Belastung im Pflegealltag

27.05.2026
Stephanie Puck

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Was oft passiert

Wer einen älteren Menschen pflegt oder betreut, übernimmt eine große Verantwortung. Im Alltag kommen oft viele Aufgaben zusammen: helfen, organisieren, zuhören, Medikamente im Blick behalten, Termine machen und gleichzeitig den eigenen Alltag bewältigen. Dazu kommen häufig Sorgen um die Gesundheit der betreuten Person, Zeitdruck und das Gefühl, immer verfügbar sein zu müssen.

Das führt dazu, dass viele pflegenden Angehörige auch seelischen Druck erleben. Manche fühlen sich allein gelassen, müde oder überfordert. Andere haben Schuldgefühle, wenn sie einmal nicht helfen können oder sich Zeit für sich selbst nehmen. Besonders im häuslichen Bereich verschwimmen die Grenzen zwischen Familie, Hilfe und Pflege schnell. Genau das macht Pflege oft so belastend.

Welche Warnzeichen man ernst nehmen sollte:

Belastung zeigt sich nicht nur im Kopf, sondern auch im Körper. Typische Warnzeichen sind Schlafprobleme, anhaltende Müdigkeit, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Verspannungen oder häufiger Infektanfälligkeit. Auch innerer Druck, Reizbarkeit, Traurigkeit, Nervosität oder das Gefühl, kaum noch abschalten zu können, sind wichtige Signale.

Ebenso ernst zu nehmen sind Veränderungen im Verhalten. Wer sich immer mehr zurückzieht, kaum noch Freude empfindet oder das Gefühl hat, „nicht mehr zu können“, braucht Unterstützung.

Wenn Pflege auf Dauer krank macht, ist es wichtig, früh gegenzusteuern.

Was helfen kann

Der erste Schritt ist oft, die eigene Belastung überhaupt zu benennen. Viele Menschen halten lange durch und reden erst sehr spät darüber. Doch genau das ist wichtig: Nicht zuwarten, bis gar nichts mehr geht.

Auch kleine Entlastungen können viel bringen.

Zum Beispiel:

·         regelmäßige freie Zeiten für Erholung,

·         Hilfe durch andere Familienmitglieder,

·         Unterstützung durch mobile Dienste,

·         Beratung bei Pflegefragen,

·         Gespräche mit Fachpersonen.

 

Das psychologische Angehörigengespräch

Ein sehr wichtiges Angebot in Österreich ist das psychologische Angehörigengespräch. Es richtet sich an pflegende Angehörige, die psychisch belastet sind und deren Angehörige Pflegegeld beziehen. Das Gespräch wird von Psychologinnen und Psychologen geführt und kann helfen, seelische Belastungen aufzuarbeiten.

Ziele des Angehörigengesprächs sind unter anderem:

·         psychische und soziale Belastungen zu reduzieren,

·         die eigene Gesundheit zu stärken,

·         neue Perspektiven zu finden,

·         Entlastung im Alltag zu ermöglichen.

Das Angebot kann zu Hause, an einem anderen Ort, telefonisch oder online stattfinden. In Österreich sind bis zu zehn Gesprächseinheiten kostenlos möglich. Dabei geht es nicht darum, jemanden zu bewerten, sondern darum, gemeinsam Lösungen zu finden und die eigene Grenze besser wahrzunehmen.

Wohin man sich wenden kann

Wer Unterstützung braucht, sollte sich möglichst früh melden. Erste Anlaufstellen sind die Hausärztin oder der Hausarzt, Pflegeberatungsstellen, mobile Dienste, Gemeindeangebote und regionale Pflegehotlines. In Österreich gibt es je nach Bundesland eigene Hotlines und Stellen für pflegende Angehörige.

Denn Pflege ist wertvoll. Aber sie darf Menschen nicht krank machen. Wer auf Warnzeichen achtet, früh Hilfe annimmt und das Angehörigengespräch nutzt, schützt die eigene Gesundheit und damit auch die Qualität der Pflege. Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein wichtiger Schritt, um langfristig gut für einen anderen Menschen da sein zu können.


Bild: https://pixabay.com/de/photos/blume-pflanze-wei%C3%9Fe-blume-gujeolcho-7993995/