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Demenz verstehen für Engagierte und Interessierte

13.10.2026
Stephanie Puck

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Vielen Menschen macht das Thema Demenz Angst. Oft geschieht das, weil sie zu wenig darüber wissen. Wer sich ehrenamtlich engagiert und Menschen mit Demenz begegnet, kann diese Unsicherheit durch Wissen und einfache Grundhaltungen deutlich verringern. Denn ein guter Umgang mit Demenz ist erlernbar.

Wichtig zu wissen ist, dass Demenz keine einzelne Krankheit ist, sondern ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, bei denen Nervenzellen im Gehirn nach und nach absterben. Am häufigsten denken wir an die Alzheimer-Krankheit, wenn wir an Demenzen denken. Betroffen sind zunächst oft das Kurzzeitgedächtnis und die zeitliche Orientierung, im weiteren Verlauf auch Sprache, Handlungsfähigkeit und schließlich die Fähigkeit, sich verbal mitzuteilen. Wichtig zu wissen ist, dass Menschen mit Demenz sich nicht ändern oder „zusammenreißen" können. Die Erkrankung bestimmt, was noch möglich ist und was nicht.

 

Die wichtigste Grundhaltung: Validation statt Korrektur

Ein zentraler und hilfreicher Grundsatz im Umgang mit Menschen mit Demenz heißt Validation. Die veränderte Wahrnehmung des anderen ernst nehmen, statt sie zu korrigieren. Wenn eine Frau mit Demenz sagt „Ich muss nach Hause, mein Mann wartet auf mich", hilft es wenig, sie mit der Tatsache zu konfrontieren, dass ihr Mann bereits verstorben ist. Hilfreicher ist es, ihre Gefühle aufzugreifen: „Du denkst an deinen Mann. Wie war er denn so?" So bleibt man mit dem Menschen in Verbindung, ohne ihn mit einer für ihn schmerzhaften Realität zu konfrontieren.

 

Praktische Tipps für die Kommunikation

Einfach und klar sprechen

  • Kurze Sätze, ein ruhiges Tempo, deutliche Aussprache – und nur eine Information auf einmal.

Blickkontakt und Namen nutzen

  • Das schafft Orientierung und persönliche Nähe.

Geschlossene statt offene Fragen stellen

  • Fragen, die mit „Ja" oder „Nein" beantwortet werden können, sind leichter zu bewältigen als komplexe Warum-Fragen.

Zeit relativieren statt Uhrzeiten nennen

  • Statt „Um 12 Uhr gibt es Essen" hilft oft: „Sobald ich fertig bin mit Kochen, essen wir.

Geduld haben

  • Menschen mit Demenz brauchen häufig mehr Zeit, um zu antworten – Hektik verunsichert zusätzlich.

Auf Körpersprache achten.

  • Wenn Worte fehlen, drücken Gestik, Mimik und Tonfall oft mehr aus als Sprache.

Vertraute Themen wählen

  • Alltägliche, positiv besetzte Themen – etwa Wetter, Musik oder frühere Hobbys – funktionieren besser als komplexe oder belastende Gespräche.

Herausforderndes Verhalten verstehen

  • Unruhe, Wiederholungen oder auch Wutausbrüche sind bei Demenz keine böse Absicht, sondern oft Ausdruck von Angst, Überforderung oder Orientierungslosigkeit. Ruhig zu bleiben und auf das dahinterliegende Gefühl einzugehen, hilft meist mehr als eine sachliche Erklärung.

 

Was Engagement wertvoll macht

Wer sich auf Menschen mit Demenz einlässt, braucht vor allem eines: die Bereitschaft, sich auf eine andere Wahrnehmung der Welt einzulassen, ohne sie korrigieren zu wollen. Genau darin liegt oft der Schlüssel zu echten, berührenden Begegnungen – auch dann, wenn Worte nicht mehr alles sagen können.

 

https://www.deutsche-alzheimer.de/mit-demenz-leben/umgang-und-kommunikation

https://www.alzheimer-forschung.de/demenz/pflege/umgang/kommunikation/

https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/gehirn-nerven/demenz/kommunikation.html

https://www.enableme.de/de/artikel/tipps-fur-die-kommunikation-mit-personen-mit-demenz-3743

https://www.wegweiser-demenz.de/wwd/alltag-und-pflege/alltagssituationen/kommunikation

https://pixabay.com/de/photos/geist-gehirn-demenz-alten-senior-6800878/