Wir Menschen brauchen Feste. Sie geben uns Halt, Freude und
lassen uns Verbundenheit zueinander spüren.
Besonders das Osterfest hat dabei für Christinnen und
Christen einen besonderen Stellenwert. Sagt uns dieses Fest doch, dass das
Leben stärker ist als der Tod und die Hoffnung stärker als die Angst.
Beim Feiern von Festen, wie dem Osterfest ist das gesamte
Gehirn aktiv. Besonders drei Bereiche sollten hier erwähnt werden:
1.
Gemeinschaft und soziale Beziehungen
Beim Feiern mit anderen Menschen werden
Netzwerke, die für Bindung und Vertrauen verantwortlich sind, aktiviert. Dies
geschieht über die Ausschüttung von Botenstoffen wie Oxytocin, das auch als
Bindungs- oder Kuschelhormon bekannt ist und Dopamin der Belohnungsbotenstoff.
Dadurch wird das Gefühl von Nähe, Freude und Zugehörigkeit gefördert und das
Empfinden von Einsamkeit reduziert.
2.
Positive Gefühle und Belohnung
Gemeinsame Tätigkeiten wie Singen, Lachen,
Essen oder Beten aktivieren das Belohnungssystem des Gehirns. Durch das Erleben
positiver Emotionen wird die Ausschüttung von Stresshormonen gesenkt.
3.
Sinn und Orientierung
Rituale und Feste wie das Osterfest erzählen
sinnstiftende Geschichten von Leid und Tod, aber auch von neuem Leben. Wenn wir
Lebensereignissen einen Sinn geben und diese für uns einordnen können, stärken
wir damit das Frontalhirn. Dieses ist für unser Selbstbild und unsere
Zukunftsplanung zuständig. Das kann dabei helfen, herausfordernde Erfahrungen
besser zu verarbeiten.
Diese Feste sind auch mit bestimmten Ritualen verbunden.
Dabei handelt es sich um wiederkehrende Handlungen mit fester Struktur und
Bedeutung, wie beispielsweise das Kreuzzeichen oder das gemeinsame Singen.
Wiederholung und vertraute Abläufe stärken damit
Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn.
Das Hirn liebt Muster - wie beim Befolgen von Ritualen. Wenn
der Ablauf von Situationen bekannt ist, sinkt die Aktivität in der Amygdala,
die vor allem für negative Emotionen wie Angst verantwortlich ist, was uns
entspannter macht. Außerdem fühlen wir uns aufmerksamer, wenn das Hirn nicht
mit Unsicherheiten konfrontiert ist und sich auf das hier und jetzt
konzentrieren kann.
Besonders bei Personen mit kognitiven Einschränkungen wie
beispielsweise einer beginnenden Demenz zeigt sich, dass gerade bekannte
Rituale aus der Kindheit wie Lieder und Gebete besonders lang erhalten bleiben
und Orientierung geben können.
Wenn Sie sich für Gedächtnistraining zum Thema Ostern bei
Personen mit kognitiven Einschränkungen Interessieren finden Sie in diesem
Artikel einige Anregungen.
Quellen:
https://www.pausenkicker.de/rituale-gehirnaktivitaet-stressabbau-konzentration/
Holt-Lunstad J., Smith TB., Layton JB. (2010) Social Relationships and
Mortality Risk: A Meta-analytic Review. PLoS Med 7(7): e1000316. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1000316
https://www.caritas-altenhilfe.de/startseite/rituale-bei-demenz
Spitzer M. (2008) Nervenkitzel: Neue Geschichgten vom Gehirn”
Suhrkamp: Berlin.