Selbstfürsorge in Pflege und Betreuung

04.05.2026
Stephanie Puck

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Selbstfürsorge in Pflege und Betreuung: Was das bedeutet

Self-Care oder Selbstfürsorge bedeutet: Ich achte auch auf meine eigenen körperlichen, seelischen und sozialen Bedürfnisse. In der Betreuung und Pflege anderer ist das besonders wichtig, weil pflegende Menschen oft viel geben und dabei ihre eigenen Grenzen übersehen. Die Welt Gesundheitsorganisation (WHO) betont, dass gesundes Altern auch von einem unterstützenden Umfeld und von gesundheitsförderlichem Verhalten abhängt; das gilt nicht nur für ältere Menschen, sondern auch für die Menschen, die sie begleiten. Selbstfürsorge ist deshalb kein Luxus, sondern eine Voraussetzung dafür, auf Dauer gesund und belastbar zu bleiben.

 

Warum Selbstfürsorge so wichtig ist

Pflegen kann erfüllend sein, aber auch anstrengend. Viele betreuende Personen erleben Zeitdruck, Schlafmangel, körperliche Belastung, Sorgen um den anderen Menschen und manchmal auch das Gefühl, alles allein tragen zu müssen.

Wenn daraufhin die Selbstfürsorge zu kurz kommt, steigt das Risiko für Erschöpfung, Stress, depressive Symptome und Überforderung. Gute Selbstfürsorge schützt also nicht nur die pflegende Person, sondern auch die Qualität der Betreuung und der Beziehung zum Betreuenden.

Wissenschaftlich gesehen ist das wichtig, weil chronischer Stress Körper und Psyche belastet. Das National Institute on Aging beschreibt, dass regelmäßige Bewegung, guter Schlaf, soziale Kontakte, seelische Gesundheit und ärztliche Vorsorge zentrale Bausteine für gesundes Altern sind. Für pflegende Menschen heißt das: Wer sich selbst stabil hält, kann langfristig auch besser helfen.

 

Grundprinzipien der Selbstfürsorge

Selbstfürsorge funktioniert am besten, wenn sie nicht als Extra behandelt wird, sondern als fester Bestandteil unseres Alltags. Es ist ein wenig wie Zähneputzen: da reicht einmal putzen in der Woche auch nicht für ein strahlendes Lächeln.

Drei Grundprinzipien sind für eine erfolgreiche Selbstfürsorge besonders hilfreich:

·       Grenzen setzen,

·       Unterstützung annehmen und

·       regelmäßige kleine Erholungsmomente einbauen.

 

Auch die Forschung zur SelfCare in pflegerischen Kontexten betont, dass bewusste Selbstwahrnehmung und das Erkennen eigener Grenzen zentrale Fähigkeiten sind.

Wichtig ist auch eine realistische Haltung. Selbstfürsorge bedeutet nicht, immer ausgeglichen zu sein oder alles perfekt zu schaffen. Es bedeutet vielmehr, rechtzeitig zu merken: Ich brauche eine Pause, Hilfe oder Entlastung. Genau diese Haltung schützt vor Überforderung.

 

Tipps für den Alltag

Hier sind alltagstaugliche Maßnahmen, die sich gut mit häuslicher Pflege verbinden lassen:

·       Plane feste Pausen ein, auch wenn es nur 5 bis 10 Minuten sind.

·       Setze klare Grenzen und übe, freundlich „Nein“ zu sagen.

·       Nutze kurze Achtsamkeitsmomente, zum Beispiel bewusst atmen oder kurz stillsitzen.

·       Pflege Kontakte zu Freunden, Nachbarn oder Verwandten, auch telefonisch.

·       Bewege dich regelmäßig, zum Beispiel durch Spaziergänge, Dehnübungen oder Treppensteigen.

·       Schlafe so regelmäßig wie möglich und nimm Schlafprobleme ernst.

·       Iss regelmäßig und möglichst ausgewogen, damit du genug Energie hast.

·       Plane Hilfe von außen ein, zum Beispiel durch Angehörige, Besuchsdienste oder Entlastungsangebote.

·       Mache dir bewusst, was dir guttut: Musik, Lesen, Gartenarbeit, eine Tasse Kaffee in Ruhe oder ein kurzer Gang an die frische Luft.

·       Sprich früh über Überforderung, statt erst zu warten, bis gar nichts mehr geht.

 

Entlastung nutzen

Viele Menschen versuchen, alles allein zu schaffen. Doch das ist auf Dauer selten gut machbar. Entlastung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verantwortung. In Österreich gibt es für pflegende Angehörige zum Beispiel Beratungs- und Gesprächsangebote; solche Unterstützungen können helfen, die Belastung besser zu tragen.

Auch im privaten Umfeld kann man Aufgaben verteilen: Einkaufen, Fahrdienste, Dokumente, Telefonate oder kleine Haushaltsarbeiten.

Wenn möglich, sollten Pflegende früh ein Unterstützungsnetz aufbauen. Dazu können Familienmitglieder, Nachbarn, Freundinnen und Freunde, freiwillige Helfer oder professionelle Dienste gehören. Je früher man Hilfe organisiert, desto besser lässt sich Erschöpfung vorbeugen.

 

Wichtig ist dabei: Nicht eine einzelne Maßnahme hilft, sondern die Kombination. Kleine Schritte im Alltag sind oft wirksamer als große Vorsätze, die man nicht durchhalten kann.

 

Schlussgedanke

Wer ältere Menschen betreut oder pflegt, leistet viel. Gerade deshalb ist Selbstfürsorge so wichtig. Gute Selbstfürsorge hilft, gesund zu bleiben, klarer zu denken, geduldiger zu sein und die Pflege länger gut bewältigen zu können. Man muss dafür nicht sein ganzes Leben umstellen. Oft reichen schon kleine, regelmäßige Schritte.

 

Hilfreiche Links:

Das Angehörigengespräch

https://broschuerenservice.sozialministerium.gv.at/Home/Download?publicationId=667

Zeitpolster

https://www.zeitpolster.com/

 

 

Quellen:

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8970644/

https://zuhause-pflegen.unfallkasse-nrw.de/gesundheitsschutz-fuer-pflegende-angehoerige/wege-zu-selbstpflege

https://www.draco.de/selbstfuersorge-6-tipps-fuer-pflegekraefte/

https://www.sozialministerium.gv.at/Themen/Pflege/Betreuende-und-Pflegende-Angehoerige.html

https://www.pflegeberatung.de/pflegeanspruch/fuer-pflegende-angehoerige/entlastung/7-tipps-zur-selbstfuersorge-im-alltag


Bildquelle:

https://pixabay.com/de/photos/self-care-selbst-pflege-4899284/