Gesundheitsmythen im Alter: Was stimmt wirklich?
Im Alltag hören wir häufig Ratschläge und Meinungen über den
Bereich Gesundheit. Manche davon können hilfreich sein, andere sind falsch oder
nur zum Teil richtig. Solche fehlerhaften Vorstellungen nennt man
Gesundheitsmythen. Diese können uns verunsichern und dazu führen, dass man gut
gemeinte Tipps umsetzt, sich selbst aber nichts Gutes damit tut, wichtige Hilfe
zu spät sucht oder unnötig Angst bekommt.
Darum ist es wichtig, Mythen zu erkennen und
vertrauenswürdige Informationsquellen nutzen denn - Gute Information schützt.
Das Illinois Cognitive Resources Network listet folgende 10
Gesundheitsmythen auf, die im Alter besonders häufig genannt werden:
1. Depression und Einsamkeit sind im Alter normal
Das stimmt nicht. Traurigkeit, Einsamkeit oder
Antriebslosigkeit können im Alter vorkommen, aber sie sind nicht einfach
„normal“ und sollten ernst genommen werden. Wer sich über längere Zeit
niedergeschlagen und antriebslos fühlt, sollte Hilfe suchen.
2. Ältere Menschen brauchen weniger Schlaf
Auch das ist falsch. Ältere Erwachsene brauchen in der Regel
genauso viel Schlaf wie andere Erwachsene, also etwa sieben bis neun Stunden
pro Nacht. Häufig verändert sich der Schlaf im Alter aber dahingehend, dass der
Schlaf leichter oder unruhiger wird.
3. Im Alter kann man nichts Neues mehr lernen
Das stimmt nicht. Ältere Menschen können neue Dinge lernen,
neue Erinnerungen bilden und Fähigkeiten verbessern. Lernen bleibt also
möglich, in jedem Lebensalter. Dieses Prinzip nennt man Neuroplastizität.
4. Demenz gehört automatisch zum Alter
Nein. Demenz ist keine normale Folge des Älterwerdens. Das
Risiko steigt zwar mit dem Alter, aber viele ältere Menschen bleiben kognitiv
gesund. Beschwerden wie Vergesslichkeit oder Orientierungslosigkeit sollten
ärztlich abgeklärt werden, da sie auch andere Ursachen haben können.
5. Im Alter sollte man sich lieber schonen als bewegen
Das ist ein folgenschwerer Irrtum. Bewegung ist in jedem
Alter wichtig und meist eher hilfreich als schädlich. Wer sich wenig bewegt,
verliert oft schneller Kraft, Gleichgewicht und Beweglichkeit. Schon kleine
Aktivitäten im Alltag können viel bringen wie beispielsweise die Treppe
anstelle des Lifts zu nutzen oder kurze Wege zu Fuß zurückzulegen.
6. Osteoporose betrifft nur Frauen
Nein, das stimmt nicht. Frauen sind häufiger betroffen, aber
auch Männer können Osteoporose bekommen. Deshalb ist Knochengesundheit für alle
wichtig.
7. Wenn die Familie Alzheimer hat, bekommt man es sicher
auch
Das ist ebenfalls ein Mythos. Eine familiäre Vorbelastung
kann das Risiko erhöhen, aber sie bedeutet nicht, dass man die Krankheit
automatisch bekommt. Sowohl der Lebensstil als auch andere Gesundheitsfaktoren
spielen eine Rolle.
8. Im Alter mit dem Rauchen aufzuhören, lohnt sich nicht.
Das ist falsch. Mit dem Rauchen aufzuhören, hat immer einen
positiven Effekt. Der Körper profitiert auch im hohen Alter noch davon.
9. Krebsfrüherkennung ist im Alter nicht mehr wichtig
Doch, sie kann weiterhin wichtig sein. Alter allein ist kein
Grund, auf Vorsorge zu verzichten. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt
vom Gesundheitszustand und von der Lebenssituation ab.
10. Im Alter ist man automatisch gebrechlich und abhängig
Auch das ist ein Mythos. Die WHO betont, dass ältere
Menschen sehr verschieden sind. Einige sind mit 80 noch sehr fit, andere
brauchen mehr Unterstützung.
So schützt man sich vor Mythen
Der beste Schutz ist gute Information. Wer etwas über
Gesundheit hört, sollte es nicht sofort glauben, sondern zuerst prüfen.
Hilfreich sind Fragen wie:
·
Ist das eine offizielle Stelle?
·
Gibt es Belege?
·
Sagt das auch meine Ärztin oder mein Arzt?
Wichtig ist auch, mit Fachpersonen zu sprechen. Dazu gehören
Hausärztinnen, Hausärzte, Apotheken und andere Gesundheitsstellen. Auch
Gespräche in der Familie oder in Seniorengruppen helfen. Wenn viele Menschen
über Gesundheit offen sprechen, werden falsche Vorstellungen schneller erkannt.
Im Alltag hilft außerdem ein einfacher Grundsatz: Gesundheit
ist nicht nur eine Frage des Alters. Bewegung, Schlaf, seelisches Wohlbefinden,
gute Ernährung und Vorsorge spielen eine wichtige Rolle. Wer auf diese Dinge
achtet, kann auch im Alter viel für sich tun.
Quellen:
https://ilbrainhealth.org/2024/10/08/common-misconceptions-about-aging/
https://www.who.int/news-room/photo-story/detail/ageing-and-life-course
https://www.nia.nih.gov/health/healthy-aging/10-common-misconceptions-about-aging
Bilder
https://pixabay.com/de/photos/gold-gehirn-golden-kunst-figur-9295394/
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