„Feste feiern, wie sie fallen“ tut Seele und Gehirn gut

01.04.2026
Stephanie Puck

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Wir Menschen brauchen Feste. Sie geben uns Halt, Freude und lassen uns Verbundenheit zueinander spüren.

Besonders das Osterfest hat dabei für Christinnen und Christen einen besonderen Stellenwert. Sagt uns dieses Fest doch, dass das Leben stärker ist als der Tod und die Hoffnung stärker als die Angst.

Beim Feiern von Festen, wie dem Osterfest ist das gesamte Gehirn aktiv. Besonders drei Bereiche sollten hier erwähnt werden:

1.      Gemeinschaft und soziale Beziehungen

Beim Feiern mit anderen Menschen werden Netzwerke, die für Bindung und Vertrauen verantwortlich sind, aktiviert. Dies geschieht über die Ausschüttung von Botenstoffen wie Oxytocin, das auch als Bindungs- oder Kuschelhormon bekannt ist und Dopamin der Belohnungsbotenstoff. Dadurch wird das Gefühl von Nähe, Freude und Zugehörigkeit gefördert und das Empfinden von Einsamkeit reduziert.

 

2.      Positive Gefühle und Belohnung

Gemeinsame Tätigkeiten wie Singen, Lachen, Essen oder Beten aktivieren das Belohnungssystem des Gehirns. Durch das Erleben positiver Emotionen wird die Ausschüttung von Stresshormonen gesenkt. 

 

3.      Sinn und Orientierung

Rituale und Feste wie das Osterfest erzählen sinnstiftende Geschichten von Leid und Tod, aber auch von neuem Leben. Wenn wir Lebensereignissen einen Sinn geben und diese für uns einordnen können, stärken wir damit das Frontalhirn. Dieses ist für unser Selbstbild und unsere Zukunftsplanung zuständig. Das kann dabei helfen, herausfordernde Erfahrungen besser zu verarbeiten.

Diese Feste sind auch mit bestimmten Ritualen verbunden. Dabei handelt es sich um wiederkehrende Handlungen mit fester Struktur und Bedeutung, wie beispielsweise das Kreuzzeichen oder das gemeinsame Singen.

Wiederholung und vertraute Abläufe stärken damit Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn.

Das Hirn liebt Muster - wie beim Befolgen von Ritualen. Wenn der Ablauf von Situationen bekannt ist, sinkt die Aktivität in der Amygdala, die vor allem für negative Emotionen wie Angst verantwortlich ist, was uns entspannter macht. Außerdem fühlen wir uns aufmerksamer, wenn das Hirn nicht mit Unsicherheiten konfrontiert ist und sich auf das hier und jetzt konzentrieren kann.

Besonders bei Personen mit kognitiven Einschränkungen wie beispielsweise einer beginnenden Demenz zeigt sich, dass gerade bekannte Rituale aus der Kindheit wie Lieder und Gebete besonders lang erhalten bleiben und Orientierung geben können.

 

Wenn Sie sich für Gedächtnistraining zum Thema Ostern bei Personen mit kognitiven Einschränkungen Interessieren finden Sie in diesem Artikel einige Anregungen.

 

Quellen:

https://www.pausenkicker.de/rituale-gehirnaktivitaet-stressabbau-konzentration/

Holt-Lunstad J., Smith TB., Layton JB. (2010) Social Relationships and Mortality Risk: A Meta-analytic Review. PLoS Med 7(7): e1000316. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1000316

https://www.caritas-altenhilfe.de/startseite/rituale-bei-demenz

Spitzer M. (2008) Nervenkitzel: Neue Geschichgten vom Gehirn” Suhrkamp: Berlin.