort-Gottes-Feiern und bringen Krankenkommunion – in Einrichtungen, aber auch
zuhause. Sie stehen für Fragen zu Religion und Glaube zur Verfügung, ohne zu
bewerten oder zu missionieren. Seelsorger:innen sind gut vernetzt und
vermitteln Unterstützung zu unterschiedlichen Themen. Seelsorger:innen bilden
sich weiter und stärken regelmäßig ihre Kompetenzen. Kurz gesagt:
Seelsorger:innen stehen im Dienst der Menschen und wirken in der Vielfalt der
unterschiedlichsten Lebensentwürfe.
Möglichkeit, durch das Projekt Wissen zu erwerben.
Die Verbindung von Zonta zu unserem Projekt.
Viele von uns trainieren regelmäßig. Kraft-Training, Ausdauer-Training. Yoga. Usw.Und trotzdem fühlen wir uns häufig steif, eingeschränkt oder „alt im Körper“. Oder das Training ist einfach etwas einseitig.Genau hier setzt Ido Portal an – mit einer radikal anderen Sicht auf Bewegung:Movement statt isolierte Muskeln oder Lauf-EinheitenIdo Portal ist kein klassischer Trainer.Er lehrt Movement – also die Fähigkeit, sich vielseitig, effizient und intelligent zu bewegen.Seine Kernidee:Der Körper ist nicht dafür gemacht, Muskeln isoliert zu trainieren, sondern Bewegungen zu beherrschen.Nicht:Wie viel Gewicht bewegst Du?Sondern:Wie viele Bewegungsoptionen stehen Dir zur Verfügung?Die Conor-McGregor-Story: Movement auf höchstem NiveauInternationale Bekanntheit erlangte Ido Portal, als der MMA-Kämpfer Conor McGregor ihn in sein Team holte.Damals war McGregor bereits stark, explosiv und technisch gut.Aber: Er suchte einen entscheidenden Vorteil.Ido Portal veränderte nicht McGregors Kraft – sondern seine Bewegungsqualität:- bessere Körperkontrolle- flüssigere Übergänge- mehr Balance, Timing und Wahrnehmung- effizientere KraftübertragungDas Resultat:McGregor bewegte sich ökonomischer, unberechenbarer und entspannter als seine Gegner.In dieser Phase wurde er:- UFC Featherweight Champion- UFC Lightweight Champion- der erste Doppel-Champion in der UFC-GeschichteMcGregors Aussage dazu sinngemäß:"Movement hat mir geholfen, meinen Körper wirklich zu verstehen.Der entscheidende Unterschied zu klassischem Training"Krafttraining fragt:Welchen Muskel trainiere ich?Movement fragt:Welche Bewegung habe ich verlernt?Viele Menschen sind stark – aber unbeweglich.Aus Jungbrunnen-Sicht ist das entscheidend:Altern zeigt sich zuerst im Verlust von Bewegungsvielfalt, nicht in Falten.Wenn wir uns nur noch:- linear- vorhersehbar- immer gleich bewegen… dann verkleinern wir unseren körperlichen Möglichkeitsraum.Die Jungbrunnen-Frage zum SchlussWann hast Du Dich zuletzt bewegt, ohne zu trainieren? gespielt wie ein Kind einfach mal bewegt und fließen gelassen wie ein Tier neue Winkel genutzt etwas körperlich gelerntNicht für Kalorien.Nicht für Zahlen.Sondern aus Neugier.Vielleicht ist genau das der Punkt, an dem Bewegung wieder das wird, was sie ursprünglich war.
Warum greifen wir immer wieder zur Zigarette, zum süßen Snack oder essen weiter, obwohl wir eigentlich schon satt sind?Der Neurowissenschaftler Dr. Judson Brewer zeigt in seinem TED Talk etwas sehr Befreiendes: Gewohnheiten ändern sich nicht durch Willenskraft – sondern durch Bewusstheit.Und genau hier liegt der Schlüssel für einfache, nachhaltige Veränderung.Unser Gehirn liebt einfache Belohnungen. Rauchen, Süßes oder Snacks liefern kurzfristig ein gutes Gefühl – auch wenn sie uns langfristig schaden.Das Entscheidende laut Brewer:Wir ändern Gewohnheiten nicht, indem wir sie bekämpfen, sondern indem wir sie wirklich wahrnehmen.Ein Raucher, der achtsam raucht, merkt plötzlich: „Das stinkt. Das schmeckt eigentlich widerlich.“Und jemand, der bewusst isst, stellt bei Keks Nummer 3 fest: „Eigentlich bin ich schon satt.“Diese ehrliche Wahrnehmung verändert das Verhalten fast automatisch.Kleine Veränderungen mit großer WirkungHier sind 3 konkrete Handlungsempfehlungen, die Du sofort umsetzen kannst:1) Werde neugierig statt strengBeim nächsten ungesunden Impuls frage Dich nicht: „Warum mache ich das schon wieder?“Sondern: „Wie fühlt sich das gerade wirklich an?“ – Wie schmeckt der Keks wirklich?– Wie fühlt sich Dein Körper danach an?Neugier ist der Anfang jeder Veränderung.2) Iss (oder handle) bewusst langsamMach aus einer automatischen Handlung ein bewusstes Erlebnis:- Kaue langsamer- Spüre Geschmack, Geruch und Sättigung- Lege zwischendurch bewusst eine Pause einOft stellt sich dann ganz von selbst die Erkenntnis ein: „Ich bin satt.“3) Tausche, statt zu verbietenVerbote erzeugen Widerstand – Alternativen schaffen Freiheit.Beispiele:- Statt Snacken → ein Glas Wasser- Statt Stress-Essen → kurzer Spaziergang oder Bewegung- Statt „noch schnell was Süßes“ → bewusst ein kleines Stück genießenFazit: Bewusstsein ist Dein stärkster HebelGenau das ist gelebte Jungbrunnen-Philosophie Bleib neugierig,bleib achtsamund vertraue Deinem Körper.
"Das Leben ist so kurz, dass keine Zeit bleibt für Streitigkeiten, Entschuldigungen, Groll und Rechenschaft. Es bleibt nur Zeit für Liebe, und zwar sozusagen nur für einen Augenblick."*Mark TwainWas macht ein gutes Leben aus?Erfolg? Geld? Ein starker Körper?Oder ist es etwas ganz anderes?Seit über 80 Jahren begleitet die sogenannte Harvard Study of Adult Development mehrere hundert Menschen – von ihrer Jugend bis ins hohe Alter.Untersucht wurden:- Gesundheit- Lebenszufriedenheit- Beziehungen- beruflicher Erfolg- körperliches und geistiges AlternMit einer zentralen Frage:Was hält Menschen wirklich gesund, leistungsfähig und glücklich – ein Leben lang? Ganz im Stile von Prof. Sven Voelpel.Die wichtigste Erkenntnis: Beziehungen schlagen allesDer aktuelle Leiter der Studie, Robert Waldinger, bringt es auf den Punkt:„Good relationships keep us happier and healthier. Period.“Nicht Reichtum.Nicht Ruhm.Nicht ein perfekter Lebenslauf.Sondern stabile, tragende soziale Beziehungen. Erinnerst du dich noch an den Jungbrunnen Faktor soziale Kontakte? Die Studienergebnisse zeigen:- Menschen mit engen, verlässlichen Beziehungen leben länger- Sie bleiben geistig fitter im Alter- Sie erholen sich schneller von Krankheiten- Sie haben weniger chronischen Stress- Und sie sind insgesamt zufriedener mit ihrem LebenBesonders eindrücklich – und alarmierend – ist eine weitere Erkenntnis:Einsamkeit wirkt auf den Körper wie eine tiefgreifende, unbemerkte Krankheit.Menschen, die sich dauerhaft allein fühlen:- altern schneller- sind anfälliger für Krankheiten- verlieren früher geistige Leistungsfähigkeit- fühlen sich unglücklicher – selbst wenn sie objektiv „alles erreicht“ habenQualität schlägt QuantitätDabei geht es nicht um möglichst viele Kontakte.Sondern um Vertrauen, emotionale Nähe, echte Gespräche und das Gefühl, gesehen und gehört zu werden.Eine einzige stabile, wertschätzende Beziehung kann bereits einen enormen positiven Effekt haben.Der Jungbrunnen-Faktor „Soziale Kontakte – gemeinsam jung bleiben“ ist kein „Nice-to-have“, sondern ein echter Gesundheits-Hebel.Soziale Verbundenheit:- senkt Stresshormone- stärkt das Immunsystem- schützt Herz und Gehirn- verbessert Schlaf und emotionale Stabilität- gibt Sinn, Halt und LebensfreudeOder anders gesagt: Jungbleiben ist ein Mannschaftssport.Kleine Jungbrunnen-Impulse für Deinen AlltagFrag Dich heute einmal ganz bewusst: Mit welchen Menschen fühle ich mich wirklich verbunden? Wo könnte ich einen Kontakt vertiefen statt nur „pflegen“? Wen könnte ich einfach mal wieder anrufen – ohne Anlass?Unser Fazit:Wenn Du langfristig jung, gesund und glücklich bleiben willst, dann investiere nicht nur in Deinen Körper – sondern in Deine Beziehungen.P.S.: In der Jungbrunnen Akademie und unseren Retreats entstehen genau solche echten Verbindungen – zu Dir selbst und zu anderen. Vielleicht ist das Dein nächster Schritt.
Aufgaben des Sozialzentrums Pálos Károly und des Kinderschutzdienstes
Welche Art von mentaler Vorbereitungshilfe könnte ein Freiwilliger im Sozialwesen benötigen?
Warum wandern Pflegekräfte und medizinisches Personal ins Ausland ab?Einer der Hauptgründe für die Abwanderung von Pflegekräften und medizinischem Personal ins Ausland ist die niedrige Bezahlung im eigenen Land. Viele Fachkräfte empfinden, dass ihre verantwortungsvolle sowie körperlich und psychisch belastende Arbeit nicht angemessen vergütet wird, während sie im Ausland oft ein Vielfaches verdienen können.Auch die Arbeitsbedingungen spielen eine entscheidende Rolle: Überlastung, Personalmangel und fehlende Ressourcen führen langfristig häufig zu Erschöpfung und Burnout.Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Frage der beruflichen Wertschätzung. Viele Beschäftigte im Gesundheitswesen berichten, dass sie im Ausland mehr Respekt, bessere Arbeitsorganisation und größere Entwicklungsmöglichkeiten erfahren. Der Zugang zu Fortbildungen, modernen Technologien und klaren Karrierewegen wirkt zusätzlich attraktiv.Lebensqualität als zentraler TreiberHinter der Migration stehen oft auch Aspekte der Lebensqualität: eine stabilere Zukunft, eine bessere Work-Life-Balance und mehr finanzielle Sicherheit.Obwohl viele die Arbeit im Ausland zunächst als vorübergehende Erfahrung planen, entscheiden sich letztlich viele dafür, dauerhaft dort zu bleiben. Dies stellt eine erhebliche Herausforderung für das nationale Gesundheitssystem dar.Gehaltsvergleich Ungarn vs. ÖsterreichDas durchschnittliche monatliche Bruttogehalt einer Pflegekraft oder Betreuungsperson in Ungarn liegt bei etwa 290.000 bis 600.000 Forint (ca. 760 bis 1.500 Euro).In Österreich hingegen verdienen Beschäftigte in vergleichbaren Positionen etwa 2.800 bis 3.500 Euro brutto pro Monat (ca. 1 bis 1,4 Millionen Forint).Damit liegen die Gehälter im Gesundheits- und Pflegebereich in Österreich in der Regel 2,5- bis 4-mal höher als in Ungarn.
Aus diesem Grund entscheiden sich viele ungarische Pflegekräfte dafür, in Österreich zu arbeiten.
Bedingungen und Rechtsgrundlage für Freiwilligenarbeit in Ungarn
Was bedeutet Besuchsdienst bei älteren Menschen?
In der Praxis bezeichnet ein Besuchsdienst eine Tätigkeit, die älteren Menschen persönliche Anwesenheit und zwischenmenschlichen Kontakt bietet, insbesondere für jene, die einsam sind, in ihrer Mobilität eingeschränkt sind oder nicht ausreichend familiäre Unterstützung erhalten.
Dabei handelt es sich nicht unbedingt um eine formale sozialrechtliche Kategorie, sondern vielmehr um eine gemeinschaftliche und unterstützende Aufgabe, die von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Kirchen, Gemeinden oder ehrenamtlichen Gruppen organisiert wird.
Bedeutung von Besuchsdiensten in Ungarn
Besuchsdienste für ältere Menschen spielen in Ungarn eine wichtige Rolle, insbesondere bei der Verringerung von Einsamkeit und sozialer Isolation. Diese Angebote werden in der Regel von Gemeinden, kirchlichen Einrichtungen und gemeinnützigen Organisationen getragen und zielen darauf ab, den Alltag älterer Menschen durch regelmäßigen persönlichen Kontakt zu unterstützen.
Die Besuchenden, oft geschulte Betreuungspersonen oder Freiwillige, führen Gespräche mit den älteren Menschen, achten auf deren psychisches Wohlbefinden und melden bei Bedarf auftretende Probleme an das soziale Versorgungssystem. In vielen Fällen leisten sie auch praktische Unterstützung, etwa beim Einkaufen, bei Behördengängen oder beim Besorgen von Medikamenten.
Nutzen für ältere Menschen
Besuchsdienste sind besonders wichtig für Menschen, die allein leben oder deren Familie weit entfernt ist. Die regelmäßige menschliche Nähe vermittelt Sicherheit und trägt wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität und der psychischen Gesundheit bei.
In Ungarn gewinnen solche Programme zunehmend an Bedeutung, da sie wirksame und menschenzentrierte Antworten auf die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft bieten.
Wo sind Besuchsdienste verfügbar?
Sozialabteilung der Gemeinde
Die örtliche Sozialverwaltung kann Auskunft darüber geben, welche Besuchsdienste oder vergleichbare Unterstützungsangebote für ältere Menschen in der jeweiligen Region verfügbar sind.
Zivilgesellschaftliche Organisationen und Kirchen
Viele Organisationen bieten ehrenamtliche Besuchsdienste an, bei denen geschulte Freiwillige ältere Menschen regelmäßig besuchen.
Hauskrankenpflege und mobile Pflege (formelle Dienste)
Offizielle soziale Dienstleistungen wie die häusliche Pflege oder betreutes Wohnen beinhalten häufig regelmäßige Hausbesuche und können somit auch Elemente eines Besuchsdienstes umfassen.
Welche Möglichkeiten für Freiwilligenarbeit gibt es, unabhängig von Sprachkenntnissen?Ich spreche aus eigener Erfahrung.
Altenpflege und statistische Daten in UngarnIn Ungarn wird die Versorgung älterer Menschen, insbesondere die Altenpflege, zunehmend zu einer wichtigen gesellschaftlichen Herausforderung, da der Anteil der älteren Bevölkerung (65+) kontinuierlich steigt. Im Jahr 2025 waren rund 2 Millionen Menschen über 65 Jahre in Ungarn registriert, was etwa 21 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Dies erzeugt erheblichen demografischen Druck sowohl auf das Gesundheits- als auch auf das Sozialsystem.Inanspruchnahme von Altenpflege in UngarnIm Rahmen formeller (staatlicher bzw. kommunaler) sozialer Basisdienste, wie beispielsweise der häuslichen Pflege, zeigt die Zahl der betreuten Personen in den letzten Jahren deutliche Schwankungen. Zwischen 2010 und 2020 ist die Zahl der Nutzer*innen verschiedener sozialer Dienstleistungen teilweise zurückgegangen.Laut Daten des ungarischen Statistikamts (KSH) stieg die Zahl der Personen, die häusliche Hilfe in Anspruch nahmen, von 75.054 auf 92.846 zwischen 2010 und 2020. Dennoch gab es innerhalb dieses Zeitraums auch Phasen des Rückgangs, und bei anderen Leistungen, wie etwa dem Hausnotrufsystem, ist ebenfalls ein Rückgang zu beobachten.Andere Quellen weisen darauf hin, dass aufgrund struktureller Defizite im ungarischen Sozialsystem nach wie vor vergleichsweise wenige ältere Menschen formelle Pflegeleistungen in Anspruch nehmen. Eine Analyse aus dem Jahr 2024 zeigt beispielsweise, dass bei etwa 1,9 Millionen potenziell betroffenen älteren Personen lediglich rund 91.000 tatsächlich häusliche Pflege erhalten. Dies deutet auf eine erhebliche Unterversorgung im Vergleich zum tatsächlichen Bedarf hin.Rolle informeller PflegeNeben den offiziellen Statistiken spielt die informelle Pflege in der ungarischen Gesellschaft eine sehr große Rolle. Diese wird überwiegend von Familienangehörigen geleistet. Schätzungen zufolge gibt es in Ungarn etwa 400.000 bis 500.000 pflegende Angehörige, die meist unbezahlt die Betreuung ihrer Familienmitglieder übernehmen.Verhältnis Pflegebedürftige zu PflegepersonenInternationale und nationale Daten zeigen, dass der Anteil formeller Pflegekräfte im Verhältnis zur älteren Bevölkerung in Ungarn relativ niedrig ist. Laut OECD-Daten kamen im Jahr 2021 in Ungarn etwa 1,8 Pflegekräfte in der Langzeitpflege auf 100 Personen im Alter von 65 Jahren und älter. Dieser Wert liegt deutlich unter dem Niveau vieler entwickelter OECD-Länder, insbesondere in Skandinavien oder Westeuropa.Konkretere nationale Daten zeigen zudem, dass im Bereich der häuslichen Pflege zwischen 2014 und 2020 durchschnittlich etwa 7,7 bis 8,9 betreute Personen auf eine Pflegekraft kamen. Dieser Wert variiert je nach Jahr, verdeutlicht jedoch die vergleichsweise hohe Arbeitsbelastung der Pflegekräfte.ZusammenfassungIn Ungarn ist die Zahl der Personen, die formelle Pflegeleistungen in Anspruch nehmen, zwar in den letzten Jahrzehnten gestiegen, liegt jedoch weiterhin deutlich unter der Zahl der tatsächlich betroffenen älteren Menschen. Gleichzeitig ist die informelle Pflege durch Familienangehörige weit verbreitet und stellt eine oft unsichtbare Belastung für Familien dar.
Das Verhältnis von Pflegekräften zur älteren Bevölkerung ist im formellen System vergleichsweise niedrig, während demografische Entwicklungen, insbesondere der steigende Anteil älterer Menschen, langfristig zusätzliche Herausforderungen für das Versorgungssystem darstellen.
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Möglichkeiten für ehrenamtliche Tätigkeiten, basierend auf Ihrem eigenen Beispiel.
Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen und die Ursachen der Einsamkeit im Alter
Der Senior*innenenbericht der Grünen bietet einen umfassenden Einblick in die Herausforderungen älterer Menschen, darunter auch das Thema Einsamkeit. In unserem Artikel im präsentieren wir, die Plattform gegen Einsamkeit und wichtige Aspekte zur Debatte und Lösungsansätze aus ganz Österreich. Lesen Sie hier mehr darüber und die Bedeutung sozialer Verbindungen im Alter.Hier geht es zum Download:GruenerSeniorInnenbericht2023_webHerunterladenEinsamkeit im Alter ist ein komplexes Phänomen, das als subjektiv schmerzhaft empfundener Zustand definiert wird und durch das Fehlen bedeutsamer Sozialkontakte sowie persönliche und situative Faktoren geprägt ist (Peplau & Perlman, 1982). Diese Empfindung kann sich sogar dann auftreten, wenn es Beziehungen in unserem Umfeld existieren. Im Gegensatz dazu beschreibt soziale Isolation eine messbare Beziehungsarmut oder einen Mangel an Kontakten, wie die Größe des sozialen Netzwerks oder die Häufigkeit von Interaktionen. Obwohl nicht zwangsläufig von negativen Gefühlen begleitet, kann sie das Risiko für Einsamkeit erhöhen. Alleinsein hingegen meint die Abwesenheit von anderen Personen, ohne negativ konnotiert zu sein, etwa wenn es sich um einen bewussten Rückzug handelt. Neben der Abwesenheit enger persönlicher Beziehungen kann auch das Fehlen von Unterstützung oder Vernachlässigung durch politische Instanzen mit Einsamkeit in Verbindung gebracht werden (Hertz 2021: 19). Daher gilt die Bewältigung von Einsamkeit und sozialer Isolation als globale gesellschaftliche Herausforderung im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Wenn jemand gleichzeitig mit beiden Aspekten konfrontiert ist, kann es für das Umfeld schwierig sein, die Situation zu erkennen und passende Unterstützung anzubieten. Diese Problematik wird dadurch erschwert, dass Einsamkeit ein tabuisiertes Thema ist, das oft mit Scham behaftet ist, obwohl die Mehrheit der Menschen im Laufe ihres Lebens mit diesem Gefühl konfrontiert wird. Besonders in Lebensabschnitten mit bedeutenden Veränderungen oder einschneidenden Ereignissen, wie dem Eintritt in die Pension, dem Verlust von nahestehenden Personen oder der Mobilität, die Reduktion der Größe des sozialen Netzwerks, Isolierungsmaßnahmen während einer Pandemie oder gesundheitlichen Einschränkungen steigt das Risiko für soziale Isolation und Einsamkeit (Grillich et al. 2023). In Regionen wie Europa, den Vereinigten Staaten, China oder Lateinamerika sind etwa 20-34 % der älteren Bevölkerung betroffen (WHO 2021). Die beträchtlichen Auswirkungen von sozialer Isolation und Einsamkeit auf die Gesundheit älterer Menschen sind durch fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse gut dokumentiert. Hochwertige zwischenmenschliche Beziehungen erweisen sich als entscheidender Faktor für die Förderung der mentalen und körperlichen Gesundheit, der Lebenserwartung sowie des Wohlbefindens und der sozialen Teilhabe (Peböck et al. 2021). Dies spiegelt sich beispielsweise in einem erhöhten Risiko für diverse gesundheitliche Probleme wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, Diabetes, kognitiven Abbau, Demenz, Depressionen, Angstzustände und sogar Suizid wider. Forschungsergebnisse belegen, dass die Auswirkungen von Einsamkeit auf die Sterblichkeit vergleichbar mit bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, Fettleibigkeit und Bewegungsmangel sind (Holt-Lunstad, 2021). Während ältere Menschen besonders anfällig sind, sollte betont werden, dass die Erfahrung von Einsamkeit keinerlei Altersgrenzen unterliegt.Während der Pensionierung können Verlustgefühle auftreten, da mit dem Rückzug aus der Arbeitswelt Kontakte oft verloren gehen, was die Aufrechterhaltung von sozialen Verbindungen erschweren kann (Petrich 2011). Globale Trends zeigen, dass immer mehr ältere Menschen allein leben, während intergenerationale Wohnverhältnisse abnehmen. Im Jahr 2018 lebten in Österreich 37 % der Menschen allein, besonders bei den über 65-Jährigen beträgt dieser Anteil 51 %. Aktuelle Ereignisse, wie Lockdowns, haben gezeigt, dass die Situation für alleinlebende Menschen zu Hause noch herausfordernder sein kann als für Pflegeheimbewohner*innen (Grillich et al. 2023). Wohnortbedingte Faktoren wie Infrastruktur und Nachbarschaftsbeziehungen können ebenfalls das Einsamkeitsrisiko beeinflussen, wobei in städtischen Gebieten eine gute Anbindung und Nähe zu kulturellen Angeboten das Risiko mindern können, während im ländlichen Raum starke Nachbarschaftsbeziehungen schützend wirken (Grillich et al. 2023).Laut Berichten der WHO (2021) empfiehlt es sich, in Zukunft Interventionen auf verschiedenen Ebenen zu entwickeln und umzusetzen: Auf individueller Ebene sollten persönliche oder digitale Interventionen einzeln oder in Gruppen, wie kognitive Verhaltenstherapie, Social Prescribing und nachbarschaftliche Unterstützungsangebote in Betracht gezogen werden. Diese Ansätze fördern individuelle Fähigkeiten und Ressourcen, um soziale Isolation und Einsamkeit wirksam zu bewältigen. Auf kommunaler Ebene ist es essenziell, die Infrastruktur zu verbessern, sei es in Bezug auf Mobilität, digitale Integration, Freiwilligenarbeit oder die Gestaltung der baulichen Umwelt. Die Förderung von altersfreundlichen Gemeinschaften schafft sozial inklusive Umgebungen, die den Austausch und die Interaktion erleichtern. Auf gesellschaftlicher Ebene können Gesetze und politische Maßnahmen eine entscheidende Rolle spielen. Hierbei gilt es, Altersdiskriminierung zu bekämpfen, Ungleichheiten abzubauen und die digitale Kluft zu überwinden. Durch gezielte Maßnahmen werden Grundlagen geschaffen, um soziale Teilhabe und Solidarität zwischen Generationen Menschen nachhaltig zu fördern.QUELLENHertz, N. (2021): Das Zeitalter der Einsamkeit. Über die Kraft der Verbindung in einer zerfaserten Welt. Hamburg: HarperCollins.Holt-Lunstad J. (2021): The Major Health Implications of Social Connection. Current Directions in Psychological Science. 30(3): 251-259.Grillich, L.; Titscher, V.; Klingenstein, P.; Kostial, E.; Emprechtinger, R.; Klerings, I.; Sommer, I.; Nikitin, J.; Laireiter, A.R. (2023). The effectiveness of interventions to prevent loneliness and social isolation in the community-dwelling and old population: an overview of systematic reviews and meta-analysis. European Journal of Public Health, 33:2: 235-241 Peböck, M., Arzt, S., Hagmüller, T., Hartl, S.,Hauck, B., Maier, S., Menges, M., Oelmack, G.,Pfaunz, S., Rasoly, H., Redl, B., Robatscher, T., Rohrauer, S., Rohrböck, T., Ruhdorfer, A. Weingartsberger, L., Wolf, M., Zahirovi E. (2021): https://www.jku.at/fileadmin/gruppen/120/Publikationen_und_Downloads/Downloads/Publikationen/Lehrforschung_Endberichte/Einsamkeit_im_alter_design_final.pdfPeplau L. A., Perlman D. (1982): Loneliness: A sourcebook of current theory, research and therapy. New York: Wiley.Petrich, D (2011): Einsamkeit im Alter. Notwendigkeit und (ungenutzte) Möglichkeiten Sozialer Arbeit mit allein lebenden alten Menschen in unserer Gesellschaft. Jena: FachhochschuleWorld Health Organization, International Telecommunications Union, United Nations Department of Economic and Social Affairs (2021): https://www.who.int/teams/social-determinants-of-health/demographic-change-and-healthy-ageing/social-isolation-and-loneliness
Spätabends in Paris, am 23. November 1654 gegen halb elf. Es ist dunkel draußen, die Gaslaternen sind noch nicht erfunden. Drinnen nur das Flackern von Kerzenlicht an den Wänden. Blaise Pascal, 31, sitzt allein in seinem Zimmer. Er ist eine Koryphäe der Wissenschaft, ein Pionier der Wahrscheinlichkeitstheorie.Jetzt sitzt Pascal nur da, allein mit sich selbst, und starrt ins Nichts.Aus diesem Nichts überkommen ihn große Gefühle, lebensverändernd große. Er greift zur Feder, schreibt immer wieder das Wort "FEUER" aufs Pergament, unterstreicht es mehrfach. Was er empfindet, ist ungeheuer. Er schreibt "Gewissheit. Freude. Empfinden. Friede". Dieses Stück Papier näht er später in das Futter seines Rocks ein, als Erinnerung an diesen Moment.Lange nach dieser besonderen Nacht formuliert Blaise Pascal einen der berühmtesten Sätze der Philosophiegeschichte: "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen."Pascal wusste, wovon er sprach. Er war selbst ein Gschaftler, ein rastloses Wunderkind. Mit 16 revolutionierte er die Geometrie. Er erforschte das Vakuum. Er erfand die erste mechanische Rechenmaschine. Nebenbei focht er die Dogmen der Kirche an. Ein paar Jahre vor seinem frühen Tod im Jahr 1662 stellte er das erste öffentliche Nahverkehrsnetz der Welt auf die Beine, die carrosses à cinq sols in Paris, Vorläufer der heutigen Busse, gezogen von Pferden.So viel leistet niemand, der in sich ruht. Pascal war ein Getriebener, immer auf der Jagd nach dem nächsten Triumph, nach Anerkennung, nach Ablenkung. Bis zu jener Feuernacht, in der es ihm gelang, es ein paar Stunden mit sich selbst auszuhalten.Stellen Sie sich vor, da ist ein Mensch, der Ihnen ständig auf der Pelle sitzt, jahrelang, jahrzehntelang. Er folgt Ihnen überallhin, liegt Ihnen in den Ohren, belehrt Sie, korrigiert Sie, beleidigt Sie manchmal sogar. Er lässt seine Launen an Ihnen aus. Ihm können Sie nichts vormachen. Er durchschaut Sie. Dieser Mensch sind Sie selbst.Natürlich ist es unangenehm, dauernd mit jemandem zusammen rumhängen zu müssen, den man gar nicht richtig kennt. Sie haben die Wahl: Sie können die Anwesenheit dieses Menschen als notwendiges Übel nehmen, als einen lästigen Bekannten, der halt immer dabei ist – so wie Blaise Pascal, der Rastlose. Oder Sie wenden sich ihm zu, so wie Pascal allein in seinem Zimmer.Alleinsein ist eine Kunst, die in Vergessenheit gerät. Psychologen der University of Michigan schrieben im Februar 2025 in einer Studie über das "Einsamkeitsparadox": Demnach stellen die Medien den Zustand des Alleinseins überwiegend negativ dar. In den Berichten ist fast immer davon die Rede, wie schädlich Alleinsein sei, und fast nie von dessen Segen. Einsamkeit sei so schädlich wie Rauchen oder Alkohol, fördere Diabetes, Demenz, Depression und Herzkrankheiten. Alle warnen vor der "Einsamkeitsepidemie". Die britische Regierung hat im Jahr 2018 den Posten einer "Einsamkeitsbeauftragten" geschaffen. Das deutsche Familienministerium hat eine "Strategie gegen Einsamkeit" entwickelt.Einsamkeit ist ein subjektives, negatives Gefühl. Alleinsein dagegen ist objektiv: niemand da, nur ich selbst. Alleinsein kann Mangel sein, beispielsweise im Gefängnis. Oder Fülle, etwa im Kloster. Wer im Alleinsein stets nur den Mangel sieht, wird die Fülle nicht finden. © Isabel SeligerSo wird Alleinsein zum Stigma. In Gesellschaften, in denen eine negative Grundhaltung gegenüber dem Alleinsein verbreitet ist, fühlen sich die Menschen besonders einsam. Die "Einsamkeitsepidemie" wird zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Weil wir pausenlos vor Einsamkeit gewarnt werden, haben wir verlernt, zu unterscheiden: Es gibt die schmerzhafte, unfreiwillige Einsamkeit und das gewählte, wohltuende Alleinsein. Welchen dieser zwei Zustände ein Mensch erlebt, hängt nicht nur von seiner sozialen Situation ab, sondern auch von ihm selbst. "Einsamkeit hat nicht nur mit unseren Beziehungen zu anderen Menschen zu tun", sagt der Psychologe Ethan Kross, Mitautor der Michigan-Studie, "sie hat auch mit unserer Beziehung zu unserer Zeit des Alleinseins zu tun."Die Furcht vor der Stille ist die Kraft, die uns immer wieder zum Smartphone greifen lässt – und das Smartphone befeuert diese Furcht weiter. Mit dem Gerät in der Hand sind wir nie richtig allein und können nie richtig beisammen sein.Einsamkeit entsteht aus einer Diskrepanz zwischen den Beziehungen, die ein Mensch hat, und den Beziehungen, die er sich wünscht. Diese Diskrepanz kann auch inmitten von Menschen auftreten, vielleicht in einem vollen Café, umgeben von Hunderten Online-"Freunden". Einsamkeit ist unfreiwillig, ein schmerzlicher Mangel – schmerzlich im wörtlichen Sinn. Bei Einsamkeit sind dieselben Gehirnregionen aktiv wie bei körperlichem Schmerz, zeigen bildgebende Studien. Chronische Einsamkeit fördert Stress und Entzündungen, schwächt das Immunsystem und ist ein Risikofaktor für Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Demenz.Einsamkeit ist ein subjektives, negatives Gefühl. Alleinsein dagegen ist objektiv: niemand da, nur ich selbst. Alleinsein kann Mangel sein, beispielsweise im Gefängnis. Oder Fülle, etwa im Kloster. Wer im Alleinsein stets nur den Mangel sieht, wird die Fülle nicht finden. Wenn das Leben ihn dann – durch einen Umzug, eine Trennung, eine Pandemie – dazu zwingt, äußerlich allein zu sein, gerät sein innerer Raum aus den Fugen. Der Zustand kippt unweigerlich in toxische Einsamkeit.Die Fähigkeit, mit sich allein zu sein, ist daher die beste Prävention gegen die Einsamkeit. Dieser Zusammenhang ist auch durch empirische Studien belegt: Menschen, die gelernt haben, Alleinsein positiv zu erleben, fühlen sich deutlich weniger einsam, auch wenn sie objektiv viel Zeit allein verbringen. Wenn es gut läuft, ist Alleinsein das Gegenteil von Einsamkeit.Wie geht das? Wie gelingt es, den Raum, in dem wir nur mit uns selbst sind, nicht als Gefängnis, sondern als Ort der Geborgenheit zu erleben, als Heimat? Die Antwort liegt, vielleicht unerwartet, in den Beziehungen zu anderen Menschen. Es wird viel darüber geredet und geschrieben, was eine gute Beziehung ausmacht: eine erfüllende Partnerschaft, eine beständige Freundschaft, eine liebevolle Eltern-Kind-Beziehung. Manchmal vergisst man darüber die wichtigste und längste Beziehung, die ein Mensch führt: die zu sich selbst.Warum kommen manche Menschen besser mit sich selbst aus als andere? Dieser Frage ging der englische Kinderarzt Donald Winnicott in den 1950er-Jahren nach. Er arbeitete während und nach dem Zweiten Weltkrieg mit Kindern und Müttern. Darunter waren viele Kinder, die durch den Krieg ihre Eltern verloren hatten. Donald Winnicott begleitete sie über Jahre, um zu verstehen, wie die frühen Bindungen eines Menschen sein späteres Leben prägen. Ihm fiel auf, dass die Fähigkeit, in der Stille mit sich allein zu sein – als etwas Positives, nicht als Angst oder pathologischer Rückzug –, in der Fachliteratur kaum behandelt worden war. Frühere Psychoanalytiker hatten zwar viel über die Angst vor dem Alleinsein geschrieben, aber wenig über die gesunde Fähigkeit dazu. Winnicott prägte den Begriff von der capacity to be alone: der Fähigkeit, allein zu sein. Seine wichtigste Erkenntnis dazu ist scheinbar widersinnig: Diese Fähigkeit entsteht durch gute Erfahrungen mit anderen Menschen.In seiner Arbeit mit Kriegskindern beobachtete Winnicott, dass die Fähigkeit, allein mit sich selbst auszukommen, nicht angeboren ist. Kinder lernen sie in Anwesenheit der Mutter. Stellen Sie sich ein Kleinkind vor, das auf dem Boden sitzt und spielt, während die Mutter ruhig im selben Raum liest oder Tee trinkt. Das Kind ist in sein Spiel vertieft – und doch ist da diese verlässliche Präsenz im Hintergrund. Die Mutter schaut nicht ständig hin, korrigiert oder mahnt nicht. Sie ist einfach da. In dieser Situation erfährt das Kind laut Winnicott ein Gefühl von Sicherheit, auch wenn es gerade keinen direkten Kontakt zur Bezugsperson hat. Es lernt, dass alles in Ordnung ist, auch wenn gerade niemand nach ihm schaut. Es verinnerlicht dieses Gefühl der Geborgenheit. Nun kann es sich anderen Menschen verbunden fühlen, auch wenn sie gerade nicht physisch anwesend sind.Dieser Prozess ist keine Hexerei. Donald Winnicott sprach von der good-enough mother: einer Mutter, die nicht perfekt sein muss, aber verlässlich und einfühlsam genug ist, um ihrem Kind ein Urvertrauen zu vermitteln. Im Kind wächst die Gewissheit: "Ich kann auch allein sein, ohne mich verlassen zu fühlen."Im Gegenzug neigen auch Menschen, die in ihren frühen Jahren wenig Zuwendung und Anerkennung erfahren haben, dazu, diese Erfahrungen zu verinnerlichen. Sie entwickeln eher ein negatives Selbstbild. "Du bist nichts wert" – diese Botschaft der anderen bleibt hängen. Sie wird verinnerlicht zu: "Ich bin nichts wert". Wer so durchs Leben geht, sehnt sich vielleicht nach Liebe, aber wenn ein anderer Mensch dieser Person mit Liebe begegnet, reagiert sie mit Misstrauen und Zurückweisung. Sie denkt: "Wie kann dieser Mensch mich wirklich lieben, sieht er nicht, dass ich im Grunde ein schlechter Mensch bin?" Wer sich selbst nicht mag, ist schneller einsam.Spätere Psychologen haben die Einsicht von Donald Winnicott bestätigt: Kinder mit sicherer Bindung entwickeln eine deutlich bessere Fähigkeit, allein zu sein. Für Kinder mit unsicherer Bindung ist Alleinsein mit existenzieller Angst verbunden. Es ist ein Echo früherer Momente, in denen die Bezugsperson nicht für sie da war.Die Fähigkeit, allein zu sein, ist mit den Erfahrungen als Kind nicht in Stein gemeißelt. Es ist später noch möglich, Selbsthass zu überwinden. Die Fähigkeit, allein zu sein, lässt sich auch im Erwachsenenalter entwickeln. Menschen, die Schwierigkeiten haben, ihre Verlassenheitsängste zu überwinden, können in einer Therapie lernen, innere Sicherheit aufzubauen.Der Weg, gute Beziehungen zu anderen Menschen zu finden, ist der Weg zu einer guten Beziehung zu sich selbst – es ist derselbe Weg. Pflegen Sie diese spezielle Beziehung zu sich selbst. Gehen Sie mal allein mit sich essen. Nur Sie und Sie. Besuchen Sie mit sich ein Museum. Machen Sie mit sich lange Spaziergänge. Reden Sie mit sich. Was man so tut, um einen Menschen kennenzulernen. Nicht zu viel auf einmal, es muss nicht gleich ein ganzer Urlaub allein sein. Seien Sie nett zu sich. Vielleicht sind Sie schüchtern. Am Anfang mag es sich noch fremd anfühlen, so ganz allein mit sich selbst. Dafür gibt es keine Differenzen bei den Interessen, und die Terminabsprachen sind einfacher. Unternehmungen mit sich selbst sind kein Mangel, sondern Souveränität: "Ich tue das gern allein mit mir."Wer ein gutes Verhältnis zu sich selbst hat, kann die Rolle seiner ersten Bezugspersonen übernehmen: sich beruhigen, sich trösten, sich ermutigen. Die Psychologin Thuy-vy Nguyen hat in ihren Studien zum Alleinsein einen "Deaktivierungseffekt" beobachtet: Wer allein und ohne Ablenkung eine Viertelstunde ruhig dasitzt, kann Emotionen wie Wut oder Nervosität deutlich reduzieren. Diese Wirkung hielt in den Studien manchmal eine ganze Woche lang an. Nicht durch Small Talk, sondern durch Alleinsein beruhigt sich das aufgewühlte Gemüt. Alleinsein ist der Aus-Knopf für die unablässige Stimulation durch die Aufmerksamkeitsökonomie – für all die Empörung, den Neid, die Angst, etwas zu verpassen. Aus FOMO (fear of missing out) wird JOMO (die Freude, joy, etwas zu verpassen).
Lyrik hat den Ruf, in kleinen Theatern bei Kerzenschein vor einer Handvoll Leute stattzufinden. Claras Publikum ist etwas größer: Sie postet Gedichtvideos bei Instagram und TikTok und erreicht damit Millionen. Ihr erstes Buch, ein Band mit 101 Texten, trägt den Titel Wehe du gibst auf. Warum Clara sich nach ihrem Studium doch gegen die Laufbahn als Deutschlehrerin entschieden hat, wie man junge Menschen für Gedichte begeistert und was man auf einer Beerdigung sagen kann, erzählt sie in dieser Folge vom ZEIT-Campus-Podcast Und was macht die Uni?.In Claras Gedichten geht es um Liebe und Freundschaft, um den Tod und verloren geglaubte Hoffnung, um die Klimakrise und Trauer. Viele dieser Texte sind während ihrer selbst auferlegten Instagram-Challenge entstanden: Während der Pandemie postete Clara jeden Tag ein Video, in dem sie ein Gedicht vorträgt. "Ich war gerade frisch nach Berlin gezogen und habe mich sehr einsam gefühlt", sagt die 26-Jährige über diese Zeit. Was sie gegen den Teufelskreis der Einsamkeit getan hat und was sie anderen raten würde, denen es gerade ähnlich geht, verrät sie im Podcast. Clara nennt sich selbst Poetry Artist, das klinge "weniger aus der Zeit gefallen als Dichterin". Ihre Kunst bringt sie in Form von Workshops auch in Klassenzimmer. Denn mit ihren Texten möchte sie das Denken ihrer Leser:innen verändern. "Ich bin nicht delusional. Aber ich glaube, dass der richtige Text zur richtigen Zeit sehr viel in einem anstoßen kann", sagt Clara. Ein Satz, der sie schon seit ihrer Kindheit begleitet, sei: "Die Gedanken sind frei." Im Podcast erzählt sie außerdem, was sie im Lehramtsstudium fürs Leben gelernt hat, wer ihr gerade zwischen vielen Krisen Hoffnung gibt und wie ihr Opa sie zur Geschichtenerzählerin machte.Und was macht die Uni? wird moderiert von Charlotte Köhler und Christoph Farkas. Die nächste Folge erscheint am 14. Oktober.
Vorstellung der Gemeinde des Bezirks Zala und ihrer Beziehungen zu Organisationen
Warum hielt unser Freiwilliger Simon Benedek es für wichtig, an dem Projekt teilzunehmen?
Wenn Menschen älter werden, verändert sich ihre soziale Welt. Freunde sterben, Partner fallen weg, Kinder leben an anderen Orten, das gewohnte Umfeld löst sich langsam auf. Für viele beginnt dann ein Leben in engeren Kreisen, manchmal auch in völliger Isolation. Besonders in ländlichen Regionen, wo Entfernungen groß und Angebote rar sind,verstärkt sich dieser Rückzug. Doch die Einsamkeit ist nicht nur eine emotionale Erfahrung, sie ist ein Gesundheitsrisiko. Studien zeigen, dass Vereinsamung ähnliche Folgen haben kann wie Rauchen oder Übergewicht. Sie schwächt das Immunsystem, erhöht das Risiko für Depressionen und wirkt sich negativ auf die kognitive Leistungsfähigkeit aus.Digitale Fähigkeiten bieten in dieser Situation einen Schlüssel, der nicht weniger wichtig ist als der Haustürschlüssel zur eigenen Wohnung. Sie öffnen Zugänge zu sozialen Kontakten, zu Information, zu Bildung, zu Kultur undzu Unterstützungssystemen. Wer mit Smartphone, Tablet oder Laptop umgehen kann, hat die Möglichkeit, ein Stück Selbstbestimmung und Freiheit zu bewahren.Doch gerade hier zeigt sich ein tiefer Graben. Während Jüngere selbstverständlich mit digitalen Medien aufwachsen, erleben viele ältere Menschen Technik als etwas Fremdes, Unnahbares, manchmal sogar Bedrohliches.Der Gedanke, eine App herunterzuladen, sich in einer Online-Gruppe zu registrieren oder einen Videoanruf zu starten, wirkt einschüchternd. Oft fehlt es an geduldiger Begleitung, an verständlicher Sprache oder an Möglichkeiten,in kleinen Schritten Vertrauen aufzubauen.Digitale Welt und TeilhabeDie Relevanz digitaler Fähigkeiten im Alter ist mehrschichtig. Sie betrifft das persönliche Wohlbefinden, die gesellschaftliche Teilhabe und die Frage, wie wir als Gemeinschaft mit der wachsenden Zahl älterer Menschen umgehen.Digitale Fähigkeiten sind kein Luxus, sie sind ein soziales Grundrecht. Wer ausgeschlossen bleibt, verliert nicht nurUnterhaltungsmöglichkeiten, sondern den Zugang zu wesentlichen Informationen. Behördenwege, Gesundheitsangebote, soziale Dienste – vieles verlagert sich ins Internet. Wer hier nicht mitkommt, wird zum Zuschauer einer Welt, in der er doch eigentlich mitspielen sollte.Warum ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, dieses Thema ernst zu nehmen? Weil die Gesellschaft altert. In Europa wird der Anteil der über 65-Jährigen in den nächsten Jahren deutlich steigen. Gleichzeitig schreitet dieDigitalisierung in rasantem Tempo voran. Die Lücke zwischen jenen, die mithalten können, und jenen, die zurückbleiben, wächst täglich. Wenn wir jetzt nicht investieren, riskieren wir eine neue Form der Ausgrenzung, die schwerer wiegt als die räumliche Distanz: die digitale Isolation.Lebenslanges Lernen, um am Ball zu bleiben und die Konsequenzen, wenn man es nicht tut... Ältere Menschen, die keinen Zugang zur digitalen Welt haben, können nicht an Online-Arztterminen teilnehmen, keine Bankgeschäfte mehr selbstständig erledigen und verlieren den Kontakt zu Freunden und Familienmitgliedern, die sich längst über digitale Kanäle austauschen. Enkel schicken Fotos über Messenger, Treffen werden über WhatsApp organisiert, Informationen verbreiten sich in sozialen Medien. Wer hier nicht präsent ist, erlebt einen schmerzhaften Ausschluss, der das Gefühl von „nicht mehr dazuzugehören“ verstärkt.Die Konsequenzen lassen sich in fünf Kernpunkten verdichten:Digitale Kompetenzen schaffen Teilhabe, auch wenn Mobilität eingeschränkt ist. Ein einfacher Videoanruf kann Welten öffnen, wenn der Weg ins Café oder zum Verein zu beschwerlich geworden ist.Sie eröffnen Zugang zu Gemeinschaft, Information und Bildung. Ob Online-Kurse, Nachrichtenportale oder virtuelle Lesezirkel – die Möglichkeiten sind vielfältig.Sie reduzieren Abhängigkeit und fördern Selbstbestimmung. Wer Überweisungen online tätigt, behält Kontrolle über seine Finanzen und muss nicht andere um Hilfe bitten.Sie sind Voraussetzung für moderne Unterstützungsangebote wie Telemedizin oder digitale Pflegeplattformen. Gerade im ländlichen Raum kann das Leben retten oder zumindest erleichtern.Sie stärken das Gefühl, weiterhin ein aktiver Teil der Gesellschaft zu sein. Wer sich einbringt, mitdiskutiert, seine Erfahrungen teilt, bleibt sichtbar und wirksam. Verbunden bleiben – digitale Kompetenzen als Schlüssel zur Würde im AlterEs reicht nicht, Geräte zu verteilen. Technik muss erklärt, geübt und begleitet werden. Am besten in vertrauten Umgebungen, mit klarer Sprache, wiederholten Übungen und geduldigen Helfern. Erfolgreiche Projekte zeigen, dass generationenübergreifendes Lernen besonders wirksam ist. Enkel, die Großeltern beim Umgang mit Smartphonesunterstützen, schaffen nicht nur Wissen, sondern auch Nähe. Ebenso wichtig sind ehrenamtliche Initiativen, die Schulungen anbieten, oder Gemeindezentren, die als Anlaufstellen dienen.Die Förderung digitaler Fähigkeiten im Alter ist auch ein politisches Thema. Es braucht Strategien, die systematisch auf diesen Bereich eingehen. Digitale Teilhabe darf nicht vom Geldbeutel abhängen. Wenn Tablets und Internetanschlüsse zu teuer sind, dann bleiben die Vorteile ein Privileg weniger.Ein weiterer Aspekt ist die psychologische Dimension. Viele ältere Menschen haben Angst, Fehler zu machen. Sie fürchten, etwas kaputtzumachen oder sich lächerlich zu machen. Diese Hemmschwelle ist ernst zu nehmen.Schulungsprogramme sollten deshalb eine Kultur der Ermutigung vermitteln. Jeder Klick ist ein Schritt. Jede kleine Handlung ein Erfolg. Wer hier Anerkennung erfährt, baut Selbstvertrauen auf und entwickelt Freude am Entdecken. Wir sollten auch die Chancen nicht unterschätzen, die digitale Räume speziell für ältere Menschen bieten. Virtuelle Gesprächsgruppen, Online-Selbsthilfegruppen oder digitale Erzählcafés schaffen Orte, an denen Erfahrungen geteilt werden können. Menschen, die geografisch weit voneinander entfernt leben, können miteinander in Kontakt treten. Gerade in der Phase, in der körperliche Mobilität abnimmt, eröffnet die digitale Welt einen zweiten Raum der Freiheit.Es gibt dabei einen wichtigen Punkt: Digitale Fähigkeiten lösen Einsamkeit nicht automatisch. Sie sind kein Ersatz für persönliche Nähe, für eine Umarmung, für das gemeinsame Kaffeetrinken. Aber sie sind eine Brücke. Sie erweitern die Möglichkeiten, Kontakt zu halten, und können das Risiko von Isolation spürbar verringern.Wenn wir auf die Zukunft blicken, dann müssen wir uns fragen:Welche Gesellschaft wollen wir sein? Eine, die Menschen im Alter auf sich allein stellt, oder eine, die sie unterstützt, Werkzeuge zu nutzen, die Teilhabe ermöglichen? Die Antwort sollte klar sein.Der Ausbau digitaler Fähigkeiten im Alter ist ein Beitrag zur Würde. Er zeigt, dass wir Menschen nicht auf ein Abstellgleis drängen, sobald sie älter werden, sondern dass wir sie weiterhin als aktive Mitgestalter sehen. Und er ist ein Beitrag zur Gerechtigkeit, weil er sicherstellt, dass Fortschritt nicht spaltet, sondern verbindet.Am Ende geht es um etwas Einfaches: Niemand sollte im Alter das Gefühl haben, überflüssig oderabgekoppelt zu sein. Wer Technik versteht, bleibt verbunden – mit anderen, mit der Gesellschaft, mit sich selbst.
Sind Werte grenzenlos?Europa ist ein Kontinent voller Linien. Grenzen verlaufen durch Länder, Regionen, Kulturen und manchmal auch durch Familien. Über Jahrhunderte hinweg waren diese Grenzen Orte der Trennung, des Misstrauens und der Abschottung. Doch gleichzeitig waren sie immer auch Orte der Begegnung. Märkte, Pilgerwege, Klöster, Handelsrouten und Kirchen verbanden Menschen über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg. Heute, im 21. Jahrhundert, stehen wir erneut vor derFrage: Wie gestalten wir das Zusammenleben in einer Welt, die zwar global vernetzt ist, aber in vielen Köpfen noch immer geteilt bleibt?Christliche Werte können hier einen Kompass bieten. Sie sind kein historisches Relikt, sondern ein Fundament, das auch in säkularen Gesellschaften Orientierung gibt. Werte wie Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Verantwortung und Solidarität sind keine exklusiven Glaubenssätze. Sie sind Prinzipien des menschlichen Miteinanders. Wenn wir über intergenerative Solidarität im grenzübergreifenden Kontext sprechen, geht esgenau darum: diese Werte praktisch zu leben.Warum gerade jetzt? Weil unsere Gesellschaften gleichzeitig altern und sich kulturell verändern. Weil Einsamkeit, soziale Spaltung und Nationalismen wachsen. Weil Generationen Gefahr laufen, nebeneinander statt miteinander zu leben. Und weil Grenzen – trotz offener Schengen-Räume – wieder spürbarer werden, sei es durch politische Konflikte, durch Migrationsthemen oder durch wirtschaftliche Unterschiede.Die Frage ist also nicht, ob christliche Werte und intergenerative Solidarität relevant sind, sondern wie wir sie bewusst neu beleben können.Die Bedeutung der GenerationenverbindungEine Gesellschaft, die ihre älteren Mitglieder nur als Pflegefall oder Kostenfaktor betrachtet, verliert ihre Wurzeln. Eine Gesellschaft, die ihre jüngeren Mitglieder überfordert oder ausbremst, verliert ihre Zukunft.Intergenerative Solidarität bedeutet, dass beide Seiten Verantwortung füreinander übernehmen. Sie lebt davon, dass Erfahrung weitergegeben und gleichzeitig Neues zugelassen wird.In christlicher Tradition war dieses Miteinander immer zentral. Familienverbände, Klöster oder Pfarren waren Orte, an denen Alt und Jung zusammenkamen. Der Glaube gab einen Rahmen, der nicht nur spirituell, sondern auch sozial wirkte. Heute ist dieses Gefüge oft brüchiger. Familien leben verstreut, religiöse Bindungen sind schwächer geworden. Doch das Bedürfnis nach Orientierung und Zugehörigkeit bleibt bestehen.Gerade in Grenzregionen zeigt sich, wie stark diese Solidarität wirken kann. Wer in Kärnten, Friaul, Slowenien oder Ungarn lebt, weiß, dass Grenzen keine Mauern sein müssen. Viele Menschen haben Nachbarn, Freunde oderVerwandte auf der anderen Seite. Feste, Märkte, Vereine und Kirchenfeste überschreiten oft schon lange die offiziellen Linien. Intergenerative Solidarität in diesem Umfeld bedeutet, dass sich junge Menschen von Traditionen inspirieren lassen und Ältere von neuen Ideen profitieren.Christliche Werte im HeuteGrenzübergreifende Solidarität als ChanceGrenzräume sind mehr als Linien auf der Landkarte. Sie sind Laboratorien für Zusammenleben. Wer hier lebt, weiß um die Vorteile und Herausforderungen von Vielfalt. Ein grenzübergreifendes Projekt, das Jung und Alt zusammenbringt, kann weit mehr bewirken als reine Freizeitgestaltung. Es schafft Räume des Austauschs, der Erinnerung und der Hoffnung.Ein Beispiel: Ältere Menschen erzählen ihre Kriegserfahrungen, während jüngere sie digital dokumentieren und zugänglich machen. Daraus entstehen Archive, die nicht nur Geschichte bewahren, sondern auch Dialog fördern. Ein anderes Beispiel: Grenzüberschreitende Besuchsdienste, bei denen Jugendliche aus Österreich ältere Menschen in Ungarn besuchen und umgekehrt. Sprache und spielerisches Miteinander werden dabei zur Brücke, nicht zum Hindernis.Diese Initiativen zeigen, dass christliche Werte nicht an Konfessionsgrenzen Halt machen. Katholiken, Protestanten, Orthodoxe, aber auch Menschen ohne religiöse Bindung teilen die gleiche Sehnsucht: in Würde alt zu werden, gebraucht zu werden, verbunden zu bleiben.Grenzen sind von Menschen gemacht. Solidarität ist von Herzen gewollt. Wer christliche Werte ernst nimmt, erkennt, dass Verantwortung nicht am Gartenzaun oder an der Staatslinie endet. Sie beginnt dort erst recht.Intergenerative Solidarität im grenzübergreifenden Kontext ist mehr als ein Schlagwort. Sie ist die gelebte Antwort auf Einsamkeit, Ausgrenzung und Spaltung. Sie zeigt, dass die Würde des Menschen nicht von Alter, Herkunft oder Nationalität abhängt. Und sie macht deutlich, dass eine Gesellschaft, die auf Werten ruht, krisenfester, menschlicher und zukunftsfähiger ist.Am Ende geht es nicht darum, perfekte Konzepte und Projekte zu entwickeln. Es geht darum, anzufangen. Einen Besuch zu machen. Ein Gespräch zu führen. Eine Brücke zu bauen. Kleine Schritte, getragen von großen Werten. Denn wenn wir Verantwortung über Grenzen hinweg teilen, schaffen wir etwas, das stärker ist als jede Trennung:Gemeinschaft mit Zukunft in einem friedlichen Europa!
Krisen sind Teil des Lebens. Ob Krankheit, Verlust, berufliche Rückschläge oder globale
Herausforderungen – niemand bleibt verschont. Doch warum gelingt es manchen
Menschen, trotz harter Schicksalsschläge standzuhalten, während andere an
denselben Erfahrungen zerbrechen? Ein Schlüssel liegt in der Resilienz, der
inneren Widerstandskraft. Und eine der überraschendsten, aber wirkungsvollsten
Ressourcen dieser Widerstandskraft ist Humor.
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