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Caritas Steiermark Plauderbankerl

21.10.2026
Zala Megyei Önkormányzat

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Ein Bankerl gegen Einsamkeit: Wie Begegnung ganz einfach beginnen kann

Das Plauderbankerl der Caritas Steiermark schafft einen unkomplizierten Ort für Gespräche. Freiwillige schenken Zeit und Aufmerksamkeit – und aus einer ersten Begegnung kann mehr entstehen.


Einsamkeit ist nicht immer sichtbar. Menschen können ihren Alltag selbstständig bewältigen und nach außen gut versorgt wirken – und trotzdem regelmäßige Gespräche, persönliche Begegnungen oder das Gefühl vermissen, dazuzugehören.

„Einsamkeit merkt man oft gar nicht“, sagt Mag.a Eva Bakalli, Leiterin der Abteilung Region & Engagement der Caritas Steiermark. Häufig bleibe sie im Verborgenen und sei mit Scham oder Unsicherheit verbunden. Gerade deshalb brauche es Angebote, bei denen Menschen nicht erst ausdrücklich sagen müssen: „Ich bin einsam“ oder „Ich brauche Hilfe.“

 

Das Plauderbankerl: Platz nehmen und offen für ein Gespräch sein

Die Grundidee ist bewusst einfach. Eine Parkbank kennt jeder. Sie ist ein Ort zum Sitzen, Ausruhen und Beobachten. Beim Plauderbankerl kommt eine weitere Bedeutung hinzu: Die gekennzeichnete Bank signalisiert, dass Gespräche willkommen sind.

Wer sich dort hinsetzt, zeigt, dass er oder sie offen für Begegnung ist. Es braucht zunächst keine komplizierte Anmeldung und keine Erklärung, warum man Gesellschaft sucht.

Genau diese Niederschwelligkeit macht das Konzept besonders zugänglich.

Im Juli 2026 starteten die Caritas Steiermark und die Stadt Graz gemeinsam ein entsprechendes Pilotprojekt im Grazer Augarten. Das erste Grazer Plauderbankerl im öffentlichen Raum befindet sich in der Nähe des Pavillons und ist weiß gekennzeichnet. Wer dort Platz nimmt, signalisiert Offenheit für ein Gespräch. Die Teilnahme ist laut Caritas ohne Anmeldung und ohne Verpflichtung möglich.

Das Plauderbankerl soll damit nicht erst auf ein bereits ausgesprochenes Hilfebedürfnis reagieren. Es schafft vielmehr eine Gelegenheit, bei der Kontakt ganz selbstverständlich entstehen kann.

Ein fester Ort für spontane Begegnungen

Beim Grazer Pilotprojekt sind Freiwillige zu festgelegten Zeiten als Gesprächspartner:innen vor Ort. Nach dem aktuell veröffentlichten Stand sind sie mittwochs von 15.30 bis 16.30 Uhr am Plauderbankerl im Augarten anzutreffen. Bei Schlechtwetter pausiert das Angebot.

 

Aktuelle Information – Stand September 2026

Ort: Grazer Augarten, in der Nähe des Pavillons

Angebot: persönliche Begegnung und Gespräch

Begleitung: freiwillige Gesprächspartner:innen

Aktuell veröffentlichter Termin: Mittwoch, 15.30–16.30 Uhr

Hinweis: Bei Schlechtwetter pausiert das Angebot.

 

„Beim Bankerl ist immer wer da, der Zeit zum Reden hat“

Was ein solcher Treffpunkt für Besucher:innen bedeuten kann, zeigen auch anonymisierte Rückmeldungen, die der Caritas für den Com(p)AGE-Beitrag vorliegen.

„Man muß nicht alleine sein und kommt aus dem Haus mal raus. Beim Bankerl ist immer wer da, der Zeit zum Reden hat.“

Der Satz bringt einen wichtigen Aspekt des Angebots auf den Punkt: Es geht nicht darum, Menschen auf ihre Einsamkeit zu reduzieren. Es geht darum, einen Anlass zu schaffen, das Haus zu verlassen, andere zu treffen und miteinander zu reden.

Eine weitere Rückmeldung beschreibt, wie selbstverständlich ein solcher Treffpunkt Teil des Alltags werden kann:

„Ich komme gerne hierher und nehme immer gleich eine Freundin oder Nachbarin mit.“

Begegnung kann damit Kreise ziehen. Wer selbst kommt, bringt vielleicht beim nächsten Mal jemanden mit. Aus einem ersten Gespräch kann ein weiterer Kontakt entstehen.

 

Freiwillige sind das Herzstück der Begegnung

Eine gekennzeichnete Bank allein schafft noch keine Beziehung. Entscheidend sind Menschen, die bereit sind, zuzuhören, Zeit zu schenken und Gespräche entstehen zu lassen.

Für Eva Bakalli sind Freiwillige deshalb ein wesentlicher Bestandteil der Angebote gegen Einsamkeit. Sie werden für konkrete Aufgaben gewonnen, auf ihre Rolle vorbereitet und während ihres Engagements begleitet. Dabei können auch schwierige Gesprächssituationen besprochen und gemeinsam eingeübt werden.

Der Ansatz verbindet damit einen sehr offenen Zugang für Besucher:innen mit einer klareren Struktur für die Menschen, die freiwillig mitarbeiten.

Auch in den vorbereitenden Caritas-Unterlagen werden Zeit, Aufmerksamkeit, menschliche Nähe und Begegnung auf Augenhöhe als besondere Stärken freiwilligen Engagements hervorgehoben. Gleichzeitig spielen Begleitung, Schulung und Koordination eine wichtige Rolle.

 

Generationen begegnen sich auf Augenhöhe

Das Thema Einsamkeit betrifft nicht ausschließlich ältere Menschen. Auch das Grazer Plauderbankerl ist ausdrücklich als Ort für Menschen unterschiedlicher Generationen gedacht. Der Augarten wurde laut Caritas bewusst gewählt, weil dort Menschen verschiedener Altersgruppen zusammenkommen.

Für Eva Bakalli liegt gerade darin eine wichtige Chance.

Bei generationenübergreifenden Begegnungen gehe es nicht darum, dass ausschließlich eine jüngere Generation der älteren etwas beibringt – oder umgekehrt. Entscheidend sei vielmehr das Miteinander-Lernen.

Das kann im Alltag ganz unterschiedlich aussehen: jemand hilft beim Umgang mit dem

Smartphone, jemand anderes erzählt von Erfahrungen, kennt einen praktischen Lösungsweg oder bringt eine neue Perspektive ein.

Nicht das Alter entscheidet darüber, wer etwas geben kann. Entscheidend ist, dass Menschen miteinander in Kontakt kommen.

 

Begegnung funktioniert auch am Telefon

Nicht jeder Mensch kann oder möchte einen öffentlichen Treffpunkt besuchen. Deshalb ergänzt die Caritas persönliche Begegnungsangebote auch durch andere Zugänge.

Ein Beispiel ist das Plaudernetz. Menschen, die gerade mit jemandem reden möchten, können dort telefonisch mit Gesprächspartner:innen verbunden werden. Das Angebot funktioniert ortsunabhängig und anonym. Laut aktuell veröffentlichter Information ist das Plaudernetz täglich von 10 bis 22 Uhr geöffnet.

Auch hier spielen Freiwillige eine zentrale Rolle. Plauderpartner:innen können ihre Verfügbarkeit selbst festlegen und werden durch das Team des Plaudernetzes begleitet. Die Caritas nennt unter anderem individuelle Betreuung und Unterstützung sowie monatliche Webinare als Bestandteile der Begleitung.

Plauderbankerl und Plaudernetz folgen damit demselben Grundgedanken auf unterschiedliche Weise: Begegnung soll möglichst einfach erreichbar sein.

 

Was können andere Regionen daraus mitnehmen?

Für Com(p)AGE ist besonders interessant, welche Elemente sich auch in anderen österreichischen oder ungarischen Regionen weiterdenken lassen.

Nicht jeder Ort braucht genau dasselbe Modell. Unterschiedliche Gemeinden verfügen über unterschiedliche Treffpunkte, freiwillige Strukturen und soziale Angebote.

Übertragbar ist vor allem das Grundprinzip:

einen leicht erreichbaren Ort schaffen, Begegnung sichtbar einladen, freiwilliges Engagement gut begleiten und lokale Partner miteinander verbinden.

Manchmal beginnt Beziehung mit einem freien Platz

Einsamkeit lässt sich nicht mit einer einzigen Bank lösen.

Aber eine Bank kann einen Anfang ermöglichen.

Ein zugänglicher Ort.

Ein Mensch, der Zeit hat.

Ein Gespräch ohne große Hürde.

Daraus kann ein weiterer Besuch entstehen. Eine Bekanntschaft. Ein regelmäßiger Treffpunkt. Und manchmal sogar eine Freundschaft.

Genau darin liegt die Stärke des Plauderbankerls: Es macht Begegnung nicht kompliziert, sondern möglich.

 

Aktuelle Informationen und Materialien zum Plauderbankerl

https://www.caritas-steiermark.at/hilfe-angebote/menschen-in-not/psychosoziale-

angebote/wege-aus-der-einsamkeit 

 

Materialien zum Plauderbankerl ansehen

 

Die Initiative „Plauderbankerl“ der Caritas Steiermark bietet eine einfache Möglichkeit zur Begegnung. Erfahren Sie, wie es funktioniert und welche Rolle die Freiwilligen dabei spielen.