Vielen Menschen macht das Thema Demenz Angst. Oft geschieht
das, weil sie zu wenig darüber wissen. Wer sich ehrenamtlich engagiert und
Menschen mit Demenz begegnet, kann diese Unsicherheit durch Wissen und einfache
Grundhaltungen deutlich verringern. Denn ein guter Umgang mit Demenz ist
erlernbar.
Wichtig zu wissen ist, dass Demenz keine einzelne Krankheit
ist, sondern ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, bei denen
Nervenzellen im Gehirn nach und nach absterben. Am häufigsten denken wir an die
Alzheimer-Krankheit, wenn wir an Demenzen denken. Betroffen sind zunächst oft
das Kurzzeitgedächtnis und die zeitliche Orientierung, im weiteren Verlauf auch
Sprache, Handlungsfähigkeit und schließlich die Fähigkeit, sich verbal
mitzuteilen. Wichtig zu wissen ist, dass Menschen mit Demenz sich nicht ändern
oder „zusammenreißen" können. Die Erkrankung bestimmt, was noch möglich
ist und was nicht.
Die wichtigste Grundhaltung: Validation statt Korrektur
Ein zentraler und hilfreicher Grundsatz im Umgang mit
Menschen mit Demenz heißt Validation. Die veränderte Wahrnehmung des anderen
ernst nehmen, statt sie zu korrigieren. Wenn eine Frau mit Demenz sagt „Ich
muss nach Hause, mein Mann wartet auf mich", hilft es wenig, sie mit der
Tatsache zu konfrontieren, dass ihr Mann bereits verstorben ist. Hilfreicher
ist es, ihre Gefühle aufzugreifen: „Du denkst an deinen Mann. Wie war er denn
so?" So bleibt man mit dem Menschen in Verbindung, ohne ihn mit einer für
ihn schmerzhaften Realität zu konfrontieren.
Praktische Tipps für die Kommunikation
Einfach und klar sprechen
- Kurze Sätze, ein ruhiges Tempo, deutliche
Aussprache – und nur eine Information auf einmal.
Blickkontakt und Namen nutzen
- Das schafft Orientierung und persönliche
Nähe.
Geschlossene statt offene Fragen stellen
- Fragen, die mit „Ja" oder „Nein"
beantwortet werden können, sind leichter zu bewältigen als komplexe
Warum-Fragen.
Zeit relativieren statt Uhrzeiten nennen
- Statt „Um 12 Uhr gibt es Essen" hilft
oft: „Sobald ich fertig bin mit Kochen, essen wir.
Geduld haben
- Menschen mit Demenz brauchen häufig mehr
Zeit, um zu antworten – Hektik verunsichert zusätzlich.
Auf Körpersprache achten.
- Wenn Worte fehlen, drücken Gestik, Mimik
und Tonfall oft mehr aus als Sprache.
Vertraute Themen wählen
- Alltägliche, positiv besetzte Themen – etwa
Wetter, Musik oder frühere Hobbys – funktionieren besser als komplexe oder
belastende Gespräche.
Herausforderndes Verhalten verstehen
- Unruhe, Wiederholungen oder auch Wutausbrüche sind bei
Demenz keine böse Absicht, sondern oft Ausdruck von Angst, Überforderung oder
Orientierungslosigkeit. Ruhig zu bleiben und auf das dahinterliegende Gefühl
einzugehen, hilft meist mehr als eine sachliche Erklärung.
Was Engagement wertvoll macht
Wer sich auf Menschen mit Demenz einlässt, braucht vor allem
eines: die Bereitschaft, sich auf eine andere Wahrnehmung der Welt einzulassen,
ohne sie korrigieren zu wollen. Genau darin liegt oft der Schlüssel zu echten,
berührenden Begegnungen – auch dann, wenn Worte nicht mehr alles sagen können.
https://www.deutsche-alzheimer.de/mit-demenz-leben/umgang-und-kommunikation
https://www.alzheimer-forschung.de/demenz/pflege/umgang/kommunikation/
https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/gehirn-nerven/demenz/kommunikation.html
https://www.enableme.de/de/artikel/tipps-fur-die-kommunikation-mit-personen-mit-demenz-3743
https://www.wegweiser-demenz.de/wwd/alltag-und-pflege/alltagssituationen/kommunikation
https://pixabay.com/de/photos/geist-gehirn-demenz-alten-senior-6800878/