Wir Menschen brauchen Feste. Sie geben uns Halt, Freude und
lassen uns Verbundenheit zueinander spüren.
Besonders das Osterfest hat dabei für Christinnen und
Christen einen besonderen Stellenwert. Sagt uns dieses Fest doch, dass das
Leben stärker ist als der Tod und die Hoffnung stärker als die Angst.
Beim Feiern von Festen, wie dem Osterfest ist das gesamte
Gehirn aktiv. Besonders drei Bereiche sollten hier erwähnt werden:
1.
Gemeinschaft und soziale Beziehungen
Beim Feiern mit anderen Menschen werden
Netzwerke, die für Bindung und Vertrauen verantwortlich sind, aktiviert. Dies
geschieht über die Ausschüttung von Botenstoffen wie Oxytocin, das auch als
Bindungs- oder Kuschelhormon bekannt ist und Dopamin der Belohnungsbotenstoff.
Dadurch wird das Gefühl von Nähe, Freude und Zugehörigkeit gefördert und das
Empfinden von Einsamkeit reduziert.
2.
Positive Gefühle und Belohnung
Gemeinsame Tätigkeiten wie Singen, Lachen,
Essen oder Beten aktivieren das Belohnungssystem des Gehirns. Durch das Erleben
positiver Emotionen wird die Ausschüttung von Stresshormonen gesenkt.
3.
Sinn und Orientierung
Rituale und Feste wie das Osterfest erzählen
sinnstiftende Geschichten von Leid und Tod, aber auch von neuem Leben. Wenn wir
Lebensereignissen einen Sinn geben und diese für uns einordnen können, stärken
wir damit das Frontalhirn. Dieses ist für unser Selbstbild und unsere
Zukunftsplanung zuständig. Das kann dabei helfen, herausfordernde Erfahrungen
besser zu verarbeiten.
Diese Feste sind auch mit bestimmten Ritualen verbunden.
Dabei handelt es sich um wiederkehrende Handlungen mit fester Struktur und
Bedeutung, wie beispielsweise das Kreuzzeichen oder das gemeinsame Singen.
Wiederholung und vertraute Abläufe stärken damit
Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn.
Das Hirn liebt Muster - wie beim Befolgen von Ritualen. Wenn
der Ablauf von Situationen bekannt ist, sinkt die Aktivität in der Amygdala,
die vor allem für negative Emotionen wie Angst verantwortlich ist, was uns
entspannter macht. Außerdem fühlen wir uns aufmerksamer, wenn das Hirn nicht
mit Unsicherheiten konfrontiert ist und sich auf das hier und jetzt
konzentrieren kann.
Besonders bei Personen mit kognitiven Einschränkungen wie
beispielsweise einer beginnenden Demenz zeigt sich, dass gerade bekannte
Rituale aus der Kindheit wie Lieder und Gebete besonders lang erhalten bleiben
und Orientierung geben können.
Wenn Sie sich für Gedächtnistraining zum Thema Ostern bei
Personen mit kognitiven Einschränkungen Interessieren finden Sie in diesem
Artikel einige Anregungen.
Quellen:
https://www.pausenkicker.de/rituale-gehirnaktivitaet-stressabbau-konzentration/
Holt-Lunstad J., Smith TB., Layton JB. (2010) Social Relationships and
Mortality Risk: A Meta-analytic Review. PLoS Med 7(7): e1000316. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1000316
https://www.caritas-altenhilfe.de/startseite/rituale-bei-demenz
Spitzer M. (2008) Nervenkitzel: Neue Geschichgten vom Gehirn”
Suhrkamp: Berlin.
Ostern ist ein Fest der Freude und der Hoffnung und das
Thema eignet sich wunderbar, um Menschen mit einer beginnenden Demenz kognitiv
zu aktivieren und diese Aktivierung in den Alltag einzubauen.
Dabei gilt es aber für die Pflegenden einige Dinge zu
beachten. Wichtig ist, dass bei der kognitiven Aktivierung immer der Spaß und
die Beziehung im Vordergrund stehen und nicht das reine Wissen. Es geht also
nicht darum, ob sich jemand „gut erinnert“, sondern um die gemeinsame schöne
Zeit.
Hier die wichtigsten Grundsätze im Überblick:
Kein Leistungsdruck: Personen mit Demenz sollen
nicht das Gefühl haben auf dem Prüfstand zu stehen – es gibt keine „richtigen“
oder „falschen“ Antworten. Kein Zeitdruck: gehen Sie langsam vor und planen
Sie Pausen ein.Biografie in den Mittelpunkt stellen: Was hat
der zu Pflegende in seinem Leben erlebt? Wo liegen seine Interessen?Gefühle sind zentral: Manchmal werden schöne
Erinnerungen von den zu Pflegenden durcheinandergebracht der die Details sind
nicht stimmig. Dann sollte man nicht immer auf den Fakten pochen, sondern das
schöne Gespräch und die gute Stimmung als Erfolg verbuchen.Sicherheit und Orientierung: Wiederholungen,
gleiche Reihenfolgen und Rituale geben Personen mit Demenz Halt und Ruhe. Aktivierung mit allen Sinnen: Je mehr Sinne
beteiligt sind, desto leichter fällt die Aktivierung.
Hier einige konkrete Anregungen wie Aktivierungsübungen rund
um das Thema Ostern aufgebaut sein können:
Nutzen Sie Biografie bezogene Fragen, um ein Gespräch zum
Thema zu starten. Dabei sollte man möglichst offene Fragen stellen, bei denen
jede Antwort richtig ist.
Beispiele: Wie habt ihr früher Ostern gefeiert?Gab es früher auch einen Osterhasen? Wer hat bei dir als
Kind die Eier versteckt?Kannst du dich an ein besonders gutes Versteck
erinnern?Was habt ihr gerne zu Ostern gegessen?Sollte die Person nicht von sich aus erzählen kann man
selbst mit einer Erzählung starten wie beispielsweise: „Ich kann mich erinnern,
dass wir früher die Eier mit Zwiebelschalen eingefärbt haben…“
Danach könnten Wörter gesammelt werden, die zu Ostern passen
wie beispielsweise der Osterhase. Gemeinsam wird dann gesammelt „Was fällt dir
noch zu Ostern ein?“ Dabei sind alle Ideen willkommen (z.B.: Eier, Kirche,
Glocken…)
Auch Sprichwörter sind bei Personen mit kognitiven
Einschränkungen durch ihren häufigen Gebrauch und die Bildhaftigkeit oft gut
verankert und können auch hier genutzt werden, indem der Anfang eines
Sprichwortes genannt wird und die Person das restliche Sprichwort ergänzt. Zum
Beispiel: „Den Bock…“ (zum Gärtner machen) oder „Da liegt der Hase...“ (im
Pfeffer), oder „Auch ein blindes Huhn…“ (findet mal ein Korn).
Sollte keine Antwort kommen, kann man den Satz selbst zu
Ende sprechen und ein neues Sprichwort anbieten oder das Thema wechseln. Bei
Personen die Sprichwörter gerne mögen, kann man auch darüber sprechen, wann
diese Sprichwörter verwendet werden.
Es können auch gemeinsame Ostervorbereitungen getroffen
werden wie beispielsweise gemeinsames Eierfärben, den Osterstrauch schmücken
oder ein typisches Hefegebäck backen.
Dabei kann ein das Ostereierfärben auch genutzt werden, um
beispielsweise Eier nach Farben zu sortieren und in die Kartons zu schlichten,
was sowohl die Feinmotorik als auch das Kurzzeitgedächtnis trainiert.
Beim Osterstrauch schmücken wird ebenfalls die Feinmotorik
trainiert. Außerdem kann der Tastsinn aktiviert werden indem beispielsweise
über die Palmkätzchen gestrichen wird.
Schließlich wird beim gemeinsamen Backen und anschließenden
Verkosten sowohl der Geruchs- als auch Geschmackssinn aktiviert.
Die oben genannten Übungsbeispiele richten sich nach
Tagesverfassung und Grad der Erkrankung des zu Pflegenden. Es ist wichtig auf
die Stimmung der Person zu achten und Überforderung zu vermeiden. Es sollten
nicht zu viele Eindrücke auf einmal vermittelt werden, sondern eins nach dem
anderen. Das gilt auch für Feiern mit der Familie – was früher genossen wurde,
wie eine große Familienfeier mit vielen Personen, kann von Menschen mit Demenz
schnell als überfordernd wahrgenommen werden.
Seien Sie wertschätzend und zeigen Sie Anerkennung durch
ihre Worte, Blicke und Berührungen. Sagen Sie beispielsweise: „Danke, dass du
mir das erzählt hast“ oder „Schön, dass wir das gemeinsam machen“.
Und zu guter Letzt ist es wichtig, auch die eigenen Grenzen
zu akzeptieren, Pausen einzuplanen und lieber kurz und liebevoll kleine
Aktivierungen in den Alltag einfließen zu lassen als ein großes Programm zu
planen, das alle zusammen überfordert. https://www.felix-demenzbegleitung.at/feiern-bei-demenz/
https://www.alzheimer-forschung.de/demenz/pflege/umgang/ostern/
Schloffer H., Prang E. und Frick Salzmann A. (Hrsg.) (2021)
Gedächtnistraining: Theorethische und praktische Grundlagen Springer Medizin
Verlag, Berlin.
Schloffer H. & Puck M. (2005) Methodenkompetenz – Aktiv
& fit von Kopf bis Fuß: ganzheitliches Gedächtnistraining für Senioren.
Olzog-Verlag, München
Viele Männer und
Frauen sind in der Steiermark als Seelsorger:innen im Kontext älterer Menschen
aktiv, sei es in Pflegeheimen, aber auch in Krankenhäusern, in der
Telefonseelsorge oder in den Pfarren. Doch was machen Seelsorger:innen
eigentlich? Das Aufgabenfeld von Seelsorgerinnen und Seelsorgern ist sehr
vielfältig: Seelsorger:innen hören absichtslos und empathisch zu. Sie begleiten
Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen. Sie sind da, wenn es
darum geht, Trauriges und Nicht-Gelungenes zur Sprache zu bringen, sich aber
zugleich auch über Schönes und Erfreuliches mitzufreuen. Sie helfen vielleicht
manchmal dabei Unausgesprochenem eine Sprache zu geben, ohne dabei belehrend zu
sein, schaffen es aber zugleich auch, Stille auszuhalten. Sie bieten in
unterschiedlichsten Lebenslagen rituelle Unterstützung an oder gestalten
Wort-Gottes-Feiern und bringen Krankenkommunion – in Einrichtungen, aber auch
zuhause. Sie stehen für Fragen zu Religion und Glaube zur Verfügung, ohne zu
bewerten oder zu missionieren. Seelsorger:innen sind gut vernetzt und
vermitteln Unterstützung zu unterschiedlichen Themen. Seelsorger:innen bilden
sich weiter und stärken regelmäßig ihre Kompetenzen. Kurz gesagt:
Seelsorger:innen stehen im Dienst der Menschen und wirken in der Vielfalt der
unterschiedlichsten Lebensentwürfe.
Möglichkeit, durch das Projekt Wissen zu erwerben.
Die Verbindung von Zonta zu unserem Projekt.
Warum greifen wir immer wieder zur Zigarette, zum süßen Snack oder essen weiter, obwohl wir eigentlich schon satt sind?Der Neurowissenschaftler Dr. Judson Brewer zeigt in seinem TED Talk etwas sehr Befreiendes: Gewohnheiten ändern sich nicht durch Willenskraft – sondern durch Bewusstheit.Und genau hier liegt der Schlüssel für einfache, nachhaltige Veränderung.Unser Gehirn liebt einfache Belohnungen. Rauchen, Süßes oder Snacks liefern kurzfristig ein gutes Gefühl – auch wenn sie uns langfristig schaden.Das Entscheidende laut Brewer:Wir ändern Gewohnheiten nicht, indem wir sie bekämpfen, sondern indem wir sie wirklich wahrnehmen.Ein Raucher, der achtsam raucht, merkt plötzlich: „Das stinkt. Das schmeckt eigentlich widerlich.“Und jemand, der bewusst isst, stellt bei Keks Nummer 3 fest: „Eigentlich bin ich schon satt.“Diese ehrliche Wahrnehmung verändert das Verhalten fast automatisch.Kleine Veränderungen mit großer WirkungHier sind 3 konkrete Handlungsempfehlungen, die Du sofort umsetzen kannst:1) Werde neugierig statt strengBeim nächsten ungesunden Impuls frage Dich nicht: „Warum mache ich das schon wieder?“Sondern: „Wie fühlt sich das gerade wirklich an?“ – Wie schmeckt der Keks wirklich?– Wie fühlt sich Dein Körper danach an?Neugier ist der Anfang jeder Veränderung.2) Iss (oder handle) bewusst langsamMach aus einer automatischen Handlung ein bewusstes Erlebnis:- Kaue langsamer- Spüre Geschmack, Geruch und Sättigung- Lege zwischendurch bewusst eine Pause einOft stellt sich dann ganz von selbst die Erkenntnis ein: „Ich bin satt.“3) Tausche, statt zu verbietenVerbote erzeugen Widerstand – Alternativen schaffen Freiheit.Beispiele:- Statt Snacken → ein Glas Wasser- Statt Stress-Essen → kurzer Spaziergang oder Bewegung- Statt „noch schnell was Süßes“ → bewusst ein kleines Stück genießenFazit: Bewusstsein ist Dein stärkster HebelGenau das ist gelebte Jungbrunnen-Philosophie Bleib neugierig,bleib achtsamund vertraue Deinem Körper.
Aufgaben des Sozialzentrums Pálos Károly und des Kinderschutzdienstes
Welche Art von mentaler Vorbereitungshilfe könnte ein Freiwilliger im Sozialwesen benötigen?
Warum wandern Pflegekräfte und medizinisches Personal ins Ausland ab?Einer der Hauptgründe für die Abwanderung von Pflegekräften und medizinischem Personal ins Ausland ist die niedrige Bezahlung im eigenen Land. Viele Fachkräfte empfinden, dass ihre verantwortungsvolle sowie körperlich und psychisch belastende Arbeit nicht angemessen vergütet wird, während sie im Ausland oft ein Vielfaches verdienen können.Auch die Arbeitsbedingungen spielen eine entscheidende Rolle: Überlastung, Personalmangel und fehlende Ressourcen führen langfristig häufig zu Erschöpfung und Burnout.Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Frage der beruflichen Wertschätzung. Viele Beschäftigte im Gesundheitswesen berichten, dass sie im Ausland mehr Respekt, bessere Arbeitsorganisation und größere Entwicklungsmöglichkeiten erfahren. Der Zugang zu Fortbildungen, modernen Technologien und klaren Karrierewegen wirkt zusätzlich attraktiv.Lebensqualität als zentraler TreiberHinter der Migration stehen oft auch Aspekte der Lebensqualität: eine stabilere Zukunft, eine bessere Work-Life-Balance und mehr finanzielle Sicherheit.Obwohl viele die Arbeit im Ausland zunächst als vorübergehende Erfahrung planen, entscheiden sich letztlich viele dafür, dauerhaft dort zu bleiben. Dies stellt eine erhebliche Herausforderung für das nationale Gesundheitssystem dar.Gehaltsvergleich Ungarn vs. ÖsterreichDas durchschnittliche monatliche Bruttogehalt einer Pflegekraft oder Betreuungsperson in Ungarn liegt bei etwa 290.000 bis 600.000 Forint (ca. 760 bis 1.500 Euro).In Österreich hingegen verdienen Beschäftigte in vergleichbaren Positionen etwa 2.800 bis 3.500 Euro brutto pro Monat (ca. 1 bis 1,4 Millionen Forint).Damit liegen die Gehälter im Gesundheits- und Pflegebereich in Österreich in der Regel 2,5- bis 4-mal höher als in Ungarn.
Aus diesem Grund entscheiden sich viele ungarische Pflegekräfte dafür, in Österreich zu arbeiten.
Bedingungen und Rechtsgrundlage für Freiwilligenarbeit in Ungarn
Was bedeutet Besuchsdienst bei älteren Menschen?
In der Praxis bezeichnet ein Besuchsdienst eine Tätigkeit, die älteren Menschen persönliche Anwesenheit und zwischenmenschlichen Kontakt bietet, insbesondere für jene, die einsam sind, in ihrer Mobilität eingeschränkt sind oder nicht ausreichend familiäre Unterstützung erhalten.
Dabei handelt es sich nicht unbedingt um eine formale sozialrechtliche Kategorie, sondern vielmehr um eine gemeinschaftliche und unterstützende Aufgabe, die von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Kirchen, Gemeinden oder ehrenamtlichen Gruppen organisiert wird.
Bedeutung von Besuchsdiensten in Ungarn
Besuchsdienste für ältere Menschen spielen in Ungarn eine wichtige Rolle, insbesondere bei der Verringerung von Einsamkeit und sozialer Isolation. Diese Angebote werden in der Regel von Gemeinden, kirchlichen Einrichtungen und gemeinnützigen Organisationen getragen und zielen darauf ab, den Alltag älterer Menschen durch regelmäßigen persönlichen Kontakt zu unterstützen.
Die Besuchenden, oft geschulte Betreuungspersonen oder Freiwillige, führen Gespräche mit den älteren Menschen, achten auf deren psychisches Wohlbefinden und melden bei Bedarf auftretende Probleme an das soziale Versorgungssystem. In vielen Fällen leisten sie auch praktische Unterstützung, etwa beim Einkaufen, bei Behördengängen oder beim Besorgen von Medikamenten.
Nutzen für ältere Menschen
Besuchsdienste sind besonders wichtig für Menschen, die allein leben oder deren Familie weit entfernt ist. Die regelmäßige menschliche Nähe vermittelt Sicherheit und trägt wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität und der psychischen Gesundheit bei.
In Ungarn gewinnen solche Programme zunehmend an Bedeutung, da sie wirksame und menschenzentrierte Antworten auf die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft bieten.
Wo sind Besuchsdienste verfügbar?
Sozialabteilung der Gemeinde
Die örtliche Sozialverwaltung kann Auskunft darüber geben, welche Besuchsdienste oder vergleichbare Unterstützungsangebote für ältere Menschen in der jeweiligen Region verfügbar sind.
Zivilgesellschaftliche Organisationen und Kirchen
Viele Organisationen bieten ehrenamtliche Besuchsdienste an, bei denen geschulte Freiwillige ältere Menschen regelmäßig besuchen.
Hauskrankenpflege und mobile Pflege (formelle Dienste)
Offizielle soziale Dienstleistungen wie die häusliche Pflege oder betreutes Wohnen beinhalten häufig regelmäßige Hausbesuche und können somit auch Elemente eines Besuchsdienstes umfassen.
Welche Möglichkeiten für Freiwilligenarbeit gibt es, unabhängig von Sprachkenntnissen?Ich spreche aus eigener Erfahrung.
Möglichkeiten für ehrenamtliche Tätigkeiten, basierend auf Ihrem eigenen Beispiel.
Spätabends in Paris, am 23. November 1654 gegen halb elf. Es ist dunkel draußen, die Gaslaternen sind noch nicht erfunden. Drinnen nur das Flackern von Kerzenlicht an den Wänden. Blaise Pascal, 31, sitzt allein in seinem Zimmer. Er ist eine Koryphäe der Wissenschaft, ein Pionier der Wahrscheinlichkeitstheorie.Jetzt sitzt Pascal nur da, allein mit sich selbst, und starrt ins Nichts.Aus diesem Nichts überkommen ihn große Gefühle, lebensverändernd große. Er greift zur Feder, schreibt immer wieder das Wort "FEUER" aufs Pergament, unterstreicht es mehrfach. Was er empfindet, ist ungeheuer. Er schreibt "Gewissheit. Freude. Empfinden. Friede". Dieses Stück Papier näht er später in das Futter seines Rocks ein, als Erinnerung an diesen Moment.Lange nach dieser besonderen Nacht formuliert Blaise Pascal einen der berühmtesten Sätze der Philosophiegeschichte: "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen."Pascal wusste, wovon er sprach. Er war selbst ein Gschaftler, ein rastloses Wunderkind. Mit 16 revolutionierte er die Geometrie. Er erforschte das Vakuum. Er erfand die erste mechanische Rechenmaschine. Nebenbei focht er die Dogmen der Kirche an. Ein paar Jahre vor seinem frühen Tod im Jahr 1662 stellte er das erste öffentliche Nahverkehrsnetz der Welt auf die Beine, die carrosses à cinq sols in Paris, Vorläufer der heutigen Busse, gezogen von Pferden.So viel leistet niemand, der in sich ruht. Pascal war ein Getriebener, immer auf der Jagd nach dem nächsten Triumph, nach Anerkennung, nach Ablenkung. Bis zu jener Feuernacht, in der es ihm gelang, es ein paar Stunden mit sich selbst auszuhalten.Stellen Sie sich vor, da ist ein Mensch, der Ihnen ständig auf der Pelle sitzt, jahrelang, jahrzehntelang. Er folgt Ihnen überallhin, liegt Ihnen in den Ohren, belehrt Sie, korrigiert Sie, beleidigt Sie manchmal sogar. Er lässt seine Launen an Ihnen aus. Ihm können Sie nichts vormachen. Er durchschaut Sie. Dieser Mensch sind Sie selbst.Natürlich ist es unangenehm, dauernd mit jemandem zusammen rumhängen zu müssen, den man gar nicht richtig kennt. Sie haben die Wahl: Sie können die Anwesenheit dieses Menschen als notwendiges Übel nehmen, als einen lästigen Bekannten, der halt immer dabei ist – so wie Blaise Pascal, der Rastlose. Oder Sie wenden sich ihm zu, so wie Pascal allein in seinem Zimmer.Alleinsein ist eine Kunst, die in Vergessenheit gerät. Psychologen der University of Michigan schrieben im Februar 2025 in einer Studie über das "Einsamkeitsparadox": Demnach stellen die Medien den Zustand des Alleinseins überwiegend negativ dar. In den Berichten ist fast immer davon die Rede, wie schädlich Alleinsein sei, und fast nie von dessen Segen. Einsamkeit sei so schädlich wie Rauchen oder Alkohol, fördere Diabetes, Demenz, Depression und Herzkrankheiten. Alle warnen vor der "Einsamkeitsepidemie". Die britische Regierung hat im Jahr 2018 den Posten einer "Einsamkeitsbeauftragten" geschaffen. Das deutsche Familienministerium hat eine "Strategie gegen Einsamkeit" entwickelt.Einsamkeit ist ein subjektives, negatives Gefühl. Alleinsein dagegen ist objektiv: niemand da, nur ich selbst. Alleinsein kann Mangel sein, beispielsweise im Gefängnis. Oder Fülle, etwa im Kloster. Wer im Alleinsein stets nur den Mangel sieht, wird die Fülle nicht finden. © Isabel SeligerSo wird Alleinsein zum Stigma. In Gesellschaften, in denen eine negative Grundhaltung gegenüber dem Alleinsein verbreitet ist, fühlen sich die Menschen besonders einsam. Die "Einsamkeitsepidemie" wird zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Weil wir pausenlos vor Einsamkeit gewarnt werden, haben wir verlernt, zu unterscheiden: Es gibt die schmerzhafte, unfreiwillige Einsamkeit und das gewählte, wohltuende Alleinsein. Welchen dieser zwei Zustände ein Mensch erlebt, hängt nicht nur von seiner sozialen Situation ab, sondern auch von ihm selbst. "Einsamkeit hat nicht nur mit unseren Beziehungen zu anderen Menschen zu tun", sagt der Psychologe Ethan Kross, Mitautor der Michigan-Studie, "sie hat auch mit unserer Beziehung zu unserer Zeit des Alleinseins zu tun."Die Furcht vor der Stille ist die Kraft, die uns immer wieder zum Smartphone greifen lässt – und das Smartphone befeuert diese Furcht weiter. Mit dem Gerät in der Hand sind wir nie richtig allein und können nie richtig beisammen sein.Einsamkeit entsteht aus einer Diskrepanz zwischen den Beziehungen, die ein Mensch hat, und den Beziehungen, die er sich wünscht. Diese Diskrepanz kann auch inmitten von Menschen auftreten, vielleicht in einem vollen Café, umgeben von Hunderten Online-"Freunden". Einsamkeit ist unfreiwillig, ein schmerzlicher Mangel – schmerzlich im wörtlichen Sinn. Bei Einsamkeit sind dieselben Gehirnregionen aktiv wie bei körperlichem Schmerz, zeigen bildgebende Studien. Chronische Einsamkeit fördert Stress und Entzündungen, schwächt das Immunsystem und ist ein Risikofaktor für Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Demenz.Einsamkeit ist ein subjektives, negatives Gefühl. Alleinsein dagegen ist objektiv: niemand da, nur ich selbst. Alleinsein kann Mangel sein, beispielsweise im Gefängnis. Oder Fülle, etwa im Kloster. Wer im Alleinsein stets nur den Mangel sieht, wird die Fülle nicht finden. Wenn das Leben ihn dann – durch einen Umzug, eine Trennung, eine Pandemie – dazu zwingt, äußerlich allein zu sein, gerät sein innerer Raum aus den Fugen. Der Zustand kippt unweigerlich in toxische Einsamkeit.Die Fähigkeit, mit sich allein zu sein, ist daher die beste Prävention gegen die Einsamkeit. Dieser Zusammenhang ist auch durch empirische Studien belegt: Menschen, die gelernt haben, Alleinsein positiv zu erleben, fühlen sich deutlich weniger einsam, auch wenn sie objektiv viel Zeit allein verbringen. Wenn es gut läuft, ist Alleinsein das Gegenteil von Einsamkeit.Wie geht das? Wie gelingt es, den Raum, in dem wir nur mit uns selbst sind, nicht als Gefängnis, sondern als Ort der Geborgenheit zu erleben, als Heimat? Die Antwort liegt, vielleicht unerwartet, in den Beziehungen zu anderen Menschen. Es wird viel darüber geredet und geschrieben, was eine gute Beziehung ausmacht: eine erfüllende Partnerschaft, eine beständige Freundschaft, eine liebevolle Eltern-Kind-Beziehung. Manchmal vergisst man darüber die wichtigste und längste Beziehung, die ein Mensch führt: die zu sich selbst.Warum kommen manche Menschen besser mit sich selbst aus als andere? Dieser Frage ging der englische Kinderarzt Donald Winnicott in den 1950er-Jahren nach. Er arbeitete während und nach dem Zweiten Weltkrieg mit Kindern und Müttern. Darunter waren viele Kinder, die durch den Krieg ihre Eltern verloren hatten. Donald Winnicott begleitete sie über Jahre, um zu verstehen, wie die frühen Bindungen eines Menschen sein späteres Leben prägen. Ihm fiel auf, dass die Fähigkeit, in der Stille mit sich allein zu sein – als etwas Positives, nicht als Angst oder pathologischer Rückzug –, in der Fachliteratur kaum behandelt worden war. Frühere Psychoanalytiker hatten zwar viel über die Angst vor dem Alleinsein geschrieben, aber wenig über die gesunde Fähigkeit dazu. Winnicott prägte den Begriff von der capacity to be alone: der Fähigkeit, allein zu sein. Seine wichtigste Erkenntnis dazu ist scheinbar widersinnig: Diese Fähigkeit entsteht durch gute Erfahrungen mit anderen Menschen.In seiner Arbeit mit Kriegskindern beobachtete Winnicott, dass die Fähigkeit, allein mit sich selbst auszukommen, nicht angeboren ist. Kinder lernen sie in Anwesenheit der Mutter. Stellen Sie sich ein Kleinkind vor, das auf dem Boden sitzt und spielt, während die Mutter ruhig im selben Raum liest oder Tee trinkt. Das Kind ist in sein Spiel vertieft – und doch ist da diese verlässliche Präsenz im Hintergrund. Die Mutter schaut nicht ständig hin, korrigiert oder mahnt nicht. Sie ist einfach da. In dieser Situation erfährt das Kind laut Winnicott ein Gefühl von Sicherheit, auch wenn es gerade keinen direkten Kontakt zur Bezugsperson hat. Es lernt, dass alles in Ordnung ist, auch wenn gerade niemand nach ihm schaut. Es verinnerlicht dieses Gefühl der Geborgenheit. Nun kann es sich anderen Menschen verbunden fühlen, auch wenn sie gerade nicht physisch anwesend sind.Dieser Prozess ist keine Hexerei. Donald Winnicott sprach von der good-enough mother: einer Mutter, die nicht perfekt sein muss, aber verlässlich und einfühlsam genug ist, um ihrem Kind ein Urvertrauen zu vermitteln. Im Kind wächst die Gewissheit: "Ich kann auch allein sein, ohne mich verlassen zu fühlen."Im Gegenzug neigen auch Menschen, die in ihren frühen Jahren wenig Zuwendung und Anerkennung erfahren haben, dazu, diese Erfahrungen zu verinnerlichen. Sie entwickeln eher ein negatives Selbstbild. "Du bist nichts wert" – diese Botschaft der anderen bleibt hängen. Sie wird verinnerlicht zu: "Ich bin nichts wert". Wer so durchs Leben geht, sehnt sich vielleicht nach Liebe, aber wenn ein anderer Mensch dieser Person mit Liebe begegnet, reagiert sie mit Misstrauen und Zurückweisung. Sie denkt: "Wie kann dieser Mensch mich wirklich lieben, sieht er nicht, dass ich im Grunde ein schlechter Mensch bin?" Wer sich selbst nicht mag, ist schneller einsam.Spätere Psychologen haben die Einsicht von Donald Winnicott bestätigt: Kinder mit sicherer Bindung entwickeln eine deutlich bessere Fähigkeit, allein zu sein. Für Kinder mit unsicherer Bindung ist Alleinsein mit existenzieller Angst verbunden. Es ist ein Echo früherer Momente, in denen die Bezugsperson nicht für sie da war.Die Fähigkeit, allein zu sein, ist mit den Erfahrungen als Kind nicht in Stein gemeißelt. Es ist später noch möglich, Selbsthass zu überwinden. Die Fähigkeit, allein zu sein, lässt sich auch im Erwachsenenalter entwickeln. Menschen, die Schwierigkeiten haben, ihre Verlassenheitsängste zu überwinden, können in einer Therapie lernen, innere Sicherheit aufzubauen.Der Weg, gute Beziehungen zu anderen Menschen zu finden, ist der Weg zu einer guten Beziehung zu sich selbst – es ist derselbe Weg. Pflegen Sie diese spezielle Beziehung zu sich selbst. Gehen Sie mal allein mit sich essen. Nur Sie und Sie. Besuchen Sie mit sich ein Museum. Machen Sie mit sich lange Spaziergänge. Reden Sie mit sich. Was man so tut, um einen Menschen kennenzulernen. Nicht zu viel auf einmal, es muss nicht gleich ein ganzer Urlaub allein sein. Seien Sie nett zu sich. Vielleicht sind Sie schüchtern. Am Anfang mag es sich noch fremd anfühlen, so ganz allein mit sich selbst. Dafür gibt es keine Differenzen bei den Interessen, und die Terminabsprachen sind einfacher. Unternehmungen mit sich selbst sind kein Mangel, sondern Souveränität: "Ich tue das gern allein mit mir."Wer ein gutes Verhältnis zu sich selbst hat, kann die Rolle seiner ersten Bezugspersonen übernehmen: sich beruhigen, sich trösten, sich ermutigen. Die Psychologin Thuy-vy Nguyen hat in ihren Studien zum Alleinsein einen "Deaktivierungseffekt" beobachtet: Wer allein und ohne Ablenkung eine Viertelstunde ruhig dasitzt, kann Emotionen wie Wut oder Nervosität deutlich reduzieren. Diese Wirkung hielt in den Studien manchmal eine ganze Woche lang an. Nicht durch Small Talk, sondern durch Alleinsein beruhigt sich das aufgewühlte Gemüt. Alleinsein ist der Aus-Knopf für die unablässige Stimulation durch die Aufmerksamkeitsökonomie – für all die Empörung, den Neid, die Angst, etwas zu verpassen. Aus FOMO (fear of missing out) wird JOMO (die Freude, joy, etwas zu verpassen).
Warum hielt unser Freiwilliger Simon Benedek es für wichtig, an dem Projekt teilzunehmen?
Sind Werte grenzenlos?Europa ist ein Kontinent voller Linien. Grenzen verlaufen durch Länder, Regionen, Kulturen und manchmal auch durch Familien. Über Jahrhunderte hinweg waren diese Grenzen Orte der Trennung, des Misstrauens und der Abschottung. Doch gleichzeitig waren sie immer auch Orte der Begegnung. Märkte, Pilgerwege, Klöster, Handelsrouten und Kirchen verbanden Menschen über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg. Heute, im 21. Jahrhundert, stehen wir erneut vor derFrage: Wie gestalten wir das Zusammenleben in einer Welt, die zwar global vernetzt ist, aber in vielen Köpfen noch immer geteilt bleibt?Christliche Werte können hier einen Kompass bieten. Sie sind kein historisches Relikt, sondern ein Fundament, das auch in säkularen Gesellschaften Orientierung gibt. Werte wie Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Verantwortung und Solidarität sind keine exklusiven Glaubenssätze. Sie sind Prinzipien des menschlichen Miteinanders. Wenn wir über intergenerative Solidarität im grenzübergreifenden Kontext sprechen, geht esgenau darum: diese Werte praktisch zu leben.Warum gerade jetzt? Weil unsere Gesellschaften gleichzeitig altern und sich kulturell verändern. Weil Einsamkeit, soziale Spaltung und Nationalismen wachsen. Weil Generationen Gefahr laufen, nebeneinander statt miteinander zu leben. Und weil Grenzen – trotz offener Schengen-Räume – wieder spürbarer werden, sei es durch politische Konflikte, durch Migrationsthemen oder durch wirtschaftliche Unterschiede.Die Frage ist also nicht, ob christliche Werte und intergenerative Solidarität relevant sind, sondern wie wir sie bewusst neu beleben können.Die Bedeutung der GenerationenverbindungEine Gesellschaft, die ihre älteren Mitglieder nur als Pflegefall oder Kostenfaktor betrachtet, verliert ihre Wurzeln. Eine Gesellschaft, die ihre jüngeren Mitglieder überfordert oder ausbremst, verliert ihre Zukunft.Intergenerative Solidarität bedeutet, dass beide Seiten Verantwortung füreinander übernehmen. Sie lebt davon, dass Erfahrung weitergegeben und gleichzeitig Neues zugelassen wird.In christlicher Tradition war dieses Miteinander immer zentral. Familienverbände, Klöster oder Pfarren waren Orte, an denen Alt und Jung zusammenkamen. Der Glaube gab einen Rahmen, der nicht nur spirituell, sondern auch sozial wirkte. Heute ist dieses Gefüge oft brüchiger. Familien leben verstreut, religiöse Bindungen sind schwächer geworden. Doch das Bedürfnis nach Orientierung und Zugehörigkeit bleibt bestehen.Gerade in Grenzregionen zeigt sich, wie stark diese Solidarität wirken kann. Wer in Kärnten, Friaul, Slowenien oder Ungarn lebt, weiß, dass Grenzen keine Mauern sein müssen. Viele Menschen haben Nachbarn, Freunde oderVerwandte auf der anderen Seite. Feste, Märkte, Vereine und Kirchenfeste überschreiten oft schon lange die offiziellen Linien. Intergenerative Solidarität in diesem Umfeld bedeutet, dass sich junge Menschen von Traditionen inspirieren lassen und Ältere von neuen Ideen profitieren.Christliche Werte im HeuteGrenzübergreifende Solidarität als ChanceGrenzräume sind mehr als Linien auf der Landkarte. Sie sind Laboratorien für Zusammenleben. Wer hier lebt, weiß um die Vorteile und Herausforderungen von Vielfalt. Ein grenzübergreifendes Projekt, das Jung und Alt zusammenbringt, kann weit mehr bewirken als reine Freizeitgestaltung. Es schafft Räume des Austauschs, der Erinnerung und der Hoffnung.Ein Beispiel: Ältere Menschen erzählen ihre Kriegserfahrungen, während jüngere sie digital dokumentieren und zugänglich machen. Daraus entstehen Archive, die nicht nur Geschichte bewahren, sondern auch Dialog fördern. Ein anderes Beispiel: Grenzüberschreitende Besuchsdienste, bei denen Jugendliche aus Österreich ältere Menschen in Ungarn besuchen und umgekehrt. Sprache und spielerisches Miteinander werden dabei zur Brücke, nicht zum Hindernis.Diese Initiativen zeigen, dass christliche Werte nicht an Konfessionsgrenzen Halt machen. Katholiken, Protestanten, Orthodoxe, aber auch Menschen ohne religiöse Bindung teilen die gleiche Sehnsucht: in Würde alt zu werden, gebraucht zu werden, verbunden zu bleiben.Grenzen sind von Menschen gemacht. Solidarität ist von Herzen gewollt. Wer christliche Werte ernst nimmt, erkennt, dass Verantwortung nicht am Gartenzaun oder an der Staatslinie endet. Sie beginnt dort erst recht.Intergenerative Solidarität im grenzübergreifenden Kontext ist mehr als ein Schlagwort. Sie ist die gelebte Antwort auf Einsamkeit, Ausgrenzung und Spaltung. Sie zeigt, dass die Würde des Menschen nicht von Alter, Herkunft oder Nationalität abhängt. Und sie macht deutlich, dass eine Gesellschaft, die auf Werten ruht, krisenfester, menschlicher und zukunftsfähiger ist.Am Ende geht es nicht darum, perfekte Konzepte und Projekte zu entwickeln. Es geht darum, anzufangen. Einen Besuch zu machen. Ein Gespräch zu führen. Eine Brücke zu bauen. Kleine Schritte, getragen von großen Werten. Denn wenn wir Verantwortung über Grenzen hinweg teilen, schaffen wir etwas, das stärker ist als jede Trennung:Gemeinschaft mit Zukunft in einem friedlichen Europa!
Wir Menschen brauchen Feste. Sie geben uns Halt, Freude und
lassen uns Verbundenheit zueinander spüren.
Besonders das Osterfest hat dabei für Christinnen und
Christen einen besonderen Stellenwert. Sagt uns dieses Fest doch, dass das
Leben stärker ist als der Tod und die Hoffnung stärker als die Angst.
Beim Feiern von Festen, wie dem Osterfest ist das gesamte
Gehirn aktiv. Besonders drei Bereiche sollten hier erwähnt werden:
1.
Gemeinschaft und soziale Beziehungen
Beim Feiern mit anderen Menschen werden
Netzwerke, die für Bindung und Vertrauen verantwortlich sind, aktiviert. Dies
geschieht über die Ausschüttung von Botenstoffen wie Oxytocin, das auch als
Bindungs- oder Kuschelhormon bekannt ist und Dopamin der Belohnungsbotenstoff.
Dadurch wird das Gefühl von Nähe, Freude und Zugehörigkeit gefördert und das
Empfinden von Einsamkeit reduziert.
2.
Positive Gefühle und Belohnung
Gemeinsame Tätigkeiten wie Singen, Lachen,
Essen oder Beten aktivieren das Belohnungssystem des Gehirns. Durch das Erleben
positiver Emotionen wird die Ausschüttung von Stresshormonen gesenkt.
3.
Sinn und Orientierung
Rituale und Feste wie das Osterfest erzählen
sinnstiftende Geschichten von Leid und Tod, aber auch von neuem Leben. Wenn wir
Lebensereignissen einen Sinn geben und diese für uns einordnen können, stärken
wir damit das Frontalhirn. Dieses ist für unser Selbstbild und unsere
Zukunftsplanung zuständig. Das kann dabei helfen, herausfordernde Erfahrungen
besser zu verarbeiten.
Diese Feste sind auch mit bestimmten Ritualen verbunden.
Dabei handelt es sich um wiederkehrende Handlungen mit fester Struktur und
Bedeutung, wie beispielsweise das Kreuzzeichen oder das gemeinsame Singen.
Wiederholung und vertraute Abläufe stärken damit
Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn.
Das Hirn liebt Muster - wie beim Befolgen von Ritualen. Wenn
der Ablauf von Situationen bekannt ist, sinkt die Aktivität in der Amygdala,
die vor allem für negative Emotionen wie Angst verantwortlich ist, was uns
entspannter macht. Außerdem fühlen wir uns aufmerksamer, wenn das Hirn nicht
mit Unsicherheiten konfrontiert ist und sich auf das hier und jetzt
konzentrieren kann.
Besonders bei Personen mit kognitiven Einschränkungen wie
beispielsweise einer beginnenden Demenz zeigt sich, dass gerade bekannte
Rituale aus der Kindheit wie Lieder und Gebete besonders lang erhalten bleiben
und Orientierung geben können.
Wenn Sie sich für Gedächtnistraining zum Thema Ostern bei
Personen mit kognitiven Einschränkungen Interessieren finden Sie in diesem
Artikel einige Anregungen.
Quellen:
https://www.pausenkicker.de/rituale-gehirnaktivitaet-stressabbau-konzentration/
Holt-Lunstad J., Smith TB., Layton JB. (2010) Social Relationships and
Mortality Risk: A Meta-analytic Review. PLoS Med 7(7): e1000316. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1000316
https://www.caritas-altenhilfe.de/startseite/rituale-bei-demenz
Spitzer M. (2008) Nervenkitzel: Neue Geschichgten vom Gehirn”
Suhrkamp: Berlin.
Ostern ist ein Fest der Freude und der Hoffnung und das
Thema eignet sich wunderbar, um Menschen mit einer beginnenden Demenz kognitiv
zu aktivieren und diese Aktivierung in den Alltag einzubauen.
Dabei gilt es aber für die Pflegenden einige Dinge zu
beachten. Wichtig ist, dass bei der kognitiven Aktivierung immer der Spaß und
die Beziehung im Vordergrund stehen und nicht das reine Wissen. Es geht also
nicht darum, ob sich jemand „gut erinnert“, sondern um die gemeinsame schöne
Zeit.
Hier die wichtigsten Grundsätze im Überblick:
Kein Leistungsdruck: Personen mit Demenz sollen
nicht das Gefühl haben auf dem Prüfstand zu stehen – es gibt keine „richtigen“
oder „falschen“ Antworten. Kein Zeitdruck: gehen Sie langsam vor und planen
Sie Pausen ein.Biografie in den Mittelpunkt stellen: Was hat
der zu Pflegende in seinem Leben erlebt? Wo liegen seine Interessen?Gefühle sind zentral: Manchmal werden schöne
Erinnerungen von den zu Pflegenden durcheinandergebracht der die Details sind
nicht stimmig. Dann sollte man nicht immer auf den Fakten pochen, sondern das
schöne Gespräch und die gute Stimmung als Erfolg verbuchen.Sicherheit und Orientierung: Wiederholungen,
gleiche Reihenfolgen und Rituale geben Personen mit Demenz Halt und Ruhe. Aktivierung mit allen Sinnen: Je mehr Sinne
beteiligt sind, desto leichter fällt die Aktivierung.
Hier einige konkrete Anregungen wie Aktivierungsübungen rund
um das Thema Ostern aufgebaut sein können:
Nutzen Sie Biografie bezogene Fragen, um ein Gespräch zum
Thema zu starten. Dabei sollte man möglichst offene Fragen stellen, bei denen
jede Antwort richtig ist.
Beispiele: Wie habt ihr früher Ostern gefeiert?Gab es früher auch einen Osterhasen? Wer hat bei dir als
Kind die Eier versteckt?Kannst du dich an ein besonders gutes Versteck
erinnern?Was habt ihr gerne zu Ostern gegessen?Sollte die Person nicht von sich aus erzählen kann man
selbst mit einer Erzählung starten wie beispielsweise: „Ich kann mich erinnern,
dass wir früher die Eier mit Zwiebelschalen eingefärbt haben…“
Danach könnten Wörter gesammelt werden, die zu Ostern passen
wie beispielsweise der Osterhase. Gemeinsam wird dann gesammelt „Was fällt dir
noch zu Ostern ein?“ Dabei sind alle Ideen willkommen (z.B.: Eier, Kirche,
Glocken…)
Auch Sprichwörter sind bei Personen mit kognitiven
Einschränkungen durch ihren häufigen Gebrauch und die Bildhaftigkeit oft gut
verankert und können auch hier genutzt werden, indem der Anfang eines
Sprichwortes genannt wird und die Person das restliche Sprichwort ergänzt. Zum
Beispiel: „Den Bock…“ (zum Gärtner machen) oder „Da liegt der Hase...“ (im
Pfeffer), oder „Auch ein blindes Huhn…“ (findet mal ein Korn).
Sollte keine Antwort kommen, kann man den Satz selbst zu
Ende sprechen und ein neues Sprichwort anbieten oder das Thema wechseln. Bei
Personen die Sprichwörter gerne mögen, kann man auch darüber sprechen, wann
diese Sprichwörter verwendet werden.
Es können auch gemeinsame Ostervorbereitungen getroffen
werden wie beispielsweise gemeinsames Eierfärben, den Osterstrauch schmücken
oder ein typisches Hefegebäck backen.
Dabei kann ein das Ostereierfärben auch genutzt werden, um
beispielsweise Eier nach Farben zu sortieren und in die Kartons zu schlichten,
was sowohl die Feinmotorik als auch das Kurzzeitgedächtnis trainiert.
Beim Osterstrauch schmücken wird ebenfalls die Feinmotorik
trainiert. Außerdem kann der Tastsinn aktiviert werden indem beispielsweise
über die Palmkätzchen gestrichen wird.
Schließlich wird beim gemeinsamen Backen und anschließenden
Verkosten sowohl der Geruchs- als auch Geschmackssinn aktiviert.
Die oben genannten Übungsbeispiele richten sich nach
Tagesverfassung und Grad der Erkrankung des zu Pflegenden. Es ist wichtig auf
die Stimmung der Person zu achten und Überforderung zu vermeiden. Es sollten
nicht zu viele Eindrücke auf einmal vermittelt werden, sondern eins nach dem
anderen. Das gilt auch für Feiern mit der Familie – was früher genossen wurde,
wie eine große Familienfeier mit vielen Personen, kann von Menschen mit Demenz
schnell als überfordernd wahrgenommen werden.
Seien Sie wertschätzend und zeigen Sie Anerkennung durch
ihre Worte, Blicke und Berührungen. Sagen Sie beispielsweise: „Danke, dass du
mir das erzählt hast“ oder „Schön, dass wir das gemeinsam machen“.
Und zu guter Letzt ist es wichtig, auch die eigenen Grenzen
zu akzeptieren, Pausen einzuplanen und lieber kurz und liebevoll kleine
Aktivierungen in den Alltag einfließen zu lassen als ein großes Programm zu
planen, das alle zusammen überfordert. https://www.felix-demenzbegleitung.at/feiern-bei-demenz/
https://www.alzheimer-forschung.de/demenz/pflege/umgang/ostern/
Schloffer H., Prang E. und Frick Salzmann A. (Hrsg.) (2021)
Gedächtnistraining: Theorethische und praktische Grundlagen Springer Medizin
Verlag, Berlin.
Schloffer H. & Puck M. (2005) Methodenkompetenz – Aktiv
& fit von Kopf bis Fuß: ganzheitliches Gedächtnistraining für Senioren.
Olzog-Verlag, München
Viele Männer und
Frauen sind in der Steiermark als Seelsorger:innen im Kontext älterer Menschen
aktiv, sei es in Pflegeheimen, aber auch in Krankenhäusern, in der
Telefonseelsorge oder in den Pfarren. Doch was machen Seelsorger:innen
eigentlich? Das Aufgabenfeld von Seelsorgerinnen und Seelsorgern ist sehr
vielfältig: Seelsorger:innen hören absichtslos und empathisch zu. Sie begleiten
Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen. Sie sind da, wenn es
darum geht, Trauriges und Nicht-Gelungenes zur Sprache zu bringen, sich aber
zugleich auch über Schönes und Erfreuliches mitzufreuen. Sie helfen vielleicht
manchmal dabei Unausgesprochenem eine Sprache zu geben, ohne dabei belehrend zu
sein, schaffen es aber zugleich auch, Stille auszuhalten. Sie bieten in
unterschiedlichsten Lebenslagen rituelle Unterstützung an oder gestalten
Wort-Gottes-Feiern und bringen Krankenkommunion – in Einrichtungen, aber auch
zuhause. Sie stehen für Fragen zu Religion und Glaube zur Verfügung, ohne zu
bewerten oder zu missionieren. Seelsorger:innen sind gut vernetzt und
vermitteln Unterstützung zu unterschiedlichen Themen. Seelsorger:innen bilden
sich weiter und stärken regelmäßig ihre Kompetenzen. Kurz gesagt:
Seelsorger:innen stehen im Dienst der Menschen und wirken in der Vielfalt der
unterschiedlichsten Lebensentwürfe.
Möglichkeit, durch das Projekt Wissen zu erwerben.
Die Verbindung von Zonta zu unserem Projekt.
Warum greifen wir immer wieder zur Zigarette, zum süßen Snack oder essen weiter, obwohl wir eigentlich schon satt sind?Der Neurowissenschaftler Dr. Judson Brewer zeigt in seinem TED Talk etwas sehr Befreiendes: Gewohnheiten ändern sich nicht durch Willenskraft – sondern durch Bewusstheit.Und genau hier liegt der Schlüssel für einfache, nachhaltige Veränderung.Unser Gehirn liebt einfache Belohnungen. Rauchen, Süßes oder Snacks liefern kurzfristig ein gutes Gefühl – auch wenn sie uns langfristig schaden.Das Entscheidende laut Brewer:Wir ändern Gewohnheiten nicht, indem wir sie bekämpfen, sondern indem wir sie wirklich wahrnehmen.Ein Raucher, der achtsam raucht, merkt plötzlich: „Das stinkt. Das schmeckt eigentlich widerlich.“Und jemand, der bewusst isst, stellt bei Keks Nummer 3 fest: „Eigentlich bin ich schon satt.“Diese ehrliche Wahrnehmung verändert das Verhalten fast automatisch.Kleine Veränderungen mit großer WirkungHier sind 3 konkrete Handlungsempfehlungen, die Du sofort umsetzen kannst:1) Werde neugierig statt strengBeim nächsten ungesunden Impuls frage Dich nicht: „Warum mache ich das schon wieder?“Sondern: „Wie fühlt sich das gerade wirklich an?“ – Wie schmeckt der Keks wirklich?– Wie fühlt sich Dein Körper danach an?Neugier ist der Anfang jeder Veränderung.2) Iss (oder handle) bewusst langsamMach aus einer automatischen Handlung ein bewusstes Erlebnis:- Kaue langsamer- Spüre Geschmack, Geruch und Sättigung- Lege zwischendurch bewusst eine Pause einOft stellt sich dann ganz von selbst die Erkenntnis ein: „Ich bin satt.“3) Tausche, statt zu verbietenVerbote erzeugen Widerstand – Alternativen schaffen Freiheit.Beispiele:- Statt Snacken → ein Glas Wasser- Statt Stress-Essen → kurzer Spaziergang oder Bewegung- Statt „noch schnell was Süßes“ → bewusst ein kleines Stück genießenFazit: Bewusstsein ist Dein stärkster HebelGenau das ist gelebte Jungbrunnen-Philosophie Bleib neugierig,bleib achtsamund vertraue Deinem Körper.
Aufgaben des Sozialzentrums Pálos Károly und des Kinderschutzdienstes
Welche Art von mentaler Vorbereitungshilfe könnte ein Freiwilliger im Sozialwesen benötigen?
Warum wandern Pflegekräfte und medizinisches Personal ins Ausland ab?Einer der Hauptgründe für die Abwanderung von Pflegekräften und medizinischem Personal ins Ausland ist die niedrige Bezahlung im eigenen Land. Viele Fachkräfte empfinden, dass ihre verantwortungsvolle sowie körperlich und psychisch belastende Arbeit nicht angemessen vergütet wird, während sie im Ausland oft ein Vielfaches verdienen können.Auch die Arbeitsbedingungen spielen eine entscheidende Rolle: Überlastung, Personalmangel und fehlende Ressourcen führen langfristig häufig zu Erschöpfung und Burnout.Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Frage der beruflichen Wertschätzung. Viele Beschäftigte im Gesundheitswesen berichten, dass sie im Ausland mehr Respekt, bessere Arbeitsorganisation und größere Entwicklungsmöglichkeiten erfahren. Der Zugang zu Fortbildungen, modernen Technologien und klaren Karrierewegen wirkt zusätzlich attraktiv.Lebensqualität als zentraler TreiberHinter der Migration stehen oft auch Aspekte der Lebensqualität: eine stabilere Zukunft, eine bessere Work-Life-Balance und mehr finanzielle Sicherheit.Obwohl viele die Arbeit im Ausland zunächst als vorübergehende Erfahrung planen, entscheiden sich letztlich viele dafür, dauerhaft dort zu bleiben. Dies stellt eine erhebliche Herausforderung für das nationale Gesundheitssystem dar.Gehaltsvergleich Ungarn vs. ÖsterreichDas durchschnittliche monatliche Bruttogehalt einer Pflegekraft oder Betreuungsperson in Ungarn liegt bei etwa 290.000 bis 600.000 Forint (ca. 760 bis 1.500 Euro).In Österreich hingegen verdienen Beschäftigte in vergleichbaren Positionen etwa 2.800 bis 3.500 Euro brutto pro Monat (ca. 1 bis 1,4 Millionen Forint).Damit liegen die Gehälter im Gesundheits- und Pflegebereich in Österreich in der Regel 2,5- bis 4-mal höher als in Ungarn.
Aus diesem Grund entscheiden sich viele ungarische Pflegekräfte dafür, in Österreich zu arbeiten.
Bedingungen und Rechtsgrundlage für Freiwilligenarbeit in Ungarn
Was bedeutet Besuchsdienst bei älteren Menschen?
In der Praxis bezeichnet ein Besuchsdienst eine Tätigkeit, die älteren Menschen persönliche Anwesenheit und zwischenmenschlichen Kontakt bietet, insbesondere für jene, die einsam sind, in ihrer Mobilität eingeschränkt sind oder nicht ausreichend familiäre Unterstützung erhalten.
Dabei handelt es sich nicht unbedingt um eine formale sozialrechtliche Kategorie, sondern vielmehr um eine gemeinschaftliche und unterstützende Aufgabe, die von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Kirchen, Gemeinden oder ehrenamtlichen Gruppen organisiert wird.
Bedeutung von Besuchsdiensten in Ungarn
Besuchsdienste für ältere Menschen spielen in Ungarn eine wichtige Rolle, insbesondere bei der Verringerung von Einsamkeit und sozialer Isolation. Diese Angebote werden in der Regel von Gemeinden, kirchlichen Einrichtungen und gemeinnützigen Organisationen getragen und zielen darauf ab, den Alltag älterer Menschen durch regelmäßigen persönlichen Kontakt zu unterstützen.
Die Besuchenden, oft geschulte Betreuungspersonen oder Freiwillige, führen Gespräche mit den älteren Menschen, achten auf deren psychisches Wohlbefinden und melden bei Bedarf auftretende Probleme an das soziale Versorgungssystem. In vielen Fällen leisten sie auch praktische Unterstützung, etwa beim Einkaufen, bei Behördengängen oder beim Besorgen von Medikamenten.
Nutzen für ältere Menschen
Besuchsdienste sind besonders wichtig für Menschen, die allein leben oder deren Familie weit entfernt ist. Die regelmäßige menschliche Nähe vermittelt Sicherheit und trägt wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität und der psychischen Gesundheit bei.
In Ungarn gewinnen solche Programme zunehmend an Bedeutung, da sie wirksame und menschenzentrierte Antworten auf die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft bieten.
Wo sind Besuchsdienste verfügbar?
Sozialabteilung der Gemeinde
Die örtliche Sozialverwaltung kann Auskunft darüber geben, welche Besuchsdienste oder vergleichbare Unterstützungsangebote für ältere Menschen in der jeweiligen Region verfügbar sind.
Zivilgesellschaftliche Organisationen und Kirchen
Viele Organisationen bieten ehrenamtliche Besuchsdienste an, bei denen geschulte Freiwillige ältere Menschen regelmäßig besuchen.
Hauskrankenpflege und mobile Pflege (formelle Dienste)
Offizielle soziale Dienstleistungen wie die häusliche Pflege oder betreutes Wohnen beinhalten häufig regelmäßige Hausbesuche und können somit auch Elemente eines Besuchsdienstes umfassen.
Welche Möglichkeiten für Freiwilligenarbeit gibt es, unabhängig von Sprachkenntnissen?Ich spreche aus eigener Erfahrung.
Möglichkeiten für ehrenamtliche Tätigkeiten, basierend auf Ihrem eigenen Beispiel.
Spätabends in Paris, am 23. November 1654 gegen halb elf. Es ist dunkel draußen, die Gaslaternen sind noch nicht erfunden. Drinnen nur das Flackern von Kerzenlicht an den Wänden. Blaise Pascal, 31, sitzt allein in seinem Zimmer. Er ist eine Koryphäe der Wissenschaft, ein Pionier der Wahrscheinlichkeitstheorie.Jetzt sitzt Pascal nur da, allein mit sich selbst, und starrt ins Nichts.Aus diesem Nichts überkommen ihn große Gefühle, lebensverändernd große. Er greift zur Feder, schreibt immer wieder das Wort "FEUER" aufs Pergament, unterstreicht es mehrfach. Was er empfindet, ist ungeheuer. Er schreibt "Gewissheit. Freude. Empfinden. Friede". Dieses Stück Papier näht er später in das Futter seines Rocks ein, als Erinnerung an diesen Moment.Lange nach dieser besonderen Nacht formuliert Blaise Pascal einen der berühmtesten Sätze der Philosophiegeschichte: "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen."Pascal wusste, wovon er sprach. Er war selbst ein Gschaftler, ein rastloses Wunderkind. Mit 16 revolutionierte er die Geometrie. Er erforschte das Vakuum. Er erfand die erste mechanische Rechenmaschine. Nebenbei focht er die Dogmen der Kirche an. Ein paar Jahre vor seinem frühen Tod im Jahr 1662 stellte er das erste öffentliche Nahverkehrsnetz der Welt auf die Beine, die carrosses à cinq sols in Paris, Vorläufer der heutigen Busse, gezogen von Pferden.So viel leistet niemand, der in sich ruht. Pascal war ein Getriebener, immer auf der Jagd nach dem nächsten Triumph, nach Anerkennung, nach Ablenkung. Bis zu jener Feuernacht, in der es ihm gelang, es ein paar Stunden mit sich selbst auszuhalten.Stellen Sie sich vor, da ist ein Mensch, der Ihnen ständig auf der Pelle sitzt, jahrelang, jahrzehntelang. Er folgt Ihnen überallhin, liegt Ihnen in den Ohren, belehrt Sie, korrigiert Sie, beleidigt Sie manchmal sogar. Er lässt seine Launen an Ihnen aus. Ihm können Sie nichts vormachen. Er durchschaut Sie. Dieser Mensch sind Sie selbst.Natürlich ist es unangenehm, dauernd mit jemandem zusammen rumhängen zu müssen, den man gar nicht richtig kennt. Sie haben die Wahl: Sie können die Anwesenheit dieses Menschen als notwendiges Übel nehmen, als einen lästigen Bekannten, der halt immer dabei ist – so wie Blaise Pascal, der Rastlose. Oder Sie wenden sich ihm zu, so wie Pascal allein in seinem Zimmer.Alleinsein ist eine Kunst, die in Vergessenheit gerät. Psychologen der University of Michigan schrieben im Februar 2025 in einer Studie über das "Einsamkeitsparadox": Demnach stellen die Medien den Zustand des Alleinseins überwiegend negativ dar. In den Berichten ist fast immer davon die Rede, wie schädlich Alleinsein sei, und fast nie von dessen Segen. Einsamkeit sei so schädlich wie Rauchen oder Alkohol, fördere Diabetes, Demenz, Depression und Herzkrankheiten. Alle warnen vor der "Einsamkeitsepidemie". Die britische Regierung hat im Jahr 2018 den Posten einer "Einsamkeitsbeauftragten" geschaffen. Das deutsche Familienministerium hat eine "Strategie gegen Einsamkeit" entwickelt.Einsamkeit ist ein subjektives, negatives Gefühl. Alleinsein dagegen ist objektiv: niemand da, nur ich selbst. Alleinsein kann Mangel sein, beispielsweise im Gefängnis. Oder Fülle, etwa im Kloster. Wer im Alleinsein stets nur den Mangel sieht, wird die Fülle nicht finden. © Isabel SeligerSo wird Alleinsein zum Stigma. In Gesellschaften, in denen eine negative Grundhaltung gegenüber dem Alleinsein verbreitet ist, fühlen sich die Menschen besonders einsam. Die "Einsamkeitsepidemie" wird zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Weil wir pausenlos vor Einsamkeit gewarnt werden, haben wir verlernt, zu unterscheiden: Es gibt die schmerzhafte, unfreiwillige Einsamkeit und das gewählte, wohltuende Alleinsein. Welchen dieser zwei Zustände ein Mensch erlebt, hängt nicht nur von seiner sozialen Situation ab, sondern auch von ihm selbst. "Einsamkeit hat nicht nur mit unseren Beziehungen zu anderen Menschen zu tun", sagt der Psychologe Ethan Kross, Mitautor der Michigan-Studie, "sie hat auch mit unserer Beziehung zu unserer Zeit des Alleinseins zu tun."Die Furcht vor der Stille ist die Kraft, die uns immer wieder zum Smartphone greifen lässt – und das Smartphone befeuert diese Furcht weiter. Mit dem Gerät in der Hand sind wir nie richtig allein und können nie richtig beisammen sein.Einsamkeit entsteht aus einer Diskrepanz zwischen den Beziehungen, die ein Mensch hat, und den Beziehungen, die er sich wünscht. Diese Diskrepanz kann auch inmitten von Menschen auftreten, vielleicht in einem vollen Café, umgeben von Hunderten Online-"Freunden". Einsamkeit ist unfreiwillig, ein schmerzlicher Mangel – schmerzlich im wörtlichen Sinn. Bei Einsamkeit sind dieselben Gehirnregionen aktiv wie bei körperlichem Schmerz, zeigen bildgebende Studien. Chronische Einsamkeit fördert Stress und Entzündungen, schwächt das Immunsystem und ist ein Risikofaktor für Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Demenz.Einsamkeit ist ein subjektives, negatives Gefühl. Alleinsein dagegen ist objektiv: niemand da, nur ich selbst. Alleinsein kann Mangel sein, beispielsweise im Gefängnis. Oder Fülle, etwa im Kloster. Wer im Alleinsein stets nur den Mangel sieht, wird die Fülle nicht finden. Wenn das Leben ihn dann – durch einen Umzug, eine Trennung, eine Pandemie – dazu zwingt, äußerlich allein zu sein, gerät sein innerer Raum aus den Fugen. Der Zustand kippt unweigerlich in toxische Einsamkeit.Die Fähigkeit, mit sich allein zu sein, ist daher die beste Prävention gegen die Einsamkeit. Dieser Zusammenhang ist auch durch empirische Studien belegt: Menschen, die gelernt haben, Alleinsein positiv zu erleben, fühlen sich deutlich weniger einsam, auch wenn sie objektiv viel Zeit allein verbringen. Wenn es gut läuft, ist Alleinsein das Gegenteil von Einsamkeit.Wie geht das? Wie gelingt es, den Raum, in dem wir nur mit uns selbst sind, nicht als Gefängnis, sondern als Ort der Geborgenheit zu erleben, als Heimat? Die Antwort liegt, vielleicht unerwartet, in den Beziehungen zu anderen Menschen. Es wird viel darüber geredet und geschrieben, was eine gute Beziehung ausmacht: eine erfüllende Partnerschaft, eine beständige Freundschaft, eine liebevolle Eltern-Kind-Beziehung. Manchmal vergisst man darüber die wichtigste und längste Beziehung, die ein Mensch führt: die zu sich selbst.Warum kommen manche Menschen besser mit sich selbst aus als andere? Dieser Frage ging der englische Kinderarzt Donald Winnicott in den 1950er-Jahren nach. Er arbeitete während und nach dem Zweiten Weltkrieg mit Kindern und Müttern. Darunter waren viele Kinder, die durch den Krieg ihre Eltern verloren hatten. Donald Winnicott begleitete sie über Jahre, um zu verstehen, wie die frühen Bindungen eines Menschen sein späteres Leben prägen. Ihm fiel auf, dass die Fähigkeit, in der Stille mit sich allein zu sein – als etwas Positives, nicht als Angst oder pathologischer Rückzug –, in der Fachliteratur kaum behandelt worden war. Frühere Psychoanalytiker hatten zwar viel über die Angst vor dem Alleinsein geschrieben, aber wenig über die gesunde Fähigkeit dazu. Winnicott prägte den Begriff von der capacity to be alone: der Fähigkeit, allein zu sein. Seine wichtigste Erkenntnis dazu ist scheinbar widersinnig: Diese Fähigkeit entsteht durch gute Erfahrungen mit anderen Menschen.In seiner Arbeit mit Kriegskindern beobachtete Winnicott, dass die Fähigkeit, allein mit sich selbst auszukommen, nicht angeboren ist. Kinder lernen sie in Anwesenheit der Mutter. Stellen Sie sich ein Kleinkind vor, das auf dem Boden sitzt und spielt, während die Mutter ruhig im selben Raum liest oder Tee trinkt. Das Kind ist in sein Spiel vertieft – und doch ist da diese verlässliche Präsenz im Hintergrund. Die Mutter schaut nicht ständig hin, korrigiert oder mahnt nicht. Sie ist einfach da. In dieser Situation erfährt das Kind laut Winnicott ein Gefühl von Sicherheit, auch wenn es gerade keinen direkten Kontakt zur Bezugsperson hat. Es lernt, dass alles in Ordnung ist, auch wenn gerade niemand nach ihm schaut. Es verinnerlicht dieses Gefühl der Geborgenheit. Nun kann es sich anderen Menschen verbunden fühlen, auch wenn sie gerade nicht physisch anwesend sind.Dieser Prozess ist keine Hexerei. Donald Winnicott sprach von der good-enough mother: einer Mutter, die nicht perfekt sein muss, aber verlässlich und einfühlsam genug ist, um ihrem Kind ein Urvertrauen zu vermitteln. Im Kind wächst die Gewissheit: "Ich kann auch allein sein, ohne mich verlassen zu fühlen."Im Gegenzug neigen auch Menschen, die in ihren frühen Jahren wenig Zuwendung und Anerkennung erfahren haben, dazu, diese Erfahrungen zu verinnerlichen. Sie entwickeln eher ein negatives Selbstbild. "Du bist nichts wert" – diese Botschaft der anderen bleibt hängen. Sie wird verinnerlicht zu: "Ich bin nichts wert". Wer so durchs Leben geht, sehnt sich vielleicht nach Liebe, aber wenn ein anderer Mensch dieser Person mit Liebe begegnet, reagiert sie mit Misstrauen und Zurückweisung. Sie denkt: "Wie kann dieser Mensch mich wirklich lieben, sieht er nicht, dass ich im Grunde ein schlechter Mensch bin?" Wer sich selbst nicht mag, ist schneller einsam.Spätere Psychologen haben die Einsicht von Donald Winnicott bestätigt: Kinder mit sicherer Bindung entwickeln eine deutlich bessere Fähigkeit, allein zu sein. Für Kinder mit unsicherer Bindung ist Alleinsein mit existenzieller Angst verbunden. Es ist ein Echo früherer Momente, in denen die Bezugsperson nicht für sie da war.Die Fähigkeit, allein zu sein, ist mit den Erfahrungen als Kind nicht in Stein gemeißelt. Es ist später noch möglich, Selbsthass zu überwinden. Die Fähigkeit, allein zu sein, lässt sich auch im Erwachsenenalter entwickeln. Menschen, die Schwierigkeiten haben, ihre Verlassenheitsängste zu überwinden, können in einer Therapie lernen, innere Sicherheit aufzubauen.Der Weg, gute Beziehungen zu anderen Menschen zu finden, ist der Weg zu einer guten Beziehung zu sich selbst – es ist derselbe Weg. Pflegen Sie diese spezielle Beziehung zu sich selbst. Gehen Sie mal allein mit sich essen. Nur Sie und Sie. Besuchen Sie mit sich ein Museum. Machen Sie mit sich lange Spaziergänge. Reden Sie mit sich. Was man so tut, um einen Menschen kennenzulernen. Nicht zu viel auf einmal, es muss nicht gleich ein ganzer Urlaub allein sein. Seien Sie nett zu sich. Vielleicht sind Sie schüchtern. Am Anfang mag es sich noch fremd anfühlen, so ganz allein mit sich selbst. Dafür gibt es keine Differenzen bei den Interessen, und die Terminabsprachen sind einfacher. Unternehmungen mit sich selbst sind kein Mangel, sondern Souveränität: "Ich tue das gern allein mit mir."Wer ein gutes Verhältnis zu sich selbst hat, kann die Rolle seiner ersten Bezugspersonen übernehmen: sich beruhigen, sich trösten, sich ermutigen. Die Psychologin Thuy-vy Nguyen hat in ihren Studien zum Alleinsein einen "Deaktivierungseffekt" beobachtet: Wer allein und ohne Ablenkung eine Viertelstunde ruhig dasitzt, kann Emotionen wie Wut oder Nervosität deutlich reduzieren. Diese Wirkung hielt in den Studien manchmal eine ganze Woche lang an. Nicht durch Small Talk, sondern durch Alleinsein beruhigt sich das aufgewühlte Gemüt. Alleinsein ist der Aus-Knopf für die unablässige Stimulation durch die Aufmerksamkeitsökonomie – für all die Empörung, den Neid, die Angst, etwas zu verpassen. Aus FOMO (fear of missing out) wird JOMO (die Freude, joy, etwas zu verpassen).
Warum hielt unser Freiwilliger Simon Benedek es für wichtig, an dem Projekt teilzunehmen?
Sind Werte grenzenlos?Europa ist ein Kontinent voller Linien. Grenzen verlaufen durch Länder, Regionen, Kulturen und manchmal auch durch Familien. Über Jahrhunderte hinweg waren diese Grenzen Orte der Trennung, des Misstrauens und der Abschottung. Doch gleichzeitig waren sie immer auch Orte der Begegnung. Märkte, Pilgerwege, Klöster, Handelsrouten und Kirchen verbanden Menschen über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg. Heute, im 21. Jahrhundert, stehen wir erneut vor derFrage: Wie gestalten wir das Zusammenleben in einer Welt, die zwar global vernetzt ist, aber in vielen Köpfen noch immer geteilt bleibt?Christliche Werte können hier einen Kompass bieten. Sie sind kein historisches Relikt, sondern ein Fundament, das auch in säkularen Gesellschaften Orientierung gibt. Werte wie Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Verantwortung und Solidarität sind keine exklusiven Glaubenssätze. Sie sind Prinzipien des menschlichen Miteinanders. Wenn wir über intergenerative Solidarität im grenzübergreifenden Kontext sprechen, geht esgenau darum: diese Werte praktisch zu leben.Warum gerade jetzt? Weil unsere Gesellschaften gleichzeitig altern und sich kulturell verändern. Weil Einsamkeit, soziale Spaltung und Nationalismen wachsen. Weil Generationen Gefahr laufen, nebeneinander statt miteinander zu leben. Und weil Grenzen – trotz offener Schengen-Räume – wieder spürbarer werden, sei es durch politische Konflikte, durch Migrationsthemen oder durch wirtschaftliche Unterschiede.Die Frage ist also nicht, ob christliche Werte und intergenerative Solidarität relevant sind, sondern wie wir sie bewusst neu beleben können.Die Bedeutung der GenerationenverbindungEine Gesellschaft, die ihre älteren Mitglieder nur als Pflegefall oder Kostenfaktor betrachtet, verliert ihre Wurzeln. Eine Gesellschaft, die ihre jüngeren Mitglieder überfordert oder ausbremst, verliert ihre Zukunft.Intergenerative Solidarität bedeutet, dass beide Seiten Verantwortung füreinander übernehmen. Sie lebt davon, dass Erfahrung weitergegeben und gleichzeitig Neues zugelassen wird.In christlicher Tradition war dieses Miteinander immer zentral. Familienverbände, Klöster oder Pfarren waren Orte, an denen Alt und Jung zusammenkamen. Der Glaube gab einen Rahmen, der nicht nur spirituell, sondern auch sozial wirkte. Heute ist dieses Gefüge oft brüchiger. Familien leben verstreut, religiöse Bindungen sind schwächer geworden. Doch das Bedürfnis nach Orientierung und Zugehörigkeit bleibt bestehen.Gerade in Grenzregionen zeigt sich, wie stark diese Solidarität wirken kann. Wer in Kärnten, Friaul, Slowenien oder Ungarn lebt, weiß, dass Grenzen keine Mauern sein müssen. Viele Menschen haben Nachbarn, Freunde oderVerwandte auf der anderen Seite. Feste, Märkte, Vereine und Kirchenfeste überschreiten oft schon lange die offiziellen Linien. Intergenerative Solidarität in diesem Umfeld bedeutet, dass sich junge Menschen von Traditionen inspirieren lassen und Ältere von neuen Ideen profitieren.Christliche Werte im HeuteGrenzübergreifende Solidarität als ChanceGrenzräume sind mehr als Linien auf der Landkarte. Sie sind Laboratorien für Zusammenleben. Wer hier lebt, weiß um die Vorteile und Herausforderungen von Vielfalt. Ein grenzübergreifendes Projekt, das Jung und Alt zusammenbringt, kann weit mehr bewirken als reine Freizeitgestaltung. Es schafft Räume des Austauschs, der Erinnerung und der Hoffnung.Ein Beispiel: Ältere Menschen erzählen ihre Kriegserfahrungen, während jüngere sie digital dokumentieren und zugänglich machen. Daraus entstehen Archive, die nicht nur Geschichte bewahren, sondern auch Dialog fördern. Ein anderes Beispiel: Grenzüberschreitende Besuchsdienste, bei denen Jugendliche aus Österreich ältere Menschen in Ungarn besuchen und umgekehrt. Sprache und spielerisches Miteinander werden dabei zur Brücke, nicht zum Hindernis.Diese Initiativen zeigen, dass christliche Werte nicht an Konfessionsgrenzen Halt machen. Katholiken, Protestanten, Orthodoxe, aber auch Menschen ohne religiöse Bindung teilen die gleiche Sehnsucht: in Würde alt zu werden, gebraucht zu werden, verbunden zu bleiben.Grenzen sind von Menschen gemacht. Solidarität ist von Herzen gewollt. Wer christliche Werte ernst nimmt, erkennt, dass Verantwortung nicht am Gartenzaun oder an der Staatslinie endet. Sie beginnt dort erst recht.Intergenerative Solidarität im grenzübergreifenden Kontext ist mehr als ein Schlagwort. Sie ist die gelebte Antwort auf Einsamkeit, Ausgrenzung und Spaltung. Sie zeigt, dass die Würde des Menschen nicht von Alter, Herkunft oder Nationalität abhängt. Und sie macht deutlich, dass eine Gesellschaft, die auf Werten ruht, krisenfester, menschlicher und zukunftsfähiger ist.Am Ende geht es nicht darum, perfekte Konzepte und Projekte zu entwickeln. Es geht darum, anzufangen. Einen Besuch zu machen. Ein Gespräch zu führen. Eine Brücke zu bauen. Kleine Schritte, getragen von großen Werten. Denn wenn wir Verantwortung über Grenzen hinweg teilen, schaffen wir etwas, das stärker ist als jede Trennung:Gemeinschaft mit Zukunft in einem friedlichen Europa!
Wir Menschen brauchen Feste. Sie geben uns Halt, Freude und
lassen uns Verbundenheit zueinander spüren.
Besonders das Osterfest hat dabei für Christinnen und
Christen einen besonderen Stellenwert. Sagt uns dieses Fest doch, dass das
Leben stärker ist als der Tod und die Hoffnung stärker als die Angst.
Beim Feiern von Festen, wie dem Osterfest ist das gesamte
Gehirn aktiv. Besonders drei Bereiche sollten hier erwähnt werden:
1.
Gemeinschaft und soziale Beziehungen
Beim Feiern mit anderen Menschen werden
Netzwerke, die für Bindung und Vertrauen verantwortlich sind, aktiviert. Dies
geschieht über die Ausschüttung von Botenstoffen wie Oxytocin, das auch als
Bindungs- oder Kuschelhormon bekannt ist und Dopamin der Belohnungsbotenstoff.
Dadurch wird das Gefühl von Nähe, Freude und Zugehörigkeit gefördert und das
Empfinden von Einsamkeit reduziert.
2.
Positive Gefühle und Belohnung
Gemeinsame Tätigkeiten wie Singen, Lachen,
Essen oder Beten aktivieren das Belohnungssystem des Gehirns. Durch das Erleben
positiver Emotionen wird die Ausschüttung von Stresshormonen gesenkt.
3.
Sinn und Orientierung
Rituale und Feste wie das Osterfest erzählen
sinnstiftende Geschichten von Leid und Tod, aber auch von neuem Leben. Wenn wir
Lebensereignissen einen Sinn geben und diese für uns einordnen können, stärken
wir damit das Frontalhirn. Dieses ist für unser Selbstbild und unsere
Zukunftsplanung zuständig. Das kann dabei helfen, herausfordernde Erfahrungen
besser zu verarbeiten.
Diese Feste sind auch mit bestimmten Ritualen verbunden.
Dabei handelt es sich um wiederkehrende Handlungen mit fester Struktur und
Bedeutung, wie beispielsweise das Kreuzzeichen oder das gemeinsame Singen.
Wiederholung und vertraute Abläufe stärken damit
Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn.
Das Hirn liebt Muster - wie beim Befolgen von Ritualen. Wenn
der Ablauf von Situationen bekannt ist, sinkt die Aktivität in der Amygdala,
die vor allem für negative Emotionen wie Angst verantwortlich ist, was uns
entspannter macht. Außerdem fühlen wir uns aufmerksamer, wenn das Hirn nicht
mit Unsicherheiten konfrontiert ist und sich auf das hier und jetzt
konzentrieren kann.
Besonders bei Personen mit kognitiven Einschränkungen wie
beispielsweise einer beginnenden Demenz zeigt sich, dass gerade bekannte
Rituale aus der Kindheit wie Lieder und Gebete besonders lang erhalten bleiben
und Orientierung geben können.
Wenn Sie sich für Gedächtnistraining zum Thema Ostern bei
Personen mit kognitiven Einschränkungen Interessieren finden Sie in diesem
Artikel einige Anregungen.
Quellen:
https://www.pausenkicker.de/rituale-gehirnaktivitaet-stressabbau-konzentration/
Holt-Lunstad J., Smith TB., Layton JB. (2010) Social Relationships and
Mortality Risk: A Meta-analytic Review. PLoS Med 7(7): e1000316. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1000316
https://www.caritas-altenhilfe.de/startseite/rituale-bei-demenz
Spitzer M. (2008) Nervenkitzel: Neue Geschichgten vom Gehirn”
Suhrkamp: Berlin.
Ostern ist ein Fest der Freude und der Hoffnung und das
Thema eignet sich wunderbar, um Menschen mit einer beginnenden Demenz kognitiv
zu aktivieren und diese Aktivierung in den Alltag einzubauen.
Dabei gilt es aber für die Pflegenden einige Dinge zu
beachten. Wichtig ist, dass bei der kognitiven Aktivierung immer der Spaß und
die Beziehung im Vordergrund stehen und nicht das reine Wissen. Es geht also
nicht darum, ob sich jemand „gut erinnert“, sondern um die gemeinsame schöne
Zeit.
Hier die wichtigsten Grundsätze im Überblick:
Kein Leistungsdruck: Personen mit Demenz sollen
nicht das Gefühl haben auf dem Prüfstand zu stehen – es gibt keine „richtigen“
oder „falschen“ Antworten. Kein Zeitdruck: gehen Sie langsam vor und planen
Sie Pausen ein.Biografie in den Mittelpunkt stellen: Was hat
der zu Pflegende in seinem Leben erlebt? Wo liegen seine Interessen?Gefühle sind zentral: Manchmal werden schöne
Erinnerungen von den zu Pflegenden durcheinandergebracht der die Details sind
nicht stimmig. Dann sollte man nicht immer auf den Fakten pochen, sondern das
schöne Gespräch und die gute Stimmung als Erfolg verbuchen.Sicherheit und Orientierung: Wiederholungen,
gleiche Reihenfolgen und Rituale geben Personen mit Demenz Halt und Ruhe. Aktivierung mit allen Sinnen: Je mehr Sinne
beteiligt sind, desto leichter fällt die Aktivierung.
Hier einige konkrete Anregungen wie Aktivierungsübungen rund
um das Thema Ostern aufgebaut sein können:
Nutzen Sie Biografie bezogene Fragen, um ein Gespräch zum
Thema zu starten. Dabei sollte man möglichst offene Fragen stellen, bei denen
jede Antwort richtig ist.
Beispiele: Wie habt ihr früher Ostern gefeiert?Gab es früher auch einen Osterhasen? Wer hat bei dir als
Kind die Eier versteckt?Kannst du dich an ein besonders gutes Versteck
erinnern?Was habt ihr gerne zu Ostern gegessen?Sollte die Person nicht von sich aus erzählen kann man
selbst mit einer Erzählung starten wie beispielsweise: „Ich kann mich erinnern,
dass wir früher die Eier mit Zwiebelschalen eingefärbt haben…“
Danach könnten Wörter gesammelt werden, die zu Ostern passen
wie beispielsweise der Osterhase. Gemeinsam wird dann gesammelt „Was fällt dir
noch zu Ostern ein?“ Dabei sind alle Ideen willkommen (z.B.: Eier, Kirche,
Glocken…)
Auch Sprichwörter sind bei Personen mit kognitiven
Einschränkungen durch ihren häufigen Gebrauch und die Bildhaftigkeit oft gut
verankert und können auch hier genutzt werden, indem der Anfang eines
Sprichwortes genannt wird und die Person das restliche Sprichwort ergänzt. Zum
Beispiel: „Den Bock…“ (zum Gärtner machen) oder „Da liegt der Hase...“ (im
Pfeffer), oder „Auch ein blindes Huhn…“ (findet mal ein Korn).
Sollte keine Antwort kommen, kann man den Satz selbst zu
Ende sprechen und ein neues Sprichwort anbieten oder das Thema wechseln. Bei
Personen die Sprichwörter gerne mögen, kann man auch darüber sprechen, wann
diese Sprichwörter verwendet werden.
Es können auch gemeinsame Ostervorbereitungen getroffen
werden wie beispielsweise gemeinsames Eierfärben, den Osterstrauch schmücken
oder ein typisches Hefegebäck backen.
Dabei kann ein das Ostereierfärben auch genutzt werden, um
beispielsweise Eier nach Farben zu sortieren und in die Kartons zu schlichten,
was sowohl die Feinmotorik als auch das Kurzzeitgedächtnis trainiert.
Beim Osterstrauch schmücken wird ebenfalls die Feinmotorik
trainiert. Außerdem kann der Tastsinn aktiviert werden indem beispielsweise
über die Palmkätzchen gestrichen wird.
Schließlich wird beim gemeinsamen Backen und anschließenden
Verkosten sowohl der Geruchs- als auch Geschmackssinn aktiviert.
Die oben genannten Übungsbeispiele richten sich nach
Tagesverfassung und Grad der Erkrankung des zu Pflegenden. Es ist wichtig auf
die Stimmung der Person zu achten und Überforderung zu vermeiden. Es sollten
nicht zu viele Eindrücke auf einmal vermittelt werden, sondern eins nach dem
anderen. Das gilt auch für Feiern mit der Familie – was früher genossen wurde,
wie eine große Familienfeier mit vielen Personen, kann von Menschen mit Demenz
schnell als überfordernd wahrgenommen werden.
Seien Sie wertschätzend und zeigen Sie Anerkennung durch
ihre Worte, Blicke und Berührungen. Sagen Sie beispielsweise: „Danke, dass du
mir das erzählt hast“ oder „Schön, dass wir das gemeinsam machen“.
Und zu guter Letzt ist es wichtig, auch die eigenen Grenzen
zu akzeptieren, Pausen einzuplanen und lieber kurz und liebevoll kleine
Aktivierungen in den Alltag einfließen zu lassen als ein großes Programm zu
planen, das alle zusammen überfordert. https://www.felix-demenzbegleitung.at/feiern-bei-demenz/
https://www.alzheimer-forschung.de/demenz/pflege/umgang/ostern/
Schloffer H., Prang E. und Frick Salzmann A. (Hrsg.) (2021)
Gedächtnistraining: Theorethische und praktische Grundlagen Springer Medizin
Verlag, Berlin.
Schloffer H. & Puck M. (2005) Methodenkompetenz – Aktiv
& fit von Kopf bis Fuß: ganzheitliches Gedächtnistraining für Senioren.
Olzog-Verlag, München
Viele Männer und
Frauen sind in der Steiermark als Seelsorger:innen im Kontext älterer Menschen
aktiv, sei es in Pflegeheimen, aber auch in Krankenhäusern, in der
Telefonseelsorge oder in den Pfarren. Doch was machen Seelsorger:innen
eigentlich? Das Aufgabenfeld von Seelsorgerinnen und Seelsorgern ist sehr
vielfältig: Seelsorger:innen hören absichtslos und empathisch zu. Sie begleiten
Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen. Sie sind da, wenn es
darum geht, Trauriges und Nicht-Gelungenes zur Sprache zu bringen, sich aber
zugleich auch über Schönes und Erfreuliches mitzufreuen. Sie helfen vielleicht
manchmal dabei Unausgesprochenem eine Sprache zu geben, ohne dabei belehrend zu
sein, schaffen es aber zugleich auch, Stille auszuhalten. Sie bieten in
unterschiedlichsten Lebenslagen rituelle Unterstützung an oder gestalten
Wort-Gottes-Feiern und bringen Krankenkommunion – in Einrichtungen, aber auch
zuhause. Sie stehen für Fragen zu Religion und Glaube zur Verfügung, ohne zu
bewerten oder zu missionieren. Seelsorger:innen sind gut vernetzt und
vermitteln Unterstützung zu unterschiedlichen Themen. Seelsorger:innen bilden
sich weiter und stärken regelmäßig ihre Kompetenzen. Kurz gesagt:
Seelsorger:innen stehen im Dienst der Menschen und wirken in der Vielfalt der
unterschiedlichsten Lebensentwürfe.
Möglichkeit, durch das Projekt Wissen zu erwerben.
Die Verbindung von Zonta zu unserem Projekt.
Warum greifen wir immer wieder zur Zigarette, zum süßen Snack oder essen weiter, obwohl wir eigentlich schon satt sind?Der Neurowissenschaftler Dr. Judson Brewer zeigt in seinem TED Talk etwas sehr Befreiendes: Gewohnheiten ändern sich nicht durch Willenskraft – sondern durch Bewusstheit.Und genau hier liegt der Schlüssel für einfache, nachhaltige Veränderung.Unser Gehirn liebt einfache Belohnungen. Rauchen, Süßes oder Snacks liefern kurzfristig ein gutes Gefühl – auch wenn sie uns langfristig schaden.Das Entscheidende laut Brewer:Wir ändern Gewohnheiten nicht, indem wir sie bekämpfen, sondern indem wir sie wirklich wahrnehmen.Ein Raucher, der achtsam raucht, merkt plötzlich: „Das stinkt. Das schmeckt eigentlich widerlich.“Und jemand, der bewusst isst, stellt bei Keks Nummer 3 fest: „Eigentlich bin ich schon satt.“Diese ehrliche Wahrnehmung verändert das Verhalten fast automatisch.Kleine Veränderungen mit großer WirkungHier sind 3 konkrete Handlungsempfehlungen, die Du sofort umsetzen kannst:1) Werde neugierig statt strengBeim nächsten ungesunden Impuls frage Dich nicht: „Warum mache ich das schon wieder?“Sondern: „Wie fühlt sich das gerade wirklich an?“ – Wie schmeckt der Keks wirklich?– Wie fühlt sich Dein Körper danach an?Neugier ist der Anfang jeder Veränderung.2) Iss (oder handle) bewusst langsamMach aus einer automatischen Handlung ein bewusstes Erlebnis:- Kaue langsamer- Spüre Geschmack, Geruch und Sättigung- Lege zwischendurch bewusst eine Pause einOft stellt sich dann ganz von selbst die Erkenntnis ein: „Ich bin satt.“3) Tausche, statt zu verbietenVerbote erzeugen Widerstand – Alternativen schaffen Freiheit.Beispiele:- Statt Snacken → ein Glas Wasser- Statt Stress-Essen → kurzer Spaziergang oder Bewegung- Statt „noch schnell was Süßes“ → bewusst ein kleines Stück genießenFazit: Bewusstsein ist Dein stärkster HebelGenau das ist gelebte Jungbrunnen-Philosophie Bleib neugierig,bleib achtsamund vertraue Deinem Körper.
Aufgaben des Sozialzentrums Pálos Károly und des Kinderschutzdienstes
Welche Art von mentaler Vorbereitungshilfe könnte ein Freiwilliger im Sozialwesen benötigen?
Warum wandern Pflegekräfte und medizinisches Personal ins Ausland ab?Einer der Hauptgründe für die Abwanderung von Pflegekräften und medizinischem Personal ins Ausland ist die niedrige Bezahlung im eigenen Land. Viele Fachkräfte empfinden, dass ihre verantwortungsvolle sowie körperlich und psychisch belastende Arbeit nicht angemessen vergütet wird, während sie im Ausland oft ein Vielfaches verdienen können.Auch die Arbeitsbedingungen spielen eine entscheidende Rolle: Überlastung, Personalmangel und fehlende Ressourcen führen langfristig häufig zu Erschöpfung und Burnout.Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Frage der beruflichen Wertschätzung. Viele Beschäftigte im Gesundheitswesen berichten, dass sie im Ausland mehr Respekt, bessere Arbeitsorganisation und größere Entwicklungsmöglichkeiten erfahren. Der Zugang zu Fortbildungen, modernen Technologien und klaren Karrierewegen wirkt zusätzlich attraktiv.Lebensqualität als zentraler TreiberHinter der Migration stehen oft auch Aspekte der Lebensqualität: eine stabilere Zukunft, eine bessere Work-Life-Balance und mehr finanzielle Sicherheit.Obwohl viele die Arbeit im Ausland zunächst als vorübergehende Erfahrung planen, entscheiden sich letztlich viele dafür, dauerhaft dort zu bleiben. Dies stellt eine erhebliche Herausforderung für das nationale Gesundheitssystem dar.Gehaltsvergleich Ungarn vs. ÖsterreichDas durchschnittliche monatliche Bruttogehalt einer Pflegekraft oder Betreuungsperson in Ungarn liegt bei etwa 290.000 bis 600.000 Forint (ca. 760 bis 1.500 Euro).In Österreich hingegen verdienen Beschäftigte in vergleichbaren Positionen etwa 2.800 bis 3.500 Euro brutto pro Monat (ca. 1 bis 1,4 Millionen Forint).Damit liegen die Gehälter im Gesundheits- und Pflegebereich in Österreich in der Regel 2,5- bis 4-mal höher als in Ungarn.
Aus diesem Grund entscheiden sich viele ungarische Pflegekräfte dafür, in Österreich zu arbeiten.
Bedingungen und Rechtsgrundlage für Freiwilligenarbeit in Ungarn
Was bedeutet Besuchsdienst bei älteren Menschen?
In der Praxis bezeichnet ein Besuchsdienst eine Tätigkeit, die älteren Menschen persönliche Anwesenheit und zwischenmenschlichen Kontakt bietet, insbesondere für jene, die einsam sind, in ihrer Mobilität eingeschränkt sind oder nicht ausreichend familiäre Unterstützung erhalten.
Dabei handelt es sich nicht unbedingt um eine formale sozialrechtliche Kategorie, sondern vielmehr um eine gemeinschaftliche und unterstützende Aufgabe, die von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Kirchen, Gemeinden oder ehrenamtlichen Gruppen organisiert wird.
Bedeutung von Besuchsdiensten in Ungarn
Besuchsdienste für ältere Menschen spielen in Ungarn eine wichtige Rolle, insbesondere bei der Verringerung von Einsamkeit und sozialer Isolation. Diese Angebote werden in der Regel von Gemeinden, kirchlichen Einrichtungen und gemeinnützigen Organisationen getragen und zielen darauf ab, den Alltag älterer Menschen durch regelmäßigen persönlichen Kontakt zu unterstützen.
Die Besuchenden, oft geschulte Betreuungspersonen oder Freiwillige, führen Gespräche mit den älteren Menschen, achten auf deren psychisches Wohlbefinden und melden bei Bedarf auftretende Probleme an das soziale Versorgungssystem. In vielen Fällen leisten sie auch praktische Unterstützung, etwa beim Einkaufen, bei Behördengängen oder beim Besorgen von Medikamenten.
Nutzen für ältere Menschen
Besuchsdienste sind besonders wichtig für Menschen, die allein leben oder deren Familie weit entfernt ist. Die regelmäßige menschliche Nähe vermittelt Sicherheit und trägt wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität und der psychischen Gesundheit bei.
In Ungarn gewinnen solche Programme zunehmend an Bedeutung, da sie wirksame und menschenzentrierte Antworten auf die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft bieten.
Wo sind Besuchsdienste verfügbar?
Sozialabteilung der Gemeinde
Die örtliche Sozialverwaltung kann Auskunft darüber geben, welche Besuchsdienste oder vergleichbare Unterstützungsangebote für ältere Menschen in der jeweiligen Region verfügbar sind.
Zivilgesellschaftliche Organisationen und Kirchen
Viele Organisationen bieten ehrenamtliche Besuchsdienste an, bei denen geschulte Freiwillige ältere Menschen regelmäßig besuchen.
Hauskrankenpflege und mobile Pflege (formelle Dienste)
Offizielle soziale Dienstleistungen wie die häusliche Pflege oder betreutes Wohnen beinhalten häufig regelmäßige Hausbesuche und können somit auch Elemente eines Besuchsdienstes umfassen.
Welche Möglichkeiten für Freiwilligenarbeit gibt es, unabhängig von Sprachkenntnissen?Ich spreche aus eigener Erfahrung.
Möglichkeiten für ehrenamtliche Tätigkeiten, basierend auf Ihrem eigenen Beispiel.
Spätabends in Paris, am 23. November 1654 gegen halb elf. Es ist dunkel draußen, die Gaslaternen sind noch nicht erfunden. Drinnen nur das Flackern von Kerzenlicht an den Wänden. Blaise Pascal, 31, sitzt allein in seinem Zimmer. Er ist eine Koryphäe der Wissenschaft, ein Pionier der Wahrscheinlichkeitstheorie.Jetzt sitzt Pascal nur da, allein mit sich selbst, und starrt ins Nichts.Aus diesem Nichts überkommen ihn große Gefühle, lebensverändernd große. Er greift zur Feder, schreibt immer wieder das Wort "FEUER" aufs Pergament, unterstreicht es mehrfach. Was er empfindet, ist ungeheuer. Er schreibt "Gewissheit. Freude. Empfinden. Friede". Dieses Stück Papier näht er später in das Futter seines Rocks ein, als Erinnerung an diesen Moment.Lange nach dieser besonderen Nacht formuliert Blaise Pascal einen der berühmtesten Sätze der Philosophiegeschichte: "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen."Pascal wusste, wovon er sprach. Er war selbst ein Gschaftler, ein rastloses Wunderkind. Mit 16 revolutionierte er die Geometrie. Er erforschte das Vakuum. Er erfand die erste mechanische Rechenmaschine. Nebenbei focht er die Dogmen der Kirche an. Ein paar Jahre vor seinem frühen Tod im Jahr 1662 stellte er das erste öffentliche Nahverkehrsnetz der Welt auf die Beine, die carrosses à cinq sols in Paris, Vorläufer der heutigen Busse, gezogen von Pferden.So viel leistet niemand, der in sich ruht. Pascal war ein Getriebener, immer auf der Jagd nach dem nächsten Triumph, nach Anerkennung, nach Ablenkung. Bis zu jener Feuernacht, in der es ihm gelang, es ein paar Stunden mit sich selbst auszuhalten.Stellen Sie sich vor, da ist ein Mensch, der Ihnen ständig auf der Pelle sitzt, jahrelang, jahrzehntelang. Er folgt Ihnen überallhin, liegt Ihnen in den Ohren, belehrt Sie, korrigiert Sie, beleidigt Sie manchmal sogar. Er lässt seine Launen an Ihnen aus. Ihm können Sie nichts vormachen. Er durchschaut Sie. Dieser Mensch sind Sie selbst.Natürlich ist es unangenehm, dauernd mit jemandem zusammen rumhängen zu müssen, den man gar nicht richtig kennt. Sie haben die Wahl: Sie können die Anwesenheit dieses Menschen als notwendiges Übel nehmen, als einen lästigen Bekannten, der halt immer dabei ist – so wie Blaise Pascal, der Rastlose. Oder Sie wenden sich ihm zu, so wie Pascal allein in seinem Zimmer.Alleinsein ist eine Kunst, die in Vergessenheit gerät. Psychologen der University of Michigan schrieben im Februar 2025 in einer Studie über das "Einsamkeitsparadox": Demnach stellen die Medien den Zustand des Alleinseins überwiegend negativ dar. In den Berichten ist fast immer davon die Rede, wie schädlich Alleinsein sei, und fast nie von dessen Segen. Einsamkeit sei so schädlich wie Rauchen oder Alkohol, fördere Diabetes, Demenz, Depression und Herzkrankheiten. Alle warnen vor der "Einsamkeitsepidemie". Die britische Regierung hat im Jahr 2018 den Posten einer "Einsamkeitsbeauftragten" geschaffen. Das deutsche Familienministerium hat eine "Strategie gegen Einsamkeit" entwickelt.Einsamkeit ist ein subjektives, negatives Gefühl. Alleinsein dagegen ist objektiv: niemand da, nur ich selbst. Alleinsein kann Mangel sein, beispielsweise im Gefängnis. Oder Fülle, etwa im Kloster. Wer im Alleinsein stets nur den Mangel sieht, wird die Fülle nicht finden. © Isabel SeligerSo wird Alleinsein zum Stigma. In Gesellschaften, in denen eine negative Grundhaltung gegenüber dem Alleinsein verbreitet ist, fühlen sich die Menschen besonders einsam. Die "Einsamkeitsepidemie" wird zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Weil wir pausenlos vor Einsamkeit gewarnt werden, haben wir verlernt, zu unterscheiden: Es gibt die schmerzhafte, unfreiwillige Einsamkeit und das gewählte, wohltuende Alleinsein. Welchen dieser zwei Zustände ein Mensch erlebt, hängt nicht nur von seiner sozialen Situation ab, sondern auch von ihm selbst. "Einsamkeit hat nicht nur mit unseren Beziehungen zu anderen Menschen zu tun", sagt der Psychologe Ethan Kross, Mitautor der Michigan-Studie, "sie hat auch mit unserer Beziehung zu unserer Zeit des Alleinseins zu tun."Die Furcht vor der Stille ist die Kraft, die uns immer wieder zum Smartphone greifen lässt – und das Smartphone befeuert diese Furcht weiter. Mit dem Gerät in der Hand sind wir nie richtig allein und können nie richtig beisammen sein.Einsamkeit entsteht aus einer Diskrepanz zwischen den Beziehungen, die ein Mensch hat, und den Beziehungen, die er sich wünscht. Diese Diskrepanz kann auch inmitten von Menschen auftreten, vielleicht in einem vollen Café, umgeben von Hunderten Online-"Freunden". Einsamkeit ist unfreiwillig, ein schmerzlicher Mangel – schmerzlich im wörtlichen Sinn. Bei Einsamkeit sind dieselben Gehirnregionen aktiv wie bei körperlichem Schmerz, zeigen bildgebende Studien. Chronische Einsamkeit fördert Stress und Entzündungen, schwächt das Immunsystem und ist ein Risikofaktor für Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Demenz.Einsamkeit ist ein subjektives, negatives Gefühl. Alleinsein dagegen ist objektiv: niemand da, nur ich selbst. Alleinsein kann Mangel sein, beispielsweise im Gefängnis. Oder Fülle, etwa im Kloster. Wer im Alleinsein stets nur den Mangel sieht, wird die Fülle nicht finden. Wenn das Leben ihn dann – durch einen Umzug, eine Trennung, eine Pandemie – dazu zwingt, äußerlich allein zu sein, gerät sein innerer Raum aus den Fugen. Der Zustand kippt unweigerlich in toxische Einsamkeit.Die Fähigkeit, mit sich allein zu sein, ist daher die beste Prävention gegen die Einsamkeit. Dieser Zusammenhang ist auch durch empirische Studien belegt: Menschen, die gelernt haben, Alleinsein positiv zu erleben, fühlen sich deutlich weniger einsam, auch wenn sie objektiv viel Zeit allein verbringen. Wenn es gut läuft, ist Alleinsein das Gegenteil von Einsamkeit.Wie geht das? Wie gelingt es, den Raum, in dem wir nur mit uns selbst sind, nicht als Gefängnis, sondern als Ort der Geborgenheit zu erleben, als Heimat? Die Antwort liegt, vielleicht unerwartet, in den Beziehungen zu anderen Menschen. Es wird viel darüber geredet und geschrieben, was eine gute Beziehung ausmacht: eine erfüllende Partnerschaft, eine beständige Freundschaft, eine liebevolle Eltern-Kind-Beziehung. Manchmal vergisst man darüber die wichtigste und längste Beziehung, die ein Mensch führt: die zu sich selbst.Warum kommen manche Menschen besser mit sich selbst aus als andere? Dieser Frage ging der englische Kinderarzt Donald Winnicott in den 1950er-Jahren nach. Er arbeitete während und nach dem Zweiten Weltkrieg mit Kindern und Müttern. Darunter waren viele Kinder, die durch den Krieg ihre Eltern verloren hatten. Donald Winnicott begleitete sie über Jahre, um zu verstehen, wie die frühen Bindungen eines Menschen sein späteres Leben prägen. Ihm fiel auf, dass die Fähigkeit, in der Stille mit sich allein zu sein – als etwas Positives, nicht als Angst oder pathologischer Rückzug –, in der Fachliteratur kaum behandelt worden war. Frühere Psychoanalytiker hatten zwar viel über die Angst vor dem Alleinsein geschrieben, aber wenig über die gesunde Fähigkeit dazu. Winnicott prägte den Begriff von der capacity to be alone: der Fähigkeit, allein zu sein. Seine wichtigste Erkenntnis dazu ist scheinbar widersinnig: Diese Fähigkeit entsteht durch gute Erfahrungen mit anderen Menschen.In seiner Arbeit mit Kriegskindern beobachtete Winnicott, dass die Fähigkeit, allein mit sich selbst auszukommen, nicht angeboren ist. Kinder lernen sie in Anwesenheit der Mutter. Stellen Sie sich ein Kleinkind vor, das auf dem Boden sitzt und spielt, während die Mutter ruhig im selben Raum liest oder Tee trinkt. Das Kind ist in sein Spiel vertieft – und doch ist da diese verlässliche Präsenz im Hintergrund. Die Mutter schaut nicht ständig hin, korrigiert oder mahnt nicht. Sie ist einfach da. In dieser Situation erfährt das Kind laut Winnicott ein Gefühl von Sicherheit, auch wenn es gerade keinen direkten Kontakt zur Bezugsperson hat. Es lernt, dass alles in Ordnung ist, auch wenn gerade niemand nach ihm schaut. Es verinnerlicht dieses Gefühl der Geborgenheit. Nun kann es sich anderen Menschen verbunden fühlen, auch wenn sie gerade nicht physisch anwesend sind.Dieser Prozess ist keine Hexerei. Donald Winnicott sprach von der good-enough mother: einer Mutter, die nicht perfekt sein muss, aber verlässlich und einfühlsam genug ist, um ihrem Kind ein Urvertrauen zu vermitteln. Im Kind wächst die Gewissheit: "Ich kann auch allein sein, ohne mich verlassen zu fühlen."Im Gegenzug neigen auch Menschen, die in ihren frühen Jahren wenig Zuwendung und Anerkennung erfahren haben, dazu, diese Erfahrungen zu verinnerlichen. Sie entwickeln eher ein negatives Selbstbild. "Du bist nichts wert" – diese Botschaft der anderen bleibt hängen. Sie wird verinnerlicht zu: "Ich bin nichts wert". Wer so durchs Leben geht, sehnt sich vielleicht nach Liebe, aber wenn ein anderer Mensch dieser Person mit Liebe begegnet, reagiert sie mit Misstrauen und Zurückweisung. Sie denkt: "Wie kann dieser Mensch mich wirklich lieben, sieht er nicht, dass ich im Grunde ein schlechter Mensch bin?" Wer sich selbst nicht mag, ist schneller einsam.Spätere Psychologen haben die Einsicht von Donald Winnicott bestätigt: Kinder mit sicherer Bindung entwickeln eine deutlich bessere Fähigkeit, allein zu sein. Für Kinder mit unsicherer Bindung ist Alleinsein mit existenzieller Angst verbunden. Es ist ein Echo früherer Momente, in denen die Bezugsperson nicht für sie da war.Die Fähigkeit, allein zu sein, ist mit den Erfahrungen als Kind nicht in Stein gemeißelt. Es ist später noch möglich, Selbsthass zu überwinden. Die Fähigkeit, allein zu sein, lässt sich auch im Erwachsenenalter entwickeln. Menschen, die Schwierigkeiten haben, ihre Verlassenheitsängste zu überwinden, können in einer Therapie lernen, innere Sicherheit aufzubauen.Der Weg, gute Beziehungen zu anderen Menschen zu finden, ist der Weg zu einer guten Beziehung zu sich selbst – es ist derselbe Weg. Pflegen Sie diese spezielle Beziehung zu sich selbst. Gehen Sie mal allein mit sich essen. Nur Sie und Sie. Besuchen Sie mit sich ein Museum. Machen Sie mit sich lange Spaziergänge. Reden Sie mit sich. Was man so tut, um einen Menschen kennenzulernen. Nicht zu viel auf einmal, es muss nicht gleich ein ganzer Urlaub allein sein. Seien Sie nett zu sich. Vielleicht sind Sie schüchtern. Am Anfang mag es sich noch fremd anfühlen, so ganz allein mit sich selbst. Dafür gibt es keine Differenzen bei den Interessen, und die Terminabsprachen sind einfacher. Unternehmungen mit sich selbst sind kein Mangel, sondern Souveränität: "Ich tue das gern allein mit mir."Wer ein gutes Verhältnis zu sich selbst hat, kann die Rolle seiner ersten Bezugspersonen übernehmen: sich beruhigen, sich trösten, sich ermutigen. Die Psychologin Thuy-vy Nguyen hat in ihren Studien zum Alleinsein einen "Deaktivierungseffekt" beobachtet: Wer allein und ohne Ablenkung eine Viertelstunde ruhig dasitzt, kann Emotionen wie Wut oder Nervosität deutlich reduzieren. Diese Wirkung hielt in den Studien manchmal eine ganze Woche lang an. Nicht durch Small Talk, sondern durch Alleinsein beruhigt sich das aufgewühlte Gemüt. Alleinsein ist der Aus-Knopf für die unablässige Stimulation durch die Aufmerksamkeitsökonomie – für all die Empörung, den Neid, die Angst, etwas zu verpassen. Aus FOMO (fear of missing out) wird JOMO (die Freude, joy, etwas zu verpassen).
Warum hielt unser Freiwilliger Simon Benedek es für wichtig, an dem Projekt teilzunehmen?
Sind Werte grenzenlos?Europa ist ein Kontinent voller Linien. Grenzen verlaufen durch Länder, Regionen, Kulturen und manchmal auch durch Familien. Über Jahrhunderte hinweg waren diese Grenzen Orte der Trennung, des Misstrauens und der Abschottung. Doch gleichzeitig waren sie immer auch Orte der Begegnung. Märkte, Pilgerwege, Klöster, Handelsrouten und Kirchen verbanden Menschen über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg. Heute, im 21. Jahrhundert, stehen wir erneut vor derFrage: Wie gestalten wir das Zusammenleben in einer Welt, die zwar global vernetzt ist, aber in vielen Köpfen noch immer geteilt bleibt?Christliche Werte können hier einen Kompass bieten. Sie sind kein historisches Relikt, sondern ein Fundament, das auch in säkularen Gesellschaften Orientierung gibt. Werte wie Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Verantwortung und Solidarität sind keine exklusiven Glaubenssätze. Sie sind Prinzipien des menschlichen Miteinanders. Wenn wir über intergenerative Solidarität im grenzübergreifenden Kontext sprechen, geht esgenau darum: diese Werte praktisch zu leben.Warum gerade jetzt? Weil unsere Gesellschaften gleichzeitig altern und sich kulturell verändern. Weil Einsamkeit, soziale Spaltung und Nationalismen wachsen. Weil Generationen Gefahr laufen, nebeneinander statt miteinander zu leben. Und weil Grenzen – trotz offener Schengen-Räume – wieder spürbarer werden, sei es durch politische Konflikte, durch Migrationsthemen oder durch wirtschaftliche Unterschiede.Die Frage ist also nicht, ob christliche Werte und intergenerative Solidarität relevant sind, sondern wie wir sie bewusst neu beleben können.Die Bedeutung der GenerationenverbindungEine Gesellschaft, die ihre älteren Mitglieder nur als Pflegefall oder Kostenfaktor betrachtet, verliert ihre Wurzeln. Eine Gesellschaft, die ihre jüngeren Mitglieder überfordert oder ausbremst, verliert ihre Zukunft.Intergenerative Solidarität bedeutet, dass beide Seiten Verantwortung füreinander übernehmen. Sie lebt davon, dass Erfahrung weitergegeben und gleichzeitig Neues zugelassen wird.In christlicher Tradition war dieses Miteinander immer zentral. Familienverbände, Klöster oder Pfarren waren Orte, an denen Alt und Jung zusammenkamen. Der Glaube gab einen Rahmen, der nicht nur spirituell, sondern auch sozial wirkte. Heute ist dieses Gefüge oft brüchiger. Familien leben verstreut, religiöse Bindungen sind schwächer geworden. Doch das Bedürfnis nach Orientierung und Zugehörigkeit bleibt bestehen.Gerade in Grenzregionen zeigt sich, wie stark diese Solidarität wirken kann. Wer in Kärnten, Friaul, Slowenien oder Ungarn lebt, weiß, dass Grenzen keine Mauern sein müssen. Viele Menschen haben Nachbarn, Freunde oderVerwandte auf der anderen Seite. Feste, Märkte, Vereine und Kirchenfeste überschreiten oft schon lange die offiziellen Linien. Intergenerative Solidarität in diesem Umfeld bedeutet, dass sich junge Menschen von Traditionen inspirieren lassen und Ältere von neuen Ideen profitieren.Christliche Werte im HeuteGrenzübergreifende Solidarität als ChanceGrenzräume sind mehr als Linien auf der Landkarte. Sie sind Laboratorien für Zusammenleben. Wer hier lebt, weiß um die Vorteile und Herausforderungen von Vielfalt. Ein grenzübergreifendes Projekt, das Jung und Alt zusammenbringt, kann weit mehr bewirken als reine Freizeitgestaltung. Es schafft Räume des Austauschs, der Erinnerung und der Hoffnung.Ein Beispiel: Ältere Menschen erzählen ihre Kriegserfahrungen, während jüngere sie digital dokumentieren und zugänglich machen. Daraus entstehen Archive, die nicht nur Geschichte bewahren, sondern auch Dialog fördern. Ein anderes Beispiel: Grenzüberschreitende Besuchsdienste, bei denen Jugendliche aus Österreich ältere Menschen in Ungarn besuchen und umgekehrt. Sprache und spielerisches Miteinander werden dabei zur Brücke, nicht zum Hindernis.Diese Initiativen zeigen, dass christliche Werte nicht an Konfessionsgrenzen Halt machen. Katholiken, Protestanten, Orthodoxe, aber auch Menschen ohne religiöse Bindung teilen die gleiche Sehnsucht: in Würde alt zu werden, gebraucht zu werden, verbunden zu bleiben.Grenzen sind von Menschen gemacht. Solidarität ist von Herzen gewollt. Wer christliche Werte ernst nimmt, erkennt, dass Verantwortung nicht am Gartenzaun oder an der Staatslinie endet. Sie beginnt dort erst recht.Intergenerative Solidarität im grenzübergreifenden Kontext ist mehr als ein Schlagwort. Sie ist die gelebte Antwort auf Einsamkeit, Ausgrenzung und Spaltung. Sie zeigt, dass die Würde des Menschen nicht von Alter, Herkunft oder Nationalität abhängt. Und sie macht deutlich, dass eine Gesellschaft, die auf Werten ruht, krisenfester, menschlicher und zukunftsfähiger ist.Am Ende geht es nicht darum, perfekte Konzepte und Projekte zu entwickeln. Es geht darum, anzufangen. Einen Besuch zu machen. Ein Gespräch zu führen. Eine Brücke zu bauen. Kleine Schritte, getragen von großen Werten. Denn wenn wir Verantwortung über Grenzen hinweg teilen, schaffen wir etwas, das stärker ist als jede Trennung:Gemeinschaft mit Zukunft in einem friedlichen Europa!
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